Das 964 Cabriolet im Turbo-Look wurde Anfang März von Bonhams versteigert

Argentinien trauert seit letztem November um den Tod des "Goldjungen", "el Pibe de Oro", Diego Armando Maradona Franco. Die Fußballlegende hinterlässt ein Land, das einen seiner größten Idole verloren hat. Diego Maradona war auch ein Liebhaber von Autos, insbesondere von Ferrari, wo er während seiner Zeit in Neapel seiner Leidenschaft voll und ganz frönen konnte.

Der Argentinier besaß einen mythischen F40, einen Testarossa und zwei F355 Spider. Aber Diego Maradona hatte auch eine besondere Affinität zu Porsche. Eine seiner ersten Anschaffungen war ein Porsche 924, als er 19 Jahre alt war. Er besaß auch einen ganz besonderen 911er, nämlich ein Typ 964 Cabriolet Turbo Look von 1992.

Dieses Fahrzeug wird im Rahmen der Auktion "Les Grand Marques Du Monde à Paris" versteigert, die vom 3. bis 10. März von der Firma Bonhams in der französischen Hauptstadt veranstaltet wird.

Jetzt ist bekannt, was das Cabrio erzielt hat: Sagenhafte 483.000 Euro. Das sind mehr als doppelt so viel, wie man als Höchstpreis vermutet hatte. Die weit über dem normalen Marktpreis für solch ein Modell liegende Summe dürfte wohl auch dem Ableben von Maradona geschuldet sein. 

Porsche 911 (964) Turbo Look
Porsche 911 (964) Turbo Look

Nachdem er Neapel zum UEFA-Cup-Sieg und Argentinien zum berühmten WM-Sieg 1986 geführt hatte (bei diesem Turnier erzielte er im Viertelfinale gegen England ein Tor mit der "Hand Gottes"), wurde Maradona von Sevillas Teammanager und 1986er-Weltmeister-Trainer Carlos Bilardo für 750 Millionen Peseten (rund 5 Millionen Euro) verpflichtet.

"El Diego" wurde wie ein Held empfangen, als er nach Sevilla kam. Die Mannschaft und die Fans hofften, dass er den Maradona-Zauber in die Mannschaft bringen würde, nachdem er Napoli zu zwei Titeln in der Serie A verholfen und die Bewunderung der Italiener auf sich gezogen hatte, bevor er wegen eines Dopingtests für 15 Monate aus dem Fußball ausgeschlossen wurde.

Zum Mannschaftskapitän ernannt, mietete er die Villa von Juan Antonio Ruiz Roman, Spaniens berühmtestem Stierkämpfer, und nahm am 6. November 1992 den hier gezeigten silbernen Porsche in Empfang. Als eines von nur 1.200 in zwei Jahren produzierten 964 Carrera 2 Cabriolets im Werks-Turbo-Look wurde der Elfer von einem 250 PS starken 3,6-Liter-Carrera-2-Motor angetrieben und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h.

Der Porsche war ein regelmäßiger Anblick für die Fans auf seiner Fahrt zum und vom Fußballtraining. Er bewies auch, dass Maradonas rechter Fuß im Auto genauso dominant war wie sein linker am Ball. So wurde er von bewaffneten Polizisten gestoppt, weil er eine rote Ampel überfahren hatte und mit 180 km/h durch das Stadtzentrum raste.

Porsche 911 (964) Cabriolet Turbo Look (1992) von Diego Maradona

Trotz eines guten Starts mit einem frühen 3:1-Sieg gegen Bayern München in einem Vorzeige-"Freundschaftsspiel" machte Maradona mehr Schlagzeilen mit seinem dekadenten Party-Lebensstil abseits des Spielfelds, trotz seines gottgleichen Status. Nach nur einer Saison bei Sevilla wechselte Maradona nach Argentinien.

Der Porsche wurde in der Zwischenzeit an einen privaten Besitzer auf der Insel Mallorca verkauft, der ihn zwanzig Jahre lang behielt, bevor er durch die Hände mehrerer französischer Sammler ging. Seit 2016 befindet er sich im Besitz des Verkäufers und wird nun in praktisch originalem, aber gut erhaltenem Zustand angeboten, nachdem er seit seiner Neuanschaffung rund 120.000 km zurückgelegt hat.

Paul Darvill, Bonhams European Auctions Manager, sagt: "Wir freuen uns, diesen typischen 90er-Jahre-Porsche mit seiner sehr farbenfrohen und einzigartigen Provenienz zu präsentieren, der viele fußballbegeisterte Sammler weltweit ansprechen wird." Preislich erwartet Bonhams ein Ergebnis zwischen 150.000 und 200.000 Euro. Dank Promi-Bonus könnte aber noch mehr herausspringen.

Bildergalerie: Porsche 911 (964) Cabriolet Turbo Look (1992) von Diego Maradona