Sie nennen sie bescheiden "die heilige Dreifaltigkeit der Moderne"

Gefühlt schreiben wir seit Wochen nur noch darüber, wie viel Zeit alle plötzlich haben und dass Sie sich doch unbedingt Video X oder Story Y ansehen sollen, wenn Sie etwas Sinnvolles mit Ihrer Zeit anfangen wollen.

Nun, es ist wieder so weit! Bugatti hat seine selbsternannte "Heilige Dreifaltigkeit der Bugatti-Moderne" für eine ziemlich epische Fotoreihe zusammengebracht und Sie können sich die faszinierenden Bilder der drei Preziosen EB110, Veyron und Chiron nun ganz in Ruhe ansehen.

Besondere Coolness erlangen die in Dubai und auf der F1-Strecke von Abu Dhabi aufgenommenen Bilder allein schon dadurch, dass die drei Meilensteine der letzten knapp 30 Bugatti-Jahre allesamt in Schwarz daherkommen. Allen gemeinsam sind übrigens der Allradantrieb, das Carbon-Monocoque und natürlich die vier Turbos. Sollten Sie noch mehr Angeber-Wissen zu diesen drei Hypercars aufsaugen wollen, haben wir da mal ein bisschen was für Sie zusammengetragen ...

Bugatti EB110 Super Sport

Romano Artioli kreiert Anfang der 1990er Jahre mit dem EB110 den ersten Supersportwagen der Neuzeit. EB steht natürlich für Ettore Bugatti, 110 für seinen 110. Geburtstag. Zur Präsentation in Paris am 15. September 1991 – am 110. Geburtstag Ettore Bugattis – enthüllt Bugatti ziemlich sensationelle Technik: Nur 125 Kilo wiegt das leichte Monocoque, das erstmals bei einem Serienauto aus Carbon ist. Für die Karosserie kommen unter anderem Aluminium und Carbon zum Einsatz, die Räder werden aus Magnesium gegossen, die Schrauben bestehen aus Titan.

Angetrieben wird der EB110 von einem 3,5-Liter-V12-Mittelmotor mit vier Turboladern und einer Höchstdrehzahl von 8.250 U/min. 60 Ventile sorgen für einen schnellen Gaswechsel, die vier Turbos arbeiten mit einem Ladedruck zwischen 1,05 und 1,2 bar.

Von 0 auf 100 km/h sprintet der EB110 in bestenfalls 3,26 Sekunden. Er ist damit das schnellste Serienauto seiner Zeit. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 351 km/h. Mit dem EB110 stellt Bugatti vier Weltrekorde auf, unter anderem für die schnellste Beschleunigung, den schnellsten Seriensportwagen, als schnellster Sportwagen mit Gas betrieben und schnellstes Serienauto auf Eis.

Bis 1995 entstehen nur 96 Einheiten des EB110 GT sowie weniger als 40 der leichteren und stärkeren Variante EB110 Super Sport und zusätzlich zwei offizielle Werksrennwagen mit 670 PS. 550 Millionen Lira einschließlich Wartungen und Verschleißteilen für die ersten drei Jahre kostete der Super Sport im Jahr 1992. Seither steigen die Preise. Vergangenes Jahr zahlte ein Bieter bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby‘s für einen EB110 Super Sport von 1994 etwa 2,03 Millionen Euro.

Bugatti EB110, Veyron, Chiron - Drei Supersportler aus drei Jahrzehnten

Bugatti Veyron 16.4. Super Sport

Die Markteinführung des Veyron 16.4 erfolgt 2005. Der Veyron läutet das neue Jahrtausend ein und katapultiert sich in eine neue Dimension. Wieder setzt der französische Hersteller auf ein Carbon-Monocoque, Allradantrieb und vier Turbolader. Das wohl erste echte Hypercar der Welt leistet über 1.000 PS und erreicht eine Höchsgeschwindigkeit 407 km/h.

Der neu entwickelte 8,0-Liter-W16 bringt es anfangs auf 1.001 PS und 1.500 Newtonmeter Drehmoment. Damit beschleunigt das Coupé von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden, 200 km/h erreicht der Veyron in 7,3 Sekunden.

2010 erscheint der noch brachialere Veyron Super Sport mit 1.200 PS. Die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 415 km/h. Im gleichen Jahr stellt der Veyron 16.4 Super Sport einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf: Mit 431,072 km/h ist er der schnellste Serien-Supersportwagen der Welt.

Nur 450 Fahrzeuge des Veyron 16.4., davon 48 Super Sport, entstehen bis 2015 in Handarbeit am Stammsitz in Molsheim und sind heute gesuchte Sammlerobjekte. Seit Markteinführung stiegen die Preise für einen Veyron durchschnittlich um 30-35 Prozent ­­– Tendenz steigend.

Bugatti Chiron

2016 löst der Chiron den Veyron ab. 1.500 PS gab es bis dato noch nie in einem Serienfahrzeug. Das Drehmoment von 1.600 Newtonmeter ist ebenfalls ziemlich furchteinflößend. Von 0 bis 100 km/h vergehen 2,4 Sekunden, bis 200 km/h 6,1 Sekunden und die 300-km/h-Marke erreicht der Chiron in 13,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird beim Serienfahrzeug für den Straßenverkehr bei 420 km/h abgeregelt.

Auf den Bildern sehen Sie übrigens einen Chiron von 2017 in „Grey Carbon“ und hellem Leder „Terre D‘ Or“ mit matt grau lackierten Felgen.

2019 überschreitet Bugatti mit dem Chiron als erster Automobilhersteller die 300 Meilen pro Stunde. Den Geschwindigkeitsrekord für Serienfahrzeuge steigern die Molsheimer auf 304,773 mph (490,484 km/h).

Von den geplanten 500 Fahrzeugen sind bereits mehr als 250 gebaut und ausgeliefert – zum Stückpreis von mindestens 2,65 Millionen Euro vor Steuern.

Bildergalerie: Bugatti EB110, Veyron, Chiron - Drei Supersportler aus drei Jahrzehnten