Endlich können auch wir uns einen Bugatti leisten!

Auf dem Genfer Autosalon 2019 enthüllte Bugatti sein Geschenk an sich selbst anlässlich des 110. Geburtstages der Luxusmarke: eine Neuauflage des originalen Bugatti Baby. Bugatti kündigt nun stolz den Abschluss der Design- und Testphase an. Die Produktion ist angelaufen, und schon bald werden die ersten Wagen an ihre neuen Besitzer ausgeliefert. Der Baby II wurde in Zusammenarbeit mit The Little Car Company entwickelt.

Alle 500 Fahrzeuge waren in nur drei Wochen nach ihrer Ankündigung auf dem Autosalon im vergangenen Jahr ausverkauft. Aufgrund der aktuellen globalen Gegebenheiten und der daraus resultierenden veränderten Umstände mancher Kunden, sind jedoch einige wenige Listenplätze wieder frei geworden. Diese werden nach dem Prinzip "First Come, First Serve" vergeben.

Der ursprüngliche Bugatti Baby entstand 1926, als Ettore und sein Sohn Jean sich entschlossen haben, Ettores jüngstem Sohn Roland zu seinem vierten Geburtstag eine Miniaturnachbildung des Type 35 zu schenken. Eigentlich war nur ein einziges Exemplar geplant, doch das durchwegs positive Feedback von Kunden, denen der kleine Bugatti bei ihren Besuchen in Molsheim sofort aufgefallen war, stieß eine Serienproduktion an.

Das Fahrzeug wurde zwischen 1927 und 1936 zum Verkaufsschlager. Heutzutage ist eine Sammlung ohne den beliebten Bugatti Bébé ("Baby" auf französisch) nicht vollständig. Er wurde aufgrund seiner Limitierung auf 500 Einheiten nur wenigen Glücklichen zuteil.

Bugatti Bébé II (2020) (hintere Dreiviertel-Ansicht)

Während es sich beim originalen Bugatti Bébé um eine 1:2 Version jenes Fahrzeuges handelte, das Ettore Bugatti in den 1920er Jahren zu Weltruhm verholfen hat, bietet der neue Bugatti Bébé II mehr, wenn es um Größe, aber vor allem auch Leistung geht.

Während es schon für 8-jährige schwierig ist, in das originale 1:2 Fahrzeug einzusteigen, wurde die Neuauflage mit 75% Maßstab für Jugendliche im Alter ab 14 Jahren kreiert. Der Baby II ist heute eher ein junger Erwachsener.

Der Bugatti Baby II ist in drei Versionen erhältlich: Zum einen Basismodell mit einer Karosserie aus Verbundwerkstoffen und einem 1,4-kWh-Akku. Dann der Vitesse mit Kohlefaserkarosserie, 2,8-kWh-Batterie und aufgerüstetem Antrieb, einschließlich Speed Key wie beim "großen Bruder", dem Chiron.

Bugatti Bébé II (2020) (Lenkrad)

Der Pur Sang schließlich zielt auf Sammler ab. Er verfügt über den gleichen Antrieb wie der Vitesse, wartet jedoch mit einer wunderschönen, handgefertigten Aluminiumkarosserie auf. Unter Anwendung der gleichen traditionellen Karosseriebautechniken wie beim originalen Bugatti Type 35 stecken in der Fertigung einer Aluminiumkarosserie mehr als 200 Stunden handwerkliches Können.

Nicht nur in Sachen Größe, auch in Sachen Leistung ist Bugattis Kleinster gewachsen. Der Hinterradantrieb ist geblieben, darüber hinaus verfügen alle Versionen des Baby II über ein Sperrdifferenzial, hydraulische Hochleistungsbremsen und auswählbare Fahrmodi.

Das Basismodell bietet zwei verschiedene Modi: einen Anfängermodus mit einer Leistung von 1 kW, in dem die Geschwindigkeit auf 20 km/h begrenzt ist, und einen Profimodus mit 4 kW Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Bugatti Bébé II (2020) (vorne)

Bei den Versionen Vitesse und Pur Sang kann der Fahrer ebenfalls zwischen dem Anfänger- und dem Profifahrmodus wählen, zusätzlich sorgt jedoch ein aufgerüsteter Antrieb, der über den legendären Bugatti Speed Key aktiviert wird, für ein Extra an Leistung. So können insgesamt bis zu 10 kW genutzt und ein Drehmoment von bis zu unglaublichen 828 Newtonmeter an den Hinterrädern erreicht werden.

Mit einem Gesamtgewicht von nur 230 Kilogramm werden die Modelle Vitesse und Pur Sang in diesem Modus, ihre Michelin-Hinterräder schon auf der Stelle drehen und eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h erreichen. Je nach Gewicht des Fahrers wird die 60-km/h-Marke nach nur sechs Sekunden geknackt.

