120-PS-Turbobenziner erhält 48-Volt-Mildhybridystem und neues iMT-Getriebe

Im hart umkämpften B-Segment stärkt Kia dem Rio mit einem Upgrade den Rücken. Der Kleinwagen präsentiert sich zum Modelljahr 2021 mit überarbeitetem Design, mehr Technik und veränderten Antrieben.

So setzt Kia in der Topmotorisierung 1.0 T-GDI 120 erstmals ein Benzin-Mildhybridsystem ein. Gekoppelt ist das 48-Volt-Mildhybridsystem mit dem neuen "intelligenten Schaltgetriebe" (intelligent Manual Transmission, iMT), das kürzlich in den Diesel-Mildhybriden der Ceed-Familie debütierte. Der überarbeitete Rio wird im dritten Quartal 2020 in Europa eingeführt. Zu den Preisen gibt es noch keine Informationen.

48-Volt-Technologie, überarbeitete Motoren, neue Getriebe

Das Mildhybridsystem mit der Bezeichnung EcoDynamics+ beinhaltet eine 48-Volt-Lithium-Ionen-Polymer-Batterie und einen Startergenerator, der per Riementrieb mit der Kurbelwelle verbunden ist. Der Startergenerator kombiniert die Funktionen eines Elektromotors und einer Lichtmaschine.

Beim Beschleunigen unterstützt er den Verbrennungsmotor und reduziert dadurch dessen Motorlast und Emissionen. Beim Abbremsen, Bergabfahren oder Ausrollen dient er unter bestimmten Bedingungen zur Stromerzeugung und gewährleistet so eine hocheffiziente Energierückgewinnung. Für nahtlose Übergänge zwischen Antriebs- und Lademodus sorgt eine elektronische Steuerung.

Ungewöhnlich ist das Schaltgetriebe iMT, das mit dem System kombiniert wird. Es verfügt über eine elektronisch gesteuerte Kupplung ("Clutch-by-wire"), die beim Ausrollen den Motor automatisch vom Getriebe entkoppelt.

Der Verbrennungsmotor wurde ebenfalls modifiziert. Der 1,0-Liter-Turbobenziner, der neben der 120-PS-Version wie schon bisher auch in einer 100-PS-Variante angeboten wird, besitzt nun eine CVVD-Ventilsteuerung (Continuously Variable Valve Duration). Während sich die Leistung der beiden 1,0-Liter-Motoren nicht verändert hat, mobilisiert der 1.0 T-GDI 120 in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe DCT nun 200 Newtonmeter, 16 Prozent mehr als bisher. Das Mildhybridsystem wird in Deutschland ausschließlich für die 120-PS-Version angeboten. Es  reduziert die CO2-Emissionen um rund neun Prozent.

Ebenfalls überarbeitet hat Kia die dritte Motorisierung des Rio, den 1,2-Liter-Saugbenziner mit 84 PS. Der Einstiegsmotor wurde unter anderem mit einem Dual-Port-Einspritzsystem ausgestattet. Zudem wird das Sieben-Stufen-DCT, das bisher der Topmotorisierung vorbehalten war, künftig auch für den 1.0 T-GDI 100 angeboten, dessen serienmäßiges Schaltgetriebe nun sechs Gänge hat (bisher fünf).

Außerdem wurde das serienmäßige Start-Stopp-System verändert: Ist der Rio zum Stehen gekommen, schaltet die neue Version den Motor schon ab, wenn Brems- und Kupplungspedal gleichzeitig gedrückt sind. Sobald sie gelöst werden, startet der Motor wieder im zuvor eingelegten Gang. Bisher ließ sich das System nur per Kupplung und im Leerlauf aktivieren.

Kia Rio Facelift (2020)

Größerer Touchscreen und Echtzeit-Services

Verbesserungen gibt es auch beim Infotainment. Der Rio bekommt nun einen 8,0-Zoll-Touchscreen (bisher 7 Zoll, ausstattungsabhängig). Das neue Infotainmentsystem ermöglicht Bluetooth-Mehrfachverbindungen und eine Split-Screen-Funktion. 

Die Modelle mit Navigationssystem erfügen über die neuen Online-Dienste Uvo Connect mit dem Service Kia Live und der Kia Uvo-App. Kia Live bietet Echtzeit-Stauinfos und andere Online-Services wie aktuelle Kraftstoffpreise und die Anzeige von aktuellen Parkmöglichkeiten. Mit der kostenlosen Uvo-App lassen sich zum Beispiel geplante Routen an das Navigationssystem im Rio schicken, der Standort des Fahrzeugs ermitteln sowie Fahrzeuginfos abrufen.

Überarbeitetes Frontdesign und neue Interieur-Details

Das Facelift bringt einen schmaleren Grill. Der Frontstoßfänger ist nun tiefer und breiter und beinhaltet je nach Ausführung markantere Nebelscheinwerfer. Eine weitere Neuerung sind die LED-Scheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht (ausstattungsabhängig). Außerdem gibt es neue Lackfarben und Alufelgen.

Die wichtigsten Veränderungen im Interieur sind der größere Touchscreen und eine neue Instrumenteneinheit mit 4,2-Zoll-Display (bisher 3,5 Zoll, ausstattungsabhängig). Die sportliche Ausführung GT Line verfügt über schwarze Sitzbezüge mit weißen Kontrastnähten sowie ein Armaturenbrett im Carbon-Look. Und neben dem Fahrersitz ist nun auch der Beifahrersitz höhenverstellbar (ausstattungsabhängig).

Zahlreiche neue Assistenten

In Sachen Fahrerassistenzsysteme sind für die Automatikversionen künftig ein Stauassistent (Lane Follow Assist), ein Abstandstempomat mit Stop-and-Go-Funktion, ein Totwinkelwarner mit Lenkeingriff und ein Querverkehrwarner hinten inklusive Notbremsfunktion verfügbar. Unabhängig von der Getriebeart gibt es zudem eine Verkehrszeichenerkennung und der Rio meldet, wenn im stockenden Verkehr der Vordermann anfährt, ohne dass man selbst reagiert.

Bildergalerie: Kia Rio Facelift (2020)