Als Mercedes-AMG seinen Sportwagen GT im Jahr 2015 einführte, lieferte des Auto "lediglich" 462 PS. Über die Jahre stieg die Leistung mit immer heißeren Derivativen, ehe sie Ende letztes Jahres in den 730 PS des GT Black Series gipfelte.

Das Topmodell erhielt dafür sogar einen neuen 4,0-Liter-Biturbo-V8 inklusive größerer Turbolader und eines Wechsels von einer Crossplane- auf eine Flatplane-Kurbelwelle für mehr Drehmoment aus dem Drehzahlkeller. 

Doch selbst die letzte Zahl klingt relativ bescheiden, verglichen mit dem, was die Herrschaften von Opus Automotive heute vorgestellt haben. Sagen Sie Hallo zu einem Black Series mit 1.111 PS. Das ist fast zweieinhalb Mal die Power, die das Ursprungsmodell vor sechs Jahren in die Waagschale werfen konnte und sogar mehr als im kommenden Hypercar AMG One. Hier bleibt es aber natürlich (beängstigenderweise) beim Hinterradantrieb.

Sollte Ihnen das zu viel Ritt auf der Kanonenkugel sein, dann gibt es von Opus auch noch drei weniger rabiate Stufen. Eine davon - wie beim Bugatti Veyron - mit 1.001 PS und dann noch die zwei Einstiegs-Pakete mit 920 beziehungsweise 825 PS. Letztere besteht ausschließlich aus einem Remap des Motor- und Getriebesteuergeräts, bei den anderen wird auch ordentlich an der Peripherie herumgefuhrwerkt.

Unter anderem mit modifizierten Turboladern und einer Getriebeverstärkung bis zu einem überarbeiteten Motor samt spezieller Schmiedekolben, verstärkter Pleuel, bearbeiteter Zylinderköpfe und eines komplett geänderten Kraftstoffsystems.

Mercedes-AMG GT Black Serie von Opus

Ein wiederkehrender Kritikpunkt der Black-Series-Kundschaft ist laut Opus das etwas schmächtige Klangbild, dass ein Ergebnis der immer schärferen EU-Richtlinien ist. Abhilfe wird durch neue Downpipes und Sportkats geschaffen, welche die Partikelfilter zum Teufel jagen. Das bedeutet in Europa zwar den Verlust der Straßenzulassung, aber auf Rennstrecken und außerhalb des alten Kontinents geht die Nutzung definitiv klar. 

Wem das ein bisschen zu weit geht, der kriegt bei Opus aber auch ein elektronisches Klappensteuerungs-System namens EFC (ExhaustFlapControl), welches es erlaubt, die serienmäßigen Auspuffklappen nach Wunsch mittels einer Fernbedienung anzusteuern. In den kommenden Monaten sollen dann auch leichtere Räder und optimierte Aerodynamik-Teile folgen. 

Um den bemitleidenswerten Hinterreifen zumindest eine kleine Chance aufs Überleben zu gewährleisten, will Opus bei allen Leistungsstufen das Drehmoment immer auf das „Nötigste“ reduzieren, aus Rücksicht auf den Antriebsstrang und die Traktion. Zudem verspricht der Tuner bei allen Leistungsstufen eine saugerähnliche Charakteristik mit einem linearen Leistungsverlauf, sprich parallel zur Drehzahl ansteigender Leistung.

Die sogenannten "Binary Editions" mit 1.111 und 1.001 PS sind ab Juni zu haben. Die Performance-Kits mit 825 und 920 PS soll es bereits ab Mitte April geben. Und falls Sie sich nach der Reputation des Veredlers fragen - Opus Automotive ist aus dem ehemaligen Unternehmen Renntech Europe hervorgegangen. Die Truppe mit Sitz direkt am Nürburgring hat in der Szene den Ruf, der weltweit anerkannteste Optimierer für den AMG GT zu sein. 

Bildergalerie: Mercedes-AMG GT Black Series by Opus