Sakrileg oder absolut begehrenswertes Stück Ingenieurskunst?

Der originale Range Rover gilt als Ikone, und das nicht nur, weil er so etwas wie der Begründer des heute so unglaublich populären Luxus-SUV-Segments ist. Allerdings mangelt es ihm inzwischen, trotz seiner nach wie vor begehrenswerten Optik, an den meisten Annehmlichkeiten, die Fahrer heute nicht mehr missen möchten und die allerbeste Reputation in Sachen Zuverlässigkeit hat der kantige Brite auch nicht unbedingt. 

Genau hier kommt nun Chieftain ins Spiel. Dabei handelt es sich um einen Arm des Unternehmens Jenson International Automotive (JIA), das sich - wer hätte es gedacht - für gewöhnlich um die Restaurierung alter Jensons kümmert. Im Falle des Range Rover ist den Herrschaften eine klassische Widerherstellung aber offensichtlich zu wenig. 

Chieftain bietet diverse Arten der Modifikation für den Range. Am oberen Ende der Nahrungskette sitzt der sogenannte Xtreme. Dieser ist auch als Zweitürer zu haben. 

Der Xtreme nutzt einen 700 PS starken LS3-6,2-Liter-Kompressor-V8 von GM, der seine Kraft über eine 8-Gang-Automatik an alle vier Räder abgibt. Das klingt deutlich besser als die ursprüngliche Antriebs-Kombo - ein 135 PS starker 3,5-Liter-V8 mit 4-Gang-Autobox. 

Fahrleistungen für die 700-PS-Variante nennt der Erbauer nicht. Wir erfahren aber, dass der LS3 ohne Aufladung (mit 430 PS) in 5,2 Sekunden von 0-96 km/h sprinten und eine Vmax von 210 km/h schaffen soll. Man kann erahnen, was das für die große Leistungsstufe bedeutet. 

Der Chieftain-Range kauert vergleichsweise tief über dem Asphalt. Hinter seinen dicken Rädern sorgt eine neue Bremsanlage von AP Racing für Stoppkraft. Der Doppelrohr-Auspuff tritt seitlich vor den Hinterrädern aus. Modifizierte Front- und Heckstoßfänger geben dem Auto einen deutlich moderneren Look.

Deutlich wichtiger (zumindest fürs Fahrgefühl) ist jedoch, dass alle Chieftain-Umbauten ein komplett neues Chassis erhalten, das deutlich stärker ist als das ursprüngliche. Zudem gibt es ein neues Fahrwerk mit Einzelradaufhängung und Doppelquerlenkerachsen, das die wobbeligen Starrachsen des Originals ersetzt. 

Chieftain baut seine Autos auf Bestellung, der Kunde kann sich die Außenfarbe, die Innenausstattung und Co. komplett eigenständig konfigurieren. 

Einen Preis für den 700 PS starken Xtreme nennen die Briten nicht. Allerdings kostet das Einstiegsmodell vor Steuern 147.500 britische Pfund, was derzeit gut 172.000 Euro entspricht. Dieser Range Rover-Restomod kommt mit erwähntem V8-Saugmotor und 6-Gang-Automatik, man kann also davon ausgehen, dass das Topmodell nochmal deutlich teurer ist. 

Bildergalerie: Chieftain Xtreme Land Rover Range Rover