Serienversion des über 1.800 PS starken Supersportlers enthüllt

Es ist schon über drei Jahre her, dass Hennessey den Venom F5 als Studie auf der SEMA-Show zeigte. Es wird also wirklich Zeit, die Serienversion zu zeigen. Nun hat sie der amerikanische Hersteller enthüllt.

Die 1992 als Tuner gegründete Firma Hennessey Performance wurde mit dem Venom GT von 2010 zum Kleinserien-Hersteller von Supersportwagen. Dieses Auto schaffte 427 km/h, der Venom F5 dagegen soll über 500 km/h erreichen und damit zum schnellsten Serienauto der Welt werden.

Im Vergleich zur Designstudie sind die Lufteinlässe an der Front etwas anders geformt, auch wenn sie durch die dunkle Karosseriefarbe schlechter erkennbar sind als bei der knallgelben Studie. Auch die seitlichen Luftlöcher sind offenbar größer:

Hennessey Venom F5: Vmax-Rekord im Blick
Hennessey Venom F5: Das Exterieur

Das Heck behält seine Y-Form, doch ist der zentrale Doppelauspuff nun weiter oben angeordnet und der Diffusor wurde noch auffälliger. Auf den neuen Bildern ist der Flügel offenbar eingefahren:

Hennessey Venom F5: Vmax-Rekord im Blick
Hennessey Venom F5: Das Exterieur

Der Innenraum wurde 2017 bei der Designstudie noch nicht gezeigt, es wurde aber ein "von der Luft- und Raumfahrt inspiriertes" Interieur versprochen. Und in der Tat zeigen die Bilder der Serienversion ein Lenkrad, das aussieht wie das Steuerhorn (Flight Yoke) eines Flugzeugs. Darauf gibt es diverse Tasten; weitere sind in der schmalen Mittelkonsole angeordnet. Außerdem gibt es zwei ziemlich kleine Displays.

Hennessey Venom F5: Das Interieur

Der Venom F5 ein nicht elektrifiziertes Auto, ein Rennwagen alter Schule. Angetrieben wird er von einem 6,6-Liter-Twinturbo-V8 namens Fury. Er bringt 1.817 PS bei 8.000 Touren. Damit soll der nur 1.360 Kilo (Trockengewicht) schwere Venom F5 den klassischen Tempo-100-Sprint in 2,6 Sekunden schaffen. Nach 4,7 Sekunden sind 200 km/h erreicht, nach 8,4 Sekunden wird die 300er-Marke gerissen und nach 15,5 Sekunden hat man 400 km/h erreicht.

Beeindruckend ist auch das Drehmoment von maximal 1.617 Newtonmetern, wovon 1.356 Nm bereits bei 2.000 U/min anliegen. Verkoppelt wird der V8 mit einem halbautomatischen Siebengang-Getriebe. Das Fahrwerk soll steifer als beim Bugatti Chiron sein.

Die Frage aller Fragen aber bleibt natürlich die nach der Höchstgeschwindigkeit, denn 2017 hatte Hennessey 300 Meilen pro Stunden versprochen, also 435 km/h. Damit wär das Auto damals das schnellste Straßenauto gewesen.

Doch inzwischen hat sich die Welt weitergedreht: 2017 erreichte der Koenigsegg Agera RS 447 km/h. Zwei Jahre später schaffte der Bugatti Chiron Super Sport 300+ etwas mehr als 490 km/h. Der Koenigsegg Jesko Absolut soll 531 km/h schnell werden können, hat das aber bisher nur in einer Computersimulation bewiesen. Der SSC Tuatara hat angeblich kürzlich 533 km/h erreicht, doch der Rekord wurde in Zweifel gezogen und soll deshalb wiederholt werden.

Nun verspricht Hennessey über 500 km/h. Je nachdem, wie weit darüber das Auto liegen wird, und ob die Konkurrenz das liefern kann, was sie versprochen hat, könnte der Venom F5 also wirklich das schnellste Straßenauto werden.

Der Preis für den Venom F5 soll bei 2,1 Millionen Dollar vor Steuern liegen. Das entspricht etwa ebenso vielen Euro, wenn man noch 19 Prozent Mehrwertsteuer draufrechnet. Eine Menge Geld für Hennessey, dessen Name nicht so prestigeträchtig ist wie der von Bugatti, Koenigsegg oder Pagani. Aber wenn das Auto tatsächlich den Geschwindigkeitsrekord brechen würde, dürften die 24 geplanten Exemplare weltweit weggehen - auch wenn vielleicht kein einziger Käufer jemals schneller als 300 km/h fahren wird.

Bildergalerie: Hennessey Venom F5 (2021)