Auch die Reichweite, die die Lithium-Ionen-Batterien und regenerativen Bremsen herausholen, wird, im Vergleich zu der des Original-Baby, überraschen. Bei vorsichtiger Fahrweise schafft das Basismodell eine Strecke von bis zu 25 Kilometern ohne Zwischenladen.

Bugatti Bébé II (2020) (vordere Dreiviertel-Ansicht)

Die größere Batterie des Vitesse und Pur Sang kommt auf das Doppelte, der Fahrer kann sich also über eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern freuen, vorausgesetzt, er schöpft nicht die volle Leistung seines Baby II aus. Und wenn das noch nicht reicht? Die auswechselbare Batterie kann innerhalb von Sekunden getauscht werden, und der Spaß geht weiter.

In Bezug auf das Fahrverhalten steht der Baby II seinem legendären Ahnen, dem Bugatti Type 35, in nichts nach. Auf der Grundlage eines digitalen 3D-Scans des originalen Lyon Grand Prix Wagens mit identischer Geometrie und Aufhängung konnte ein authentisches Fahrverhalten erzielt werden.

Den einzigen modernen Aspekt bieten hier die verstellbaren Dämpfer, mit denen Kunden individuelle Anpassungen am Fahrverhalten vornehmen können, die zur Glanzzeit des Type 35 unmöglich gewesen wären. Die Feinabstimmung des Fahrverhaltens wurde auf der Strecke des Prescott Speed Hill Climb, der Heimat des Bugatti Owners Club, durchgeführt.

Bugatti Bébé II (2020) (Armaturenbrett)

Zu den weiteren Merkmalen des Baby II, die Enthusiasten entzücken werden, gehören getreue, funktionstüchtige Nachbildungen der Original-Instrumente des Type 35 mit wenigen modernen Neuerungen. Zum Beispiel wurde die Tankanzeige zur Batteriestandsanzeige umfunktioniert, und als kleine Verbeugung vor dem Bugatti Veyron wurde aus der Ölstandsanzeige eine Leistungsanzeige.

Auch das klassische Vierspeichen-Lenkrad wurde im kleinen Maßstab nachgebaut und verfügt nun über eine Schnellentriegelung für einen einfacheren Einstieg in das Cockpit. Die verstellbaren Pedale sind aus massivem Aluminium gefertigt und tragen stolz das berühmte EB-Logo von Bugatti; der Kraftstoffpumpengriff wurde exakt nachempfunden, dient nun jedoch als Fahrtrichtungssteuerung.

Das Armaturenbrett aus gedrehtem Aluminium aus dem Type 35 ist ebenfalls vorhanden, mit dem Unterschied, dass maßgefertigte EB-Schalter für die LED-Scheinwerfer die Wahl zwischen Stand- und Fahrlicht ermöglichen. Und zu guter Letzt prangt vorne auf der Motorhaube jedes Wagens stolz das berühmte Bugatti- "Macaron", das ebenso wie beim Chiron aus reinem Silber besteht, nur eben um 25 Prozent kleiner ist.

Bugatti Bébé II (2020) Produktionsstart

Zusätzlich erhalten alle Besitzer eines Baby II eine Mitgliedschaft im "The Little Car Club" und im "Bugatti Owners Club". Damit dürfen sie an Veranstaltungen teilnehmen, bei denen sie, ihre Kinder und ihre Enkel ihre Autos auf bekannten Motorrennstrecken fahren können.

"Wenn man das erste Mal im Auto sitzt und sich jedes winzige Detail ansieht, erinnert mich das in gewisser Weise an die ersten Monate mit dem Chiron. Man hat das gleiche Gefühl, wenn man um das Auto herumgeht, denn überall, wohin man schaut, gibt es wunderschön konstruierte Lösungen und Designdetails, die umwerfend sind", sagt Andy Wallace, Le Mans-Gewinner und offizieller Testpilot bei Bugatti.

"Es wäre einfach, so ein Fahrzeug mit einem Viertel der Qualität zu produzieren. Aber das ist es, was an diesem Auto so brillant ist: Es ist absolut hochwertig, ein Kunstwerk auf Rädern."

Bugatti Bébé II (2020) (Draufsicht)

Dazu wird der Baby Bugatti II mit dem Speed Key zu einem schnelleren Fahrzeug. "Es ist ziemlich beeindruckend und macht Spaß, fährt sich sehr ähnlich wie der ursprüngliche Type 35. Damit ist er ein authentischer Bugatti, keine Frage."

Mit dem Basismodell ab 30.000 Euro, dem Vitesse für einen Preis von 43.500 Euro und dem Sammlermodell Pur Sang für 58.500 Euro, können sich Enthusiasten und Sammler gleichermaßen auf einen Bugatti Baby II freuen.

Bildergalerie: Bugatti Bébé II (2020) Produktionsstart