Dritte Generation des Kompakt-SUVs vorgestellt

Ford präsentiert die dritte Generation des Kuga. Das Kompakt-SUV kommt gleich mit drei verschiedenen Hybridsysteme auf den Markt: als Kuga Plug-in Hybrid, als Kuga EcoBlue Hybrid (Diesel mit Mildhybridsystem) und als Kuga Hybrid (als Vollhybrid). 

Technische Basis für die neue Version ist die C2-Plattform, auf der auch der neue Focus aufbaut, was man auf unserem Vergleichsbildern erkennt:

Ford Kuga 2019 Front
Ford Focus 2018 Front

Der neue Kuga ist 89 Millimeter länger als der alte, müsste also bei etwa 4,61 Meter liegen – damit ist er etwa zehn Zentimeter größer als der Segmentbestseller Tiguan. Der Radstand wuchs um 20 Millimeter auf 2.710 Millimeter. Die Rückbank ist (wie beim Tiguan) längs verschiebbar. Per Auslösemechanismus lassen sich die hinteren Sitze zudem zu einem ebenen Ladeboden umklappen. Das Kofferraumvolumen wurde noch nicht verraten, bisher lag es bei 456 bis 1.653 Liter.

Bereits Anfang 2019 hat Ford angekündigt, dass – beginnend mit dem Ford Focus – jede Pkw- und Nutzfahrzeug-Baureihe künftig mindestens eine elektrifizierte Variante bekommt. Der Kuga ist nun die erste Baureihe, die gleich mit drei Hybrid-Optionen lieferbar ist: Mild-, Voll- und Plug-In-Hybrid. 

Bereits zum Marktstart steht der Kuga als Plug-in-Hybrid zur Wahl. Der Antrieb kombiniert einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, der nach dem Atkinson-Prinzip arbeitet, mit einer E-Maschine und einer Lithium-Ionen-Batterie (14,4 kWh). Die Systemleistung liegt bei 166 kW (225 PS). Die elektrische Reichweite liegt bei 50 Kilometer. Das Aufladen an der 230-Volt-Steckdose dauert rund vier Stunden. Vier verschiedene Modi sind wählbar: EV Auto, EV Now, EV Later und EV Charge. Ist die Batterie so gut wie leer, wechselt der Kuga automatisch in den EV Auto-Modus. Dann übernimmt wieder der Benzinmotor, der – je nach Ladezustand durch das Rekuperieren – vom E-Antrieb zugunsten einer höheren Verbrauchseffizienz unterstützt wird.

Der Kuga EcoBlue Mild-Hybrid nutzt einen 2,0-Liter-Turbodiesel mit 150 PS und einen riemengetriebenen Starter-Generator (Belt-driven Integrated Starter/Generator, BISG). Ähnlich wie bei den jüngst vorgestellten Mildhybrid-Versionen auf Basis des 1.0 Ecoboost ersetzt der BISG die Lichtmaschine, dient zur Rekuperation und unterstützt den Antrieb bei niedrigen Drehzahlen mit zusätzlichem Drehmoment. Als Energiespeicher dient ein luftgekühlter 48 Volt-Lithium-Ionen-Akku. Der Spritverbrauch soll bei etwa 5,0 Liter/100 km (132 g/km CO2) liegen.

Der Ford Kuga mit Vollhybrid-Antrieb folgt Ende 2020. Er bekommt die gleichen Komponenten wie die Plug-in-Version: 2,5-Liter-Benziner, E-Maschine und Lithium-Ionen-Akku. Auch das von Ford entwickelte, stufenlose automatische Getriebe wird vom Plug-in-Hybrid übernommen. Der Kuga Hybrid wird als Fronttriebler und als Allradler angeboten. Ford rechnet mit 5,6 Liter/100 km (130 g/km CO2).

40 Prozent der Verkäufe sollen auf die elektrifizierten Versionen entfallen. Daneben gibt es (wie bisher) einen 1,5-Liter- und einen 2,0-Liter-Diesel sowie einen 1,5-Liter-Turbobenziner in zwei PS-Stufen: 

  Zylinder Verbrauch (ca.) CO2
1.5 Ecoboost (120 PS) 3 k.A. k.A.
1.5 Ecoboost (150 PS) 3 k.A. k.A.
1.5 Ecoblue (120 PS) 4 4,8 Liter/100 km 127 g/km
2.0 Ecoblue (190 PS) 5 5,7 Liter/100 km 150 g/km

Alle Versionen erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Dazu haben auch die Benziner einen Partikelfilter an Bord. Zu den Besonderheiten des 1.5 Ecoboost gehört die Zylinderabschaltung: Im Teillastbetrieb wird einer von den drei Zylindern stillgelegt, was Sprit spart. Der Motor besitzt auch eine Kombination aus Saugrohr- und Direkteinspritzung. Den 2.0 Ecoblue wird es nur als Allradler geben. Neben einer Sechsgang-Schaltung wird eine Achtgang-Automatik angeboten, allerdings nur für die beiden Diesel. 

Erstmals bekommt der Kuga (wie der Focus) einen Fahrmodus-Schalter. Zu den vom Focus bekannten Einstellungen Normal, Sport und Eco kommen hier noch "Rutschig" sowie "Tiefschnee/Sand".

Ebenfalls vom Focus her bekannt ist "FordPass Connect". Dazu gehören ein WLAN-Hotspot für bis zu zehn Endgeräte, Echtzeit-Stauinfos fürs Navi sowie (über die FordPass App) Fahrzeugortung, Information über Fahrzeugdaten (Tankfüllung, Ölstand und mehr), Fernsteuerungsfunktionen (Ver- und Entriegeln des Autos) und eCall-Notruf.

Im Cockpit gibt es (offenbar serienmäßig) einen Acht-Zoll-Touchscreen. Optional werden ein 12,3-Zoll-Display, das die konventionellen Instrumente ersetzt, sowie ein Head-up-Display auf Basis einer Plexiglasscheibe angeboten. Zum sonstigen Technikangebot gehören eine sensorgesteuerte Heckklappe und eine Geräuschkompensation über Interferenz (Active Noise Cancellation). Teilautonom fahren kann der Kuga mit der Kombination aus Spurhalteassistent und intelligentem Abstandstempomaten. Letzterer bezieht auch das (über Navi oder Verkehrsschilderkennung bekannte) Tempolimit mit ein

Der Einparkassistent übernimmt bei Automatik-Autos sogar das Gasgeben. Zu den weiteren Assistenz-Funktionen gehören ein Ausweich-Assistent und eine Falschfahrer-Warnfunktion. Die intelligenten LED-Scheinwerfer bieten die Funktionen Ausblendung des Gegenverkehrs und kamerabasiertes Kurvenlicht. Erstmals wird auch eine Sitzheizung für die äußeren Rücksitze angeboten. Je nach Variante darf der Kuga Anhänger bis zu 2.250 Kilo an den Haken nehmen. Dafür werden eine manuell abnehmbare sowie eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung angeboten.

In Deutschland zählte der Kuga im Jahr 2018 (ca. 42.000 Stück) nach dem Focus (49.000 Stück) und dem Fiesta (47.000 Stück) zu den Bestsellern der Marke. Marktstart für den neuen Kuga ist Ende 2019, die Ausstattungen heißen Titanium, ST-Line und Vignale. Die Preise sind noch nicht bekannt.

Bildergalerie: 2019 Ford Kuga