730 PS starke Spitzenversion mit Riesenflügel jetzt bestellbar

Der stärkste AMG-V8-Serienmotor aller Zeiten wird in den Mercedes-AMG GT Black Series eingebaut. Das neue Topmodell der GT-Baureihe holt 730 PS aus dem bekannten 4,0-Liter-Biturbo - statt 585 PS wie die bisherige Spitzenversion AMG GT R. Nun steht auch der Preis fest: 335.240 Euro. Der Bolide ist ab sofort bestellbar. 

Dazu wurde das Aggregat noch einmal umfassend weiterentwickelt. Vor allem bekam der Motor eine flache Kurbelwelle. Insgesamt soll die neue Motorversion auch agiler ansprechen und drehfreudiger sein. Dazu bekam der Black Series eine aktive Aerodynamik, diverse Leichtbaumaßnahmen und ein spezielles Design.

Die Daten im Überblick:

  • Motor: Biturbo-V8 mit 3.982 ccm Hubraum
  • Leistung: 537 kW (730 PS) bei 6.700-6.900 U/min
  • Drehmoment: 800 Nm bei 2.000-6.000 U/min
  • Antrieb: Heckantrieb
  • Getriebe: AMG Speedshift DCT 7G
  • Normverbrauch: 12,8 Liter/100 km
  • CO2-Emissionen: 292 Gramm/km
  • 0-100 km/h: 3,2 Sek.
  • Höchstgeschwindigkeit: 325 km/h

Flat Plane statt Cross Plane und größere Turbos

Allgemein gibt es bei V8-Motoren einen Unterschied in der Anordnung der Kurbelkröpfungen auf der Kurbelwelle. Bei der Kreuzwelle (Cross-Plane) stehen die Hubzapfen der vier Zylinderpaare jeweils im 90-Grad-Winkel zueinander. Diese Anordnung hat AMG bisher in allen V8-Motoren verwendet. Bei der flachen Kurbelwelle (Flat-Plane) dagegen liegen alle Hubzapfen in einer gemeinsamen Ebene.

Vorteile der Cross-Plane-Kurbelwelle sind die große Laufruhe und das hohe Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen. Der Flat-Plane-V8 des neuen Black-Series-GT dagegen soll vor allem agiler ansprechen. Charakteristisch ist die Zündfolge: 1-8-2-7 4-5-3-6. Sie machte auch neue Nockenwellen und neue Abgaskrümmer nötig.

Die beiden Twin-Scroll-Abgasturbolader erhielten zudem ein größeres Verdichterrad, sodass die beiden Lader insgesamt 1.100 kg Luft pro Stunde fördern können, während es im GT R nur 900 kg pro Stunde sind. 7.000 U/min sind als Dauerdrehzahl unkritisch, bei 7.200 Touren wird abgeregelt. Außerdem hat der Black Series größere Ladeluftkühler. Die Sonderstellung des neuen Triebwerks dokumentiert auch die Motorenplakette, die in Schwarz gehalten ist.

Der spezielle Motor sorgt neben einer anderen Leistungsentfaltung auch für ein besonderes Klangbild. Und er ermöglicht einen Tempo-100-Sprint in 3,2 Sekunden, was vier Zehntel weniger als bei GT R sind. In weniger als neun Sekunden erreicht der Black Series 200 km/h. Als Top Speed lassen sich 325 km/h erreichen, allerdings nur auf abgesperrten Rennstrecken.

Modifiziertes AMG-Speedshift-DCT-Getriebe

Wie bei allen AMG-GT-Modellen befindet sich das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zur optimierten Gewichtsverteilung in Transaxle-Anordnung an der Hinterachse. Für den Black Series wurde es an das erhöhte Drehmoment angepasst. Auch wurden die Schaltzeiten nochmals verkürzt.

Der Race-Start ist jetzt noch beeindruckender, dank der erhöhten Startdrehzahl, der feinfühligeren Radschlupfregelung und der rennstreckentauglichen Sportreifen. Außerdem wurde die Getriebekühlung an die erhöhten Anforderungen angepasst, auch die Übersetzungen wurden leicht modifiziert.

Die Verbindung zwischen dem vorn angeordneten Motor und dem Getriebe hinten stellt die so genannte Torque Tube her. Sie besteht aus Carbon und ist mit nur 13,9 Kilogramm rund 40 Prozent leichter als das bereits gewichtsoptimierte Alu-Pendant im normalen AMG GT. Auch die darin rotierende Antriebswelle ist aus leichtem Carbon.

