Krasse Optik, aber erstmal nur mit Dieselmotor ...

Die Schlagzahl an Neuvorstellungen bei Hyundai ist aktuell extrem hoch. Schauen Sie einfach mal auf deren Website vorbei. Unter "Modelle" ist quasi an jedem zweiten Fahrzeug-Bild ein kleiner Icon mit "Neu". Tucson, Santa Fe, Ioniq 5, Bayon. Alles neu. Und jetzt geht es weiter. Mit einer kompletten Van-Baureihe namens "Staria".

Im ersten Moment könnte man den Staria auch für ein Konzeptfahrzeug halten. So sehr sieht er nach Zukunft aus. Aber Hyundai traut sich zu, das Ding genau so in Serie zu bringen. Mit einem Frontdesign, das uns irgendwie an Geordi La Forge aus Star Trek erinnert.

Das Gesamtkonzept basiert dabei auf einem sogenannten "Inside-Out"-Ansatz, einer neuen Design-Richtung für die Mobilität der Zukunft. Hierbei beginnt Hyundai zuerst mit dem Innenraum. Die Gestaltung des Exterieurs ergibt sich dann erst im zweiten Schritt. So will der Hersteller die Nutzung des Innenraums stärker in den Fokus der Entwicklung rücken.

Was dabei herausgekommen ist, können Sie auf den Bildern bewundern. Der Staria ist geprägt von einer modernen, stromlinienförmigen Silhouette, die durch eine fließende, von vorne nach hinten verlaufende Kurve definiert ist. Das Heck zeichnet sich durch auffällige, vertikale Rückleuchten sowie eine breite Heckscheibe aus. Dagegen könnte selbst der kommende T7 direkt wie aus dem vorherigen Jahrtausend wirken.

Hyundai Staria (2021)

Dabei weist das Modell – ähnlich wie das Bus-Pendant von VW – eine Gesamtlänge von 5,25 Meter, eine Breite von 2,0, eine Höhe von 1,99 und einen Radstand von 3,27 Meter auf. Je nach Modellvariante sind so bis zu 5.000 Liter Ladevolumen möglich.

Der Innenraum soll aber nicht nur für Gepäck komfortabel sein. So will Hyundai vor allem auf eine hohe Flexibilität geachtet haben. Es gibt multifunktionale Relaxsitze in der zweiten Reihe, die sich elektronisch verstellen, in Längsrichtung verschieben und optional um 180 Grad drehem lassen.

Außerdem lassen sich die Rückenlehnen zu einer völligen Liegeposition verstellen. Surfbretter einladen oder im Staria schlafen? Vermeintlich recht easy! Mit einer "One-Touch-Komfortfunktion" lassen sich zudem Fahrer- und Beifahrersitz automatisch einstellen. 

Hyundai Staria (2021)
Hyundai Staria (2021)

Die Van-Baureihe ist im Cockpit mit einer Weitwinkelkamera für den Fond ausgestattet, um so die Passagiere auf den hinteren Sitzen im Blick behalten zu können. Diese Funktion könnte sehr nützlich, wenn zum Beispiel Kinder und Haustiere an Bord sind.

Mithilfe des Infotainment-Systems können sich Fahrer, Beifahrer und die hinteren Insassen über eine Freisprechanlage verständigen. Das Bose-Soundsystem sorgt für ein rundum hochwertiges Klangerlebnis. Nun gut: Keine wirklich bahnbrechenden Neuerungen. Bei der Optik hätten wir krassere Features erwartet.

Auch der Antrieb des Staria wirft vorerst Fragen auf. Zwar kündigt der Hersteller bereits an, dass nach der Markteinführung in der zweiten Jahreshälfte von 2021 umweltfreundlichere Antriebe folgen werden, wie diese aussehen werden, bleibt aber vorerst ein Geheimnis von Hyundai. Auch Nutzfahrzeug-Varianten sind geplant.

So kommt der neue Van vorerst nur mit einem 2,2-Liter-VGT-Dieselmotor nach Europa, welcher eine Leistung von 177 PS und ein maximales Drehmoment von 431 Newtonmetern entwickelt. Kunden können dann zwischen einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe oder einem Achtgang- Automatikgetriebe wählen.

Auf anderen Märkten ist zudem ein 3,5-Liter-Benziner mit 272 PS Leistung und stets Automatik verfügbar. In Europa wird der Staria als Van, Wagon (Kombi) und Wagon Premium erhältlich sein.

Ein bisschen Modernität gibt's aber trotzdem: Die Technik des Staria soll in vielen Details auf eine verbesserte Hydraulik- und Kraftstoffeffizienz abgestimmt sein. Beispiel dafür sind die Ventilsteuerungselektronik sowie die Ölpumpe und der Mehrscheiben-Drehmomentwandler mit geringem Reibungsverlust. Komfortabel wird es dadurch, dass der Staria ohne Starrachsen auskommt und auch die Hinterachse über eine Multilenker-Aufhängung verfügt.

Assistenten? Hat er! Unter dem Begriff "Hyundai SmartSense" kombiniert der Hersteller Punkte wie sechs Airbags mit Assistenzsystemen wie einem autonomen Notbremsassistent, einem aktiven Totwinkelassistent sowie einem weltweit einzigartigen und kabellosen Gurtwarner. Die Technologie erlaubt stufenloses Verschieben der Sitze und kann dennoch bei nicht geschlossenem Gurt warnen.

Darüber hinaus schlägt ein Ausstiegsassistent Alarm, wenn ein Fondpassagier seine Schiebetür öffnen möchte während sich von hinten ein Fahrzeug nähert. Der Insassenalarm lässt ein akustisches Warnsignal ertönen, wenn der Fahrer den Staria verlassen und verriegelt hat und sich auf den Rücksitzen noch Insassen oder andere Lebewesen befinden.

Bildergalerie: Premiere: Hyundai Staria (2021)