Bye Bye hauseigener V6, Hallo schwäbische V8-Power

Aston Martin enthüllte den Valhalla im März 2019, damals noch unter dem Namen AM-RB 003. Gleichzeitig zeigte man auch den Vanquish Vision Concept. Inzwischen sind etwas mehr als zwei Jahre vergangen und wir warten nach wie vor auf das Debüt der Serienversionen. Ob da noch was passiert? Davon kann man ausgehen, denn jetzt gibt es signifikante Neuigkeiten. 

Ein einem Interview mit den amerikanischen Kollegen von Motor Trend verkündete Astons neuer CEO Tobias Moers einen radikalen Motor-Wechsel für das dynamische Duo. 

Obwohl Aston Martin bekanntermaßen an einem eigenen 3,0-Liter-Biturbo-V6 gearbeitet hat, sollen die finalen Versionen von Valhalla und Vanquish den bewährten 4,0-Liter-Biturbo-V8 von AMG unter der Haube haben. Varianten dieses Antriebs findet man bereits in den Sportwagen DB11 und Vantage sowie im SUV DBX.

Warum der plötzliche Sinneswandel? Das Ganze klingt ja irgendwie schon ein bisschen nach Eingeständnis eigenen Versagens. Aber Moers sieht die Sache pragmatisch. Offenbar wäre es extrem schwierig gewesen, den hauseigenen V6 mit den 2025 fälligen Euro 7-Regularien in Einklang zu bringen.

Technisch sei es wohl machbar, den neu entwickelten Sechszylinder an die schärferen Gesetze anzupassen, allerdings wären dafür gewaltige Investitionen zu tätigen. Laut Moers kann dieses Geld an anderer Stelle sinnvoller verwendet werden, speziell für das Thema Elektrifizierung. 

Der Valhalla bleibt der "Son of Valkyrie" und wird einiges an Technik vom Hypercar-Flaggschiff leihen. Allerdings wird er deutlich günstiger sein. Die Produktion wird limitiert sein und wie Motor Trend berichtet, wird er ein Hybrid-Setup und Hinterradantrieb erhalten. Der Elektromotor soll zwischen dem Verbrenner und dem Getriebe sitzen. 

Der Vanquish soll sich laut Moers zum Konkurrenten für den McLaren Artura entwickeln, indem er zu einem "breitbandigen Mittelmotorsportwagen" wird. Ein Derivat mit Allradantrieb ist angeblich in der Mache. Hier soll ein Elektromotor die Vorderachse antreiben.

Unterdessen wiederholte der Aston-Chef, dass die Auslieferungen des Valkyrie in der zweiten Jahreshälfte beginnen sollen. Dann wird das DBX-Portfolio auch um einen Reihensechszylinder-Mildhybrid erweitert. 2022 soll eine High-Performance-Version des SUVs auf den Markt kommen, die den Lamborghini Urus ins Visier nimmt. Erwartet werden mindestens 650 PS. Zudem betonte Moers, dass es in den nächsten Jahren Facelifts für DB11, DBS und Vantage geben soll.

Für den V12 scheint die Uhr langsam aber sicher abzulaufen. Aston Martin sagt, man versuche, ihn sauberer zu machen, um die strikteren Regelungen einzuhalten, aber die Chancen, Euro 7 zu erfüllen, sind wohl ziemlich gering. Der Autobauer wird schrittweise auf Plug-in-Hybride und vollelektrische Fahrzeuge umswitchen und dabei wohl von AMGs Expertise profitieren. 

Bildergalerie: Aston Martin Vanquish Vision Concept