Mercedes-AMG GT Black Series (2020)

Manuell verstellbarer Frontsplitter

Der deutlich größere Kühllufteinlass (mit vertikalen Streben in Dark Chrome) leitet beim Black Series auch den Radhäusern Luft zu, so dass die beiden äußeren Lufteinlässe entfallen können. Sichelförmige Flics sowie Air Curtains steuern die Strömung gezielt in Richtung der Räder. Beides verbessert zudem den cW-Wert und den Abtrieb an der Vorderachse.

Der Frontsplitter aus Sicht-Carbon lässt sich manuell in zwei Stufen einstellen (Street und Race). Im nach vorn ausgezogenen Zustand (Stellung Race) bildet sich unterhalb des Vorderwagens ein Frontdiffusor aus, was durch den Venturi-Effekt für einen höheren Unterdruck am Unterboden sorgt - der Wagen saugt sich an die Fahrbahn an. Befindet sich der Frontdiffusor in der Race-Stellung, kann außerdem der Abtrieb hinten durch den neuen Heckflügel weiter erhöht werden.

Mercedes-AMG GT Black Series (2020)

Motorhaube mit zwei großen Abluftöffnungen

Die Carbon-Motorhaube hat zwei großen Luftauslässe, was nicht nur die Motorkühlung verbessert, sondern auch den Gesamtabtrieb und den Luftwiderstand. Hinter den Vorderrädern gibt es ebenfalls Abluftöffnungen. Größere und breitere Seitenschweller-Verkleidungen verbessern die Umströmung weiter. Sie enthalten auch Luftkanäle zur Kühlung der hinteren Bremsen.

Heckflügel mit aktiv ansteuerbarem Flap

Die Rückansicht prägen die neue Heckschürze mit großem Diffusor, die zwei runden Doppelendrohr-Blenden links und rechts außen, die seitlichen Radhaus-Entlüftungen und das neue Heckflügelkonzept. Beide Flügelelemente lassen sich verstellen.

Mercedes-AMG GT Black Series (2020)
Mercedes-AMG GT Black Series (2020)

Im oberen Flügelblatt befindet sich ein Flap, der je nach Fahrsituation und gewähltem Fahrmodus elektronisch gesteuert um 20 Grad angestellt werden kann. In flacher Position reduziert er den Luftwiderstand, in der steilen Stellung verbessert er das Bremsverhalten und die Kurvenstabilität.

Das Heckflügel-System bietet vier unterschiedliche Ansteuerstrategien, je nach Modus (Basic, Advanced, Pro oder Master). Teilweise ist zusätzlich noch eine Fahrdynamikerkennung enthalten. So ist zum Beispiel im Master-Modus der Flap dauerhaft steil eingestellt. Ab 250 km/h fährt er jedoch ein, damit die Höchstgeschwindigkeit schneller erreicht wird. Bremst der Fahrer hart oder lenkt in eine Kurve ein, fährt der Flap sofort wieder aus. Zudem kann der Flap noch vom Fahrer per Taste in der Mittelkonsole ein- oder ausgefahren werden.

Die aerodynamische Feinarbeit erstreckt sich auch auf die nun nahezu vollständige Unterbodenverkleidung, die nicht nur aerodynamische Anforderungen erfüllen muss, sondern auch die Wärme gut ableiten muss. Dazu gibt es Längsfinnen, die die Luft dem Heckdiffusor zuleiten. In Summe resultieren alle Maßnahmen in einem Abtriebsniveau von deutlich über 400 Kilogramm bei 250 km/h.

Gewindefahrwerk mit adaptiven Dämpfern

Zur Senkung des Gewichts ist das Leichtbau-Dach in der Mitte abgesenkt; auch die Carbon-Heckklappe und die Front- und Heckscheibe aus leichtem Dünnglas dienen diesem Zweck. Auch die serienmäßigen Alu-Schmiederäder tragen zur Gewichtsersparnis bei. In ihren Luftlöchern wird die serienmäßige Keramik-Bremsanlage mit schwarz lackierten Bremssätteln und weißen Schriftzügen sichtbar.

Zur Reduzierung der ungefederten Massen sind einige Fahrwerkskomponenten aus geschmiedetem Aluminium oder Carbon gefertigt. Wie auch im GT R kommt ein Gewindefahrwerk mit einstellbarer Federvorspannung zum Einsatz. Dazu kommt eine stufenlose, adaptive Verstelldämpfung (AMG Ride Control) mit neuen Ventilen.

