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Porsche Taycan (2019): Wir haben ihn konfiguriert
Wirklich billig ist das Vergnügen nicht

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
5. Sep. 2019 um 11:22 Uhr
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Im großen Rahmen hat Porsche gestern den Taycan vorgestellt, einen Elektro-Sportwagen mit immensen Leistungsdaten: 625 PS (680 mit kurzfristigem Overboost), 850 Newtonmeter, 260 km/h Spitze und 3,2 Sekunden auf Tempo 100 beim Taycan Turbo, dazu eine Reichweite von 381 bis 450 Kilometer. Noch extremer ist der Taycan Turbo S: 761 PS im Overboost und 1.050 Nm Drehmoment. Falls Sie sich zu Recht fragen, warum an einem Elektroauto der Name Turbo, also eines mechanischen Bauteils, steht: Er dient zur internen Unterscheidung, weil Porsche noch in diesem Jahr weniger leistungsstarke Varianten nachschieben wird.
Die Rivalen des Porsche Taycan:
Tesla Model S und Model X: Jetzt bis zu 610 Kilometer Reichweite
Audi e-tron GT concept: Taycan mit vier Ringen
So bleibt der Taycan aber vorerst ein teures Vergnügen: Der Porsche Taycan Turbo S und Taycan Turbo sind ab sofort bestellbar und kosten in Deutschland inklusive länderspezifischer Ausstattung und Mehrwertsteuer 185.456 Euro beziehungsweise 152.136 Euro. Nehmen wir einmal an, der Taycan hätte mich spontan in seinen Bann gezogen und auf meinem Konto ist genügend Geld vorhanden. Wie würde meine persönliche Konfiguration aussehen?
Eins steht für mich fest: Der Taycan Turbo reicht absolut aus, zudem wirkt er aus meiner Sicht ruhiger und eleganter als der ultramodern gestaltete Turbo S, der optisch der Studie Mission E von 2015 nahe kommt. Bereits durch diese Entscheidung habe ich einen Batzen Geld gespart.
An Uni-Farben gibt es ein Weiß und ein Schwarz, doch auch Metallic kostet keinen Aufpreis. Satte 2.380 Euro kostet das "Karminrot" auf unserem Bild unten. Meine Wahl: "Enzianblaumetallic" (siehe Foto ganz oben) oder noch lieber "mambagrünmetallic" mit Anleihen an British-Racing-Green. Ebenfalls serienmäßig sind 20 Zoll große "Taycan Turbo Aero Räder", möglich sind auch 21-Zoll-Felgen, die bis zu 7.000 Euro extra kosten. Ich belasse es bei den Serienfelgen.

Kommen wir zur Innenausstattung: Inklusive ist sogenanntes "Glattleder". Veganer wird die kostenlose Option auf eine lederfreie Ausstattung freuen. Ich entscheide mich aber für das "Clubleder trüffelbraun" für 2.207 Euro. Serienmäßig sind auch 14-fach elektrisch verstellbare Komfortsitze vorn mit Memory-Paket. Beim Exterieur gibt es ein "SportDesign"-Paket, von dem auch Teilumfänge erhältlich sind. Lust auf einen seitlichen Schriftzug "electric"? Kostet nix, aber man muss ja seine Öko-Vorliebe nicht unbedingt herausschreien. 208,25 Euro kostet die Beschriftung der Türen mit der Modellbezeichnung. Ich mache mein Kreuz lieber bei den elektrisch anklappbaren Außenspiegeln (297,50 Euro).
Weiter gehts: Ich lese "Der Porsche Electric Sport Sound verstärkt den fahrzeugeigenen Sound und lässt ihn noch emotionaler klingen - sowohl außerhalb, als auch im Innenraum des Fahrzeugs. Aktivierbar/deaktivierbar über das Porsche Communication Management." Hm. Will ich bei einem Elektroauto viel Sound haben? Eher nicht, also spare ich mir die 499,80 Euro. Hinterachslenkung inklusive Servolenkung Plus? Das macht schon eher Sinn, 2.332,40 Euro sind gebucht. Keramikbremsen für bis zu 6.783 Euro hingegen nicht. Laut Porsche bremst man mit dem Taycan eh so selten (Stichwörter One-Pedal-Driving und Rekuperation), dass die Bremsbeläge theoretisch bis zu 800.000 Kilometer halten. Sparen würde ich mir auch das Sport-Chrono-Paket (1.112,65 Euro), weil die dazugehörige Uhr wie ein Fremdkörper im Cockpit thront.
Geräusch- und Wärmeschutzverglasung für 1.338,75 Euro? Gerne, ich will es innen schön leise haben. Panorama-Festglasdach (1.606,50 Euro)? Auch empfehlenswert. Ich saß bereits im recht flachen Taycan, mehr Licht schadet dort nicht. Was nehme ich noch? Den ParkAssistent inklusive Surround View (1.416,10 Euro) plus "Porsche InnoDrive inklusive Abstandsregeltempostat" (3.070,20 Euro), eine Art vorausschauender Tempomat. Hier muss ich noch eine Lenkradheizung (267,75 Euro) hinzufügen. 773,50 Euro investiere ich für den Spurwechselassistent alias Totwinkelwarner. Aus persönlicher Holz-Vorliebe kommen noch 1.630,30 Euro dazu, alternativ gäbe es auch Carbon oder Aluminium.

Muss es das Beifahrerdisplay (1.023,40 Euro) sein? Soll sich mein Co-Pilot in die Routenplanung einmischen? Eher nicht, zudem hat der Taycan bereits so mehr als genug Displays an Bord. Lieber gönne ich mir Digitalradio (476 Euro) und die fette Burmester Hi-Fi-Anlage (4.587,45 Euro). Bei einem Elektroauto kommt natürlich noch spezielles Zubehör dazu: Etwa ein optionaler On-Board DC-Lader zur Erhöhung der maximalen Ladeleistung an öffentlichen 400 Volt-Gleichstrom-Ladesäulen. Durch die Erhöhung der Ladeleistung auf bis zu 150 kW lässt sich die Ladezeit verkürzen. Kostenpunkt: 416,50 Euro. Die Wärmepumpe (773,50 Euro) nutzt die Abwärme des Antriebstrangs zum effizienten Erwärmen des Fahrzeug-Innenraumes. Bei Außentemperaturen unterhalb von 20 Grad Celsius und aktivierter Klimatisierung hilft die Wärmepumpe Energie einzusparen und hat einen positiven Effekt auf die Reichweite. Der "Porsche Intelligent Range Manager" (285,60 Euro) justiert routenbasiert die maximale Geschwindigkeit sowie die Klimaanlage, um Ihre Lade- und Fahrzeit bei maximalem Komfort zu minimieren. Ladekabel für das Laden an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen mit 4,5 Metern Länge? 297,50 Euro.
Es ist vollbracht: Sonderausstattung für insgesamt 21.777 Euro steckt in "meinem" Taycan Turbo, dabei war ich noch relativ zurückhaltend. Gesamtpreis: 173.913 Euro und damit immer noch deutlich unter dem Turbo S. Fest steht aber auch, dass sich Porsche viele Kleinigkeiten gut bezahlen lässt. Aber der Taycan ist sicherlich kein Fahrzeug für Sparfüchse, sondern in mehrfacher Hinsicht die rollende Ausführung der Barack-Obama-Aussage: "Yes, we can!"
Bildergalerie: Porsche Taycan (2020)
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