Ein-Liter-Auto auf Französisch

Name: Renault Eolab Concept
Premiere: Pariser Autosalon, Oktober 2014
Technische Daten: Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum und 78 PS Leistung plus Elektromotor mit 40 Kilowatt gleich 54 PS Leistung, 60 Kilometer elektrische Reichweite, dreistufiges Automatikgetriebe, 955 Kilogramm Gesamtgewicht 

Hintergrund:

Im Frühjahr 2014 sorgte VW mit dem XL1 für Furore: Es handelte sich um die Serienversion der Projekte 1L und L1 für ein 1-Liter-Auto. Kaum bekannt ist hingegen, das Renault im gleichen Jahr ebenfalls ein extrem sparsames Fahrzeug vorstellte, wenngleich nur als Studie.

Das Eolab Concept debütierte auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2014. Die Kleinwagen-Studie soll mit nur einem Liter Super pro 100 Kilometer auskommen, was 22 Gramm CO2 pro Kilometer entspricht. Möglich machte das ein neuer Hybridantrieb, kombiniert mit Leichtbau und ausgefeilter Aerodynamik.

Schlüsselelemente des Antriebs waren ein 78 PS starker Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum und 95 Newtonmeter Drehmoment sowie ein Elektromotor mit 40 Kilowatt oder 54 PS und 200 Newtonmeter. Der E-Motor bezog seine Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie, die 6,7 Kilowattstunden speichern konnte. Der Stromspeicher erlaubte bis zu 60 Kilometer rein elektrisches Fahren, die Höchstgeschwindigkeit im Elektromodus lag bei 120 km/h.

Eine Besonderheit war das Drei-Stufen-Getriebe, das die Kraftübertragung übernahm. Die Gangwechsel erfolgen automatisch, es handelt sich aber weder um ein CVT- noch um ein Doppelkupplungsgetriebe. Das Getriebe funktionierte ohne Kupplung – laut Renault wurde das durch eine spezielle Steuerungseinheit möglich.

Renault Eolab Concept 2014

Einen wesentlichen Beitrag zur hohen Effizienz des Eolab leistete sein geringes Gewicht von nur 955 Kilo. Im Vergleich zu einem damaligen Renault Clio war die Studie damit rund 400 Kilogramm leichter – und das trotz des rund 145 Kilogramm schweren Hybridsystems. Allein die Karosserie des Eolab wog 130 Kilo weniger als beim Clio.

Zu den Highlights gehörte das lediglich 4,5 Kilo schwere Magnesium-Dach. Auch war das Scheibenglas dünner als in der Serie, und die Heckscheibe bestand aus Kunststoff – beides sparte Gewicht. Dennoch versprach Renault zeitgemäßen Geräuschkomfort.

Auch an der Aerodynamik hatte Renault gefeilt. Der Gesamtluftwiderstand – der sich bei der Multiplikation von cW-Wert und Stirnfläche ergibt – lag mit 0,47 rund 30 Prozent unter dem Wert des Clio. Ergebnis: Bei 130 km/h Fahrgeschwindigkeit verringerte sich der Verbrauch um 1,2 Liter pro 100 Kilometer.

Renault Eolab Concept 2014

Zur Verringerung des Luftwiderstands verfügte der Eolab unter anderem über eine Luftfederung, die den Wagen ab 70 km/h um zweieinhalb Zentimeter absenkte. Außerdem gab es einen Spoiler sowie weitere Luftleitelemente hinter den Hinterrädern, die Verwirbelungen verhinderten.

Die Felgen waren im Stand offen. Beim Fahren schloss ein Mechanismus jedoch die Felgen und verringerte so den Luftwiderstand. Wenn die Bremsen dadurch zu heiß wurden, öffnen sich die Felgen wieder. Lediglich 15 Zentimeter breite, rollwiderstandsoptimierte Reifen komplettieren das Aerodynamikpaket.

Auch für den Innenraum hatte sich Renault einiges einfallen lassen, darunter ein drehbares Display für die Mittelkonsole. Insgesamt steckten laut Hersteller nahezu 100 umsetzbare und erschwingliche Innovationen in der Studie, die Schritt für Schritt Einzug in die Serie halten sollten. Das Ziel damals: ein technisch ähnliches Serienfahrzeug für breite Käuferschichten in den kommenden zehn Jahren. Noch hat Renault also vier Jahre Zeit ...

Bildergalerie: Renault Eolab Concept (2014)