Die Charakteristik der Dämpfer lässt sich in drei Stufen anpassen: Comfort, Sport und Sport Plus. Der Sport-Plus-Modus ist für (trockene) Rennstrecken gedacht. Das System erkennt in diesem Modus auch, ob die Fahrbahn eben ist wie etwa in Hockenheim oder wellig wie auf der Nordschleife.

Vorne kommt ein zweifach einstellbarer Drehstab-Querstabilisator aus Carbon zum Einsatz, hinten dagegen ein hohler Stahl-Stabilisator, der sich dreifach verstellen lässt. Die elektronisch geregelten, dynamischen Motor- und Getriebelager erhielten beim Black Series eine neue Abstimmung. Zu den weiteren Fahrwerksmaßnahmen gehören die breite Spur vorn und hinten sowie der manuell einstellbare Sturz an Vorder- und Hinterachse.

Mercedes-AMG GT Black Series (2020)
Die zivile (weichere) Reifen-Variante MO1A

Zusammen mit Michelin wurde ein passender Pilot Sport Cup 2 R MO entwickelt, der in zwei Gummi-Mischungen erhältlich ist: serienmäßig als MO1A und für den Rennstreckenbetrieb bei höheren Temperaturen als MO2. Die Dimensionen lauten vorn 285/35 ZR 19 auf 10 J x 19 und hinten 335/30 ZR 20 auf 12 J x 20.

AMG Traction Control: Einstellbarer Maximalschlupf

Für den Einsatz auf der Rennstrecken im ESP-off-Modus bietet die Traktionssteuerung dem Fahrer die Möglichkeit, den Maximalschlupf an der angetriebenen Hinterachse je nach Grip in neun Stufen vorwählen. Wir dieser beim Beschleunigen erreicht, wird der Motor heruntergeregelt, ein Bremseingriff erfolgt nicht. Auch der Sperrgrad der elektronischen Differenzialsperre wird beeinflusst. Die Bedienung erfolgt über ein gelbes Drehrad in der Mittelkonsole.

Mercedes-AMG GT Black Series (2020)
Schalensitze mit orangefarbenen Nähten und gelbes Drehrad für die Traktionssteuerung

Innen gibt es Carbon-Schalensitze mit Nappaleder- und Mikrofaser-Bezug sowie orangefarbenen (optional mit grauen) Ziernähten. Die Türen bieten wegen des niedrigeren gewichst Zuzieh-Schalufen statt Griffen. Mattschwarze Carbon-Zierelemente setzen weitere Akzente.

Wie der normale AMG GT gibt es ein 12,3-Zoll-Instrumentendisplay und einen 10,3-Zoll-Monitor in der Mittelkonsole. Das Instrumentendisplay bietet unterschiedliche Designs mit den drei AMG- spezifischen Anzeigestilen Klassisch, Sportlich und Supersport. In der Supersport-Ansicht mit zentralem Drehzahlmesser gibt es auch Anzeigen wie ein Shiftlight, das im manuellen Getriebemodus zum Hochschalten auffordert.

In der V-förmigen Mittelkonsole gibt es Displaytasten zur Anzeige und Steuerung von Getriebe, Fahrwerk, ESP, Abgasanlage, Heckflügel und Start-Stopp-Funktion. Ergänzt werden sie von zwei Wippenschaltern für Fahrprogramme und Lautstärkenregelung.

Das unten abgeflachte Lenkrad bietet einen stark konturierten Kranz, der mit Mikrofaser bezogen ist. Eine Lenkradplakette zeigt den Black-Series-Schriftzug. Mit integrierten Touch Control Buttons lassen sich die Display-Inhalte durch Wischbewegungen mit dem Finger steuern.

Mercedes-AMG GT Black Series (2020)

Serienmäßig sind auch die Lenkradtasten mit dem runden Drehregler und integriertem Display sowie zwei vertikal positionierten, farbigen Display-Tasten mit Schaltern. Über den rechten Drehregler lassen sich die AMG-Fahrprogramme ansteuern. Die gewählte Einstellung wird über das farbige LCD-Display angezeigt, das direkt in den Drehregler integriert ist. Mit den beiden frei belegbaren Displaytasten und den Zusatzschaltern auf der linken Seite können weitere Funktionen bedient werden.

Serienmäßig ist zudem das AMG Night Paket Interieur. Hier sind Schaltpaddles, Lenkradspeichen, sowie Einstiegsleisten schwarz gehalten. Optional gibt es das AMG Track Package mit Überrollschutz, Vier-Punkt-Gurten und Feuerlöscher.

Bildergalerie: Mercedes-AMG GT Black Series (2020)