Mehr Leistung und eine schärfere Optik

Sollte man einen Ferrari tunen? Braucht ein solches Auto noch Veredelung und Feinschliff? Nun, offenbar gibt es Kunden, die dieser Meinung sind und daher bei Novitec im Unterallgäu anklopfen. Jetzt zeigt die Firma aus Stetten ihr Programm für den Ferrari Portofino, dem Nachfolger des California T.

600 PS und 760 Newtonmeter Drehmoment holt der Portofino ab Werk aus seinem 3,9-Liter-V8 mit Biturboaufladung. Von Novitec wurden spezielle Kennfelder für die beiden hauseigenen N-Tronic-Module entwickelt, die im Plug & Play-Verfahren an das elektronische Motormanagement des Fahrzeugs adaptiert werden. Sie steuern nicht nur Einspritzung und Zündung mit performance-optimierten Kennfeldern, sondern erhöhen auch den Ladedruck. In dieser Konfiguration bietet das Triebwerk dann 668 PS und produziert ein maximales Drehmoment von 851 Newtonmeter.

Um die Leistungsausbeute weiter zu optimieren, installiert der süddeutsche Veredler zusätzlich eine Novitec-Hochleistungsauspuffanlage, die in verschiedenen Versionen mit oder ohne Soundmanagement per integrierter Abgasklappen angeboten wird. Je nach Variante und abhängig vom verwendeten Material (Edelstahl oder dem auch in der Formel 1 eingesetzten, besonders leichten und hitzebeständigen Werkstoff Inconel) kann nicht nur noch mehr Leistung erzielt werden, sondern auch bis zu elf Kilogramm Gewicht eingespart werden. Ein weiteres Performance-Plus kann laut Novitec mit 100-Zeller-Sportmetallkatalysatoren erzielt werden.

In der maximalen Stufe 3 leistet der von Novitec getunte V8-Biturbo dann 684 PS bei 7.400 U/min. Bei 4.750 Touren steht das maximale Drehmoment von 871 Newtonmeter zur Verfügung. Das hat Folgen: Nach 3,2 Sekunden erreicht der getunte Ferrari Portofino 100 km/h, ein Plus von 0,3 Sekunden gegenüber der Serienversion. Auch die Höchstgeschwindigkeit steigt leicht auf 325 km/h.

Novitec Ferrari Portofino

Im Angebot ist außerdem ein maßgeschneidertes Aerodynamik-Programm, dessen Komponenten in Sicht-Carbon gefertigt werden. Der neue Frontspoiler reduziert beim Ferrari Portofino in Kombination mit jeweils einem Luftleiteinsatz für jeden der beiden seitlichen Lufteinlässe im vorderen Stoßfänger den Auftrieb an der Vorderachse, was die Richtungsstabilität bei hohen Geschwindigkeiten optimiert. Dazu kommen Einsätze für die beiden Luftauslässe in der Motorhaube plus kiemenartig geformte Blenden für die seitlichen Luftauslässe in den vorderen Kotflügeln. Weitere sportliche Akzente werden mit den Sicht-Carbon Covern für die beiden Außenspiegel gesetzt.

Die Seitenpartien des Sportwagens bekommen andere Schweller, das Hinterteil einen Heckschürzenaufsatz, der natürlich ebenfalls aus Sicht-Carbon produziert wird. Die Heckspoilerlippe wertet nicht nur die Heckansicht auf, sondern minimiert auch den Auftrieb an der Hinterachse.

Novitec Ferrari Portofino

Die Schmiedefelgen wurden zusammen mit dem amerikanischen Räderproduzenten Vossen entwickelt wurden und sind für den Portofino in zwei verschiedenen Designs erhältlich. Zudem hat man die Wahl zwischen gebürsteten oder polierten Oberflächen. Beide Radtypen werden in einer Kombination mit 21 und 22 Zoll Durchmesser an Vorder- und Hinterachse aufgezogen. Auf der Vorderachse befindet sich die Dimension 255/30 ZR 21. Hinten sorgen Pneus im Format 315/25 ZR 22 für optimale Traktion.

Um das Handling noch direkter zu machen und die Optik weiter zu verbessern, legt Novitec das italienische Hardtop-Cabrio mittels Sportfedern um zirka 35 Millimeter tiefer. Zusätzlich entwickelten die Fahrwerkstechniker ein Feature, das dem Portofino eine noch größere Alltagstauglichkeit verleiht. Das hydraulische Frontlift-System ermöglicht es, die Frontpartie vom Cockpit aus um 40 Millimeter anzuