"Kristalline" Optik und viele elektrifizierte Versionen

Der Hyundai Tucson ist schon seit 2004 auf dem Markt. In Deutschland war er im Jahr 2019 der zweitbeliebteste Hyundai (nach dem i30), während er in diesem Jahr deutlich hinter den Kona zurückgefallen ist. Derzeit steht er an Platz vier der Hyundai-Verkaufsstatistik.

Die vierte Generation (die zweite hieß ix35) startet nun Ende 2020. Sie bekommt ein radikal neues Design, das von Hyundai bereits angeteasert wurde. Das zweite Highlight ist, dass nun auch dieses Modell zahlreiche elektrifizierte Antriebe erhält - Mildhybride, einen Hybrid und Plug-in-Hybrid, jedoch keine Elektroversion.

Antriebe: Vom Mildhybrid bis zum PHEV

Der neue Tucson soll das breiteste Spektrum an elektrifizierten Antriebssträngen unter den Kompakt-SUVs haben. Doch auch klassische Benziner und Diesel ohne Elektrifizierung wird es geben:

  • 1.6 T-GDI mit 150 PS, FWD oder AWD, Sechsgang-Schaltung
  • 1.6 CRDi mit 115 PS, FWD, Sechsgang-Schaltung

Mit 48-Volt-Mildhybridtechnik gibt es drei Motoren. Sie werden teils mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (7DCT), teils mit dem neuen intelligenten Sechsgang-Schaltgetriebe 6iMT von Hyundai angeboten, das beim Ausrollen automatisch auskuppelt:

  • 1.6 T-GDI mit 150 PS und FWD (6iMT oder 7DCT)
  • 1.6 T-GDI mit 180 PS und FWD oder AWD (6iMT oder 7DCT)
  • 1.6 CRDi mit 136 PS und FWD oder AWD (7DCT)

Der Hybridantrieb basiert auf dem 1.6 Liter T-GDI und einem Elektromotor mit 44,2 kW (60 PS). Dazu kommt eine Lithium-Ionen-Polymer-Batterie (1,49 kWh) und eine Sechsgang-Automatik. Wählen kann man zwischen Zweirad- und Allradantrieb. Mit einer Systemleistung von 230 PS und einem Gesamt-Drehmoment bei 350 Nm ist diese Version die Topmotorisierung.

Die Plug-in-Hybridversion basiert ebenfalls auf dem 1.6 -T-GDI. Dazu verrät Hyundai aber noch keine Details.

Hyundai Tucson (2021): Der Grill erinnert eher an einen Schuppenpanzer als an ein Gitter

Kristalline Optik, neue Maße, mehr Kofferraum

Die neue Optik ist von der Designstudie Vision T inspiriert, die 2019 auf der LA Autoshow vorgestellt wurde. Sie wirkt extrem kantig. Das auffälligste Feature ist der Kühlergrill, dessen Struktur an den Schuppenpanzer einer Echse erinnert. Die Tagfahrlichter sind seitlich integriert. Bei ausgeschaltetem Licht ist die Front mit dunklen, geometrischen Mustern bedeckt. Die LED-Tagfahrleuchten werden erst beim Einschalten sichtbar.

Am Heck gibt es eine ebenso auffällige Lichtsignatur. Dazu kommen ein Scheibenwischer, der unter dem Dachspoiler versteckt ist, und ein Hyundai-Logo aus Glas, das dreidimensional aussieht, aber bündig integriert ist.

Neun Außenfarben werden angeboten; jede kann man auch mit Bicoloroptik mit einem Dach in dunklen Tönen (Phantomschwarz oder Dark Knight) bestellen.

Der neue Tucson ist zwei Zentimeter länger als bisher, auch die anderen Maße wuchsen etwas:

  • Länge: 4.500 Millimeter (+20 mm)
  • Breite: 1.865 (+15 mm)
  • Höhe: 1.650 (+5 mm)
  • Radstand: 2.680 (+10 mm)
  • Kofferraum des Benziners: 620-1.799 Liter (+107 bzw. 296 Liter)

So sollen die Fondpassagiere mehr Beinfreiheit genießen. Auch der Kofferraum (bisher 513-1.503 Liter) ist deutlich gewachsen; bei den Benzinern bietet er nun 620-1.799 Liter Volumen. Bei den anderen Motorisierungen ist er kleiner:

  • Benzin: 620-1.799 Liter
  • Diesel: 598-1.777 Liter
  • Mildhybrid-Benziner: 577-1.756 Liter
  • Mildhybrid-Diesel: 546-1.725 Liter
  • Hybrid: 616-1.795 Liter

Beim Diesel dürfte das kleinere Volumen auf den Adblue-Tank für die NOx-Abgasreinigung zurück zu führen sein. Am stärksten ist die Stauraum-Einbuße beim Mildhybrid-Diesel. Überraschend gering ist dagegen die Einbuße beim Hybrid, wo die Batterie unter der Fondbank untergebracht ist.

Hyundai Tucson (2021): Der Heckscheibenwischer verbirgt sich unter dem Dachspoiler
Auch Heck und Flanke sind sehr kantig und "kristallin" gestaltet

Innenraum mit zwei großen Displays

Den Innenraum (oder "Interspace") mit seiner charakteristischen Doppellinie hat Hyundai bereits als Designzeichnung gezeigt, nun ist es in voller Pracht zu bewundern.Zu den Highlights gehören die Displays, darunter ein 10,25-Zoll-Touchscreen in der Mitte und ein neues Instrumentendisplay in der gleichen Größe. Beide Displays sind konfigurierbar. Das Farbschema der Instrumente ändert sich je nach gewähltem Fahrmodus.

Hyundai Tucson (2021)
Das neue Cockpit mit zwei großen Displays

Beim Ambientelicht lassen sich 64 Farben und 10 Helligkeitsstufen einstellen. Bei der Innenausstattung kann man wählen zwischen Schwarz (Stoff oder Leder), Schwarz und Moosgrau (Stoff oder Leder) und dem Farbpaket Teal (schwarze Stoff- oder Ledersitze mit blaugrünen Nähten und blaugrünen Textil-Details).

Mehr Elektronik, mehr Konnektivität

Das "Bluelink"-Infotainmentsystem bietet unter anderem eine neue Funktion, mit der man seine Infotainment-Einstellungen in einem eigenen Benutzerkonto abspeichern kann, wie Sprache, Bluetooth-Geräte, Navigations- und Spracherkennungseinstellungen sowie die Lieblingsradiosender. Zwei Hauptkonten und ein Gastkonto sind möglich. Über die Bluelink-App kann man jeweils ein Profilbild hochladen.

Über eine dazugehörige App kann man sein Auto lokalisieren, es ver- und entriegeln oder Daten wie den Tankfüllstand einsehen. Wenn man bis zu zwei Kilometer vom Zielort entfernt parkt, kann man die Last Mile Navigation aktivieren und sich beim abschließenden Fußmarsch über die Bluelink-App auf dem Smartphone führen lassen. Zudem kann man seinen Apple- oder Google-Kalender auf dem Touchscreen checken; die Synchronisierung erfolgt über die App.

Mit der neuen Cloud-basierten Navigation ("Connected Routing") werden die Routen auf einem leistungsfähigen Server berechnet, was eine bessere Berücksichtigung von Staus ermöglichen soll, genauere Ankunftszeiten und eine zuverlässigere Neuberechnung der Route. Als zusätzlicher Vorteil spart die "Autofill"-Funktionalität Zeit bei der Zielauswahl.

Das Smartphone wird über Apple CarPlay und Android Auto angebunden, teils auch drahtlos. Zu den weiteren Features gehören ein Premium-Soundsystem von Krell, eine Schale zum kabellosem Handy-Aufladen sowie USB-Anschlüsse vorne und hinten.

Schließlich gibt es durch die Online-Anbindung auch Hyundai-Live-Dienste wie Echtzeit-Infos zu Parkplätzen und Tankstellen sowie Wetter. Fahrtziele kann man von der App an das Navigationssystem im Auto senden.

Komfort: Dreizonen-Klimaautomatik und mehr

Erstmals kann Luft außer durch die normalen Lufteinlässe auch über neue Multi-Air-Schlitze in den Innenraum gelangen. Dieser von den Insassen wählbare Modus soll bei gleichem Luftvolumen zu einem sanfteren Luftstrom führen.

