Einer der beiden Prototypen ist ein M Sport

In der ausgefallenen Terminologie von BMW beschreibt "Life Cycle Impulse" jenes größere Facelift, denen ihre Produkte etwa drei bis vier Jahre nach der Einführung einer Generation unterzogen werden. Die siebte Generation der 5er-Reihe, intern G30 genannt, wurde bereits im Oktober 2016 vorgestellt und ging Anfang 2017 in den Verkauf. Inzwischen gibt es einen neuen Audi A6 und eine üppige Modellpflege der Mercedes E-Klasse. Ergo muss auch der 5er frisch und wettbewerbsfähig bleiben.

Unsere Spione hatten jetzt ein Tête-à-Tête mit einigen Erlkönigen des überarbeiteten 5er, wobei einer davon ein höherwertiges Modell im M-Sport-Design war.  Man kann die beiden leicht durch die größeren Lufteinlässe und die Räder unterscheiden, ganz zu schweigen von der blauen Lackierung im Vergleich zur schwarzen Lackierung des normaleren Prototyps. Beide haben die gleichen Auspuffendrohre, aber die der M-Sport-Variante haben eine schwarze Optik, die sich auch an der vorderen Kotflügelflanke bemerkbar macht.

Obwohl beide Prototypen vorne und hinten reichlich Tarnung aufweisen, kann man leicht erkennen, dass die Autos mit neu gestalteten Scheinwerfer und Rückleuchten durch die Gegend fahren. Unsere Fotografen konnten Bilder machen, während die beiden Autos nach rechts abbogen und so die aktualisierten Blinker sichtbar machen. Es ist der hintere, der unsere Aufmerksamkeit erregt, da die LED-Lichtleiste in derselben Weise von oben nach unten verschoben wird wie beim aktuellen 3er.

Einige Änderungen an den vorderen und hinteren Stoßfängern sind ebenfalls für verschiedene Ausstattungsvarianten geplant, aber das ist nichts Besonderes. Wir freuen uns zu berichten, dass die Größe des Nierengrills mit dem Facelift nicht wesentlich zunehmen wird, was wir von anderen neueren Produkten von BMW nicht behaupten können. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Innenraum massive Veränderungen erfährt, da dies nicht das ist, was das Unternehmen normalerweise bei LCIs macht. Dennoch erwarten wir die neuesten Versionen des digitalen Cockpits und des iDrive-Infotainmentsystems sowie möglicherweise noch mehr Sicherheitstechnik.

BMW 5er Facelift (2020) als Erlkönig erwischt

Um eine Midlife-Crisis zu vermeiden, soll die 5er-Serie eine starke Plug-in-Hybridvariante erhalten, die sich im Setup beim größeren 745e xDrive mit einer kombinierten Leistung von 388 PS aus einem 3,0-Liter-Turbo-Sechszylinder und einem Elektromotor bedient. Das sollte sich in einer anständigen Leistung niederschlagen, wenn man bedenkt, dass der schwerere 745e 4,9 Sekunden braucht, um auf 100 km/h zu kommen, obwohl er fast 2.200 Kilogramm wiegt. Bereits im September 2019 hatte BMW erste Motoren im 5er auf 48-Volt-Mildhybridtechnik umgestellt, mit dem LCI werden weitere folgen. 

Neben der neuen Plug-in-Hybridvariante soll BMW auch an einer limitierten M5 CS-Sonderedition arbeiten. Wir haben im Oktober 2019 tatsächlich einen ungetarnten Prototypen auf goldenen Rädern und mit einer "CS"-Plakette gesehen, also wissen wir, dass er wahrscheinlich bald kommen wird. Wir haben gehört, dass ein neuer Twin-Turbo-V8 mit mehr als den 625 PS des M5 Competition in Arbeit ist, aber er wird erst in ein paar Jahren erwartet. Der Motor mit dem Codenamen "S68" soll deutlich kompakter sein als das aktuelle Aggregat und soll angeblich eine "drastische Verbesserung" darstellen.

Offiziell präsentiert werden sollte das 5er-Facelift im Sommer und noch vor Ende 2020 auf den Markt kommen. Inwieweit die gegenwärtige Corona-Krise diese Planungen beeinflusst, bleibt abzuwarten.

Quelle: Automedia