Alles zur dritten Generation des Kompakt-SUVs

Ford präsentiert die dritte Generation des Kuga. Das Kompakt-SUV kommt gleich mit drei verschiedenen Hybridsysteme auf den Markt: als Kuga Plug-in Hybrid, als Kuga EcoBlue Hybrid (Diesel mit Mildhybridsystem) und als Kuga Hybrid (als Vollhybrid). Erste Bilder und Infos gab es im April 2019, nun sind auch die Preise fix; sie beginnen bei 31.900 Euro.

Technische Basis für die neue Version ist die C2-Plattform, auf der auch der neue Focus aufbaut, was man auf unserem Vergleichsbildern erkennt:

Ford Kuga 2019 Front
Ford Focus 2018 Front

Der neue Kuga wächst um neun Zentimeter auf 4,61 Meter – damit ist er etwa zehn Zentimeter länger als der Segmentbestseller Tiguan. Der Radstand wuchs um 20 Millimeter auf 2.710 Millimeter. Die Rückbank ist (wie beim Tiguan) längs verschiebbar. Per Auslösemechanismus lassen sich die hinteren Sitze zudem zu einem ebenen Ladeboden umklappen. Das Kofferraumvolumen sinkt trotz der gewachsenen Außenmaße, was aber an der verschiebbaren Rückbank liegen könnte. Ford gibt jedenfalls nunmehr 435 bis 1.534 Liter an, bisher lag das Volumen bei 456 bis 1.653 Liter.

Ford Kuga 2019

Bereits Anfang 2019 hat Ford angekündigt, dass – beginnend mit dem Ford Focus – jede Pkw- und Nutzfahrzeug-Baureihe künftig mindestens eine elektrifizierte Variante bekommt. Der Kuga ist sogar mit drei Hybrid-Optionen lieferbar: Mild-, Voll- und Plug-in-Hybrid.

  Leistung Antrieb / Getriebe Basispreis (Ausstattung)
1.5 Ecoboost (Turbobenziner) 150 PS Front / Schaltung  31.900 Euro (Titanium)
2.0 Ecoblue Hybrid (mHEV) 150 PS Front / Schaltung  34.400 Euro (Titanium)
2.0 Ecoblue (Diesel) 190 PS Allrad / 8-Gang-Autom. 39.500 Euro (Titanium)
2.5 PHEV (Plug-in-Hybrid) 225 PS Front / CVT 39.300 Euro (Titanium)
(Vollhybrid) (225 PS?) (Front / CVT?) k.A.

Neben den in der Tabelle erwähnten Versionen wurde im April auch noch ein 1,5-Liter-Diesel mit 120 PS angekündigt, der sich in der nun veröffentlichten Preisliste (noch) nicht findet.

Der Kuga 2.5 PHEV hat einen Plug-in-Hybridantrieb. Er kombiniert einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, der nach dem Atkinson-Prinzip arbeitet, mit einer E-Maschine und einer Lithium-Ionen-Batterie (14,4 kWh). Die Systemleistung liegt bei 225 PS, die elektrische Reichweite wird mit 56 Kilometer nach WLTP angegeben. Das Aufladen an der 230-Volt-Steckdose dauert rund vier Stunden. Vier verschiedene Modi sind wählbar: EV Auto, EV Now, EV Later und EV Charge. Ist die Batterie so gut wie leer, wechselt der Kuga automatisch in den EV Auto-Modus. Dann übernimmt wieder der Benzinmotor, der – je nach Ladezustand durch das Rekuperieren – vom E-Antrieb zugunsten einer höheren Verbrauchseffizienz unterstützt wird. Der Kofferraumvolumen der Plug-in-Hybrid-Version ist mit 405 bis 1.481 Liter wie üblich etwas kleiner als bei den normalen Antrieben. Das gleiche gilt für den Kraftstofftank (45 statt 54 Liter).