Statt einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik wird nun eine Drei-Zonen-Klimaautomatik angeboten, die auch die Passagiere auf den Rücksitzen optimal versorgt. Zusätzlich sorgen belüftete Sitze vorn und beheizte Sitze vorn und hinten für Komfort. Im "Fond-Schlafmodus" wird die Audioanlage so eingestellt, dass der Ton nur über die vorderen Lautsprecher wiedergegeben wird, während schlafende Fond-Passagiere nicht gestört werden.

Die Variabilität steigern die Rücksitze, die sich nun im Verhältnis 4:2:4 umklappen lassen. Dies kann auch über Hebel vom Heck aus geschehen.

Assistenzsysteme: Automatische Tempo-Anpassung etc.

Zu den sieben Airbags des neuen Tucson gehört auch einen zentralen Airbag zwischen den vorderen Passagieren, der bei einem Seitenaufprall verhindert, dass die Insassen mit den Köpfen gegeneinander schlagen.

Auch bei den Assistenzsystemen bietet der neue Tucson Neues. So erkennt das Antikollisionssystem (Forward Collision-Avoidance Assist, FCA) erstmals auch Gegenverkehr beim Linksabbiegen und bremst, wenn eine Kollision wahrscheinlich ist. Der Spurhalteassistent erkennt nun nicht nur Linienbegrenzungen, sondern auch Straßenränder ohne Linien.

Durch den Leading Vehicle Departure Alert (LVDA) wird man nun auch alarmiert, wenn der Vordermann an der Ampel schon anfährt und man selbst nicht reagiert.

Außerdem gibt es einen Highway Driving Assist (HDA), der auf der Autobahn Tempo und Abstand zum Vordermann hält sowie der Fahrspur folgt. Er wird über einen eigenen Knopf am Lenkrad aktiviert. Das Tempo kann auch automatisch reduziert werden, wenn man auf eine scharfe Kurve zufährt oder wenn man schneller als das aktuell geltende Tempolimit fährt.

Der Totwinkelassistent warnt nun nicht mehr nur, sondern greift bei Gefahr auch per Bremsung ein. Der Assistent verwendet die Frontkamera sowie Radarsensoren am Heck. Zum System gehört auch ein Querverkehr-Antikollisionssystem fürs Rückwärts-Ausparken. Wenn der Fahrer zum Spurwechsel blinkt, zeigt eines der beiden Displays eine Ansicht des toten Winkels der jeweiligen Seite an, was insbesondere bei Dunkelheit und Regen helfen soll. Ein ähnliches System erhält auch der neue Sorento von Partnermarke Kia.

Außerdem gibt es ein 360-Grad-Rundumsichtsystem und bei der Hybridversion auch ein System fürs ferngesteuerte Parken. Dabei dient der "Smart Key" als Fernsteuerung.

Nun auch mit adaptiven Dämpfern

Wie gehabt gibt es neben Zweiradantrieb auch ein Allradsystem. Letzterer wird in der Hybridversion mit Automatik mit einem neuen Terrain-Mode-Wahlschalter gekoppelt. Er bietet drei Geländemodi für Schlamm, Sand und Schnee.

In Sachen Fahrwerk sind nun optional adaptive Dämpfer (Electronic Controlled Suspension, ECS) verfügbar. Sie passen sich für jedes Rad einzeln automatisch an den Fahrstil und die Fahrbahneigenschaften an. Außerdem hat man die Wahl zwischen verschiedenen Modi, darunter Normal, Eco und Sport. Die neue Lenkung R-MDPS (Rack-mounted, motor driven Power Steering) berücksichtigt den Fahrmodus; in "Sport" soll die Lenkung sportlicher und präziser wirken.

Bei den Rädern kann man wählen zwischen 17-Zöllern (Stahl oder Alu) sowie Alufelgen in 18 oder 19 Zoll.

Der neue Tucson wird wie der Vorgänger im tschechischen Nošovice gebaut. Mit Hybridantrieb sowie mit konventionellem Diesel und Benziner (einschließlich 48-Volt-Mildhybrid) steht er Ende des Jahres beim Händler. Die Plug-in-Hybrid-Version und die N-Line-Ausstattung folgen Anfang 2021.

Bildergalerie: Hyundai Tucson (2021)