Der Kuga 2.0 EcoBlue Hybrid besitzt ein Mild-Hybridsystem. Es basiert auf einem 2,0-Liter-Turbodiesel mit 150 PS und einem riemengetriebenen Starter-Generator (RSG). Ähnlich wie bei den jüngst vorgestellten Mildhybrid-Versionen auf Basis des 1.0 Ecoboost ersetzt der RSG die Lichtmaschine, dient zur Rekuperation und unterstützt den Antrieb bei niedrigen Drehzahlen mit zusätzlichem Drehmoment. Als Energiespeicher dient ein luftgekühlter 48 Volt-Lithium-Ionen-Akku. Der Spritverbrauch soll bei etwa 5,0 Liter/100 km (132 g/km CO2) liegen.

Der Ford Kuga mit Vollhybrid-Antrieb folgt Ende 2020. Er bekommt die gleichen Komponenten wie die Plug-in-Version: 2,5-Liter-Benziner, E-Maschine und Lithium-Ionen-Akku. Auch das von Ford entwickelte, stufenlose automatische Getriebe wird vom Plug-in-Hybrid übernommen. Der Kuga Hybrid wird als Fronttriebler und als Allradler angeboten. Ford rechnet mit einem Verbrauch von 5,6 Liter/100 km (130 g/km CO2).

Alle Versionen erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Dazu haben auch die Benziner einen Partikelfilter an Bord. Zu den Besonderheiten des 1.5 Ecoboost gehört die Zylinderabschaltung: Im Teillastbetrieb wird einer von den drei Zylindern stillgelegt, was Sprit spart. Der Motor besitzt auch eine Kombination aus Saugrohr- und Direkteinspritzung. Den 2.0 Ecoblue wird es nur als Allradler geben. Neben einer Sechsgang-Schaltung wird eine Achtgang-Automatik angeboten, allerdings nur für die beiden Diesel. 

Erstmals bekommt der Kuga (wie der Focus) einen Fahrmodus-Schalter. Zu den vom Focus bekannten Einstellungen Normal, Sport und Eco kommen hier noch "Rutschig" sowie "Tiefschnee/Sand".

Ebenfalls vom Focus her bekannt ist "FordPass Connect". Dazu gehören ein WLAN-Hotspot für bis zu zehn Endgeräte, Echtzeit-Stauinfos fürs Navi sowie (über die FordPass App) Fahrzeugortung, Information über Fahrzeugdaten (Tankfüllung, Ölstand und mehr), Fernsteuerungsfunktionen (Ver- und Entriegeln des Autos) und eCall-Notruf.

Ford Kuga 2019

Im Cockpit gibt es serienmäßig einen Acht-Zoll-Touchscreen. Optional angeboten werden ein 12,3-Zoll-Display, das die konventionellen Instrumente ersetzt, sowie ein Head-up-Display auf Basis einer Plexiglasscheibe angeboten. Zum sonstigen Technikangebot gehören eine sensorgesteuerte Heckklappe und eine Geräuschkompensation über Interferenz (Active Noise Cancellation). Teilautonom fahren kann der Kuga mit der Kombination aus Spurhalteassistent und intelligentem Abstandstempomaten. Letzterer bezieht auch das (über Navi oder Verkehrsschilderkennung bekannte) Tempolimit mit ein

Der Einparkassistent übernimmt bei Automatik-Autos sogar das Gasgeben. Zu den weiteren Assistenz-Funktionen gehören ein Ausweich-Assistent und eine Falschfahrer-Warnfunktion. Die intelligenten LED-Scheinwerfer bieten die Funktionen Ausblendung des Gegenverkehrs und kamerabasiertes Kurvenlicht. Erstmals wird auch eine Sitzheizung für die äußeren Rücksitze angeboten. Je nach Variante darf der Kuga Anhänger bis zu 2.250 Kilo an den Haken nehmen. Dafür werden eine manuell abnehmbare sowie eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung angeboten.

In Deutschland zählte der Kuga im Jahr 2018 (ca. 42.000 Stück) nach dem Focus (49.000 Stück) und dem Fiesta (47.000 Stück) zu den Bestsellern der Marke. Marktstart für den neuen Kuga ist Ende 2019, die Ausstattungen heißen Titanium, Titanium X und ST-Line X.

Bildergalerie: 2019 Ford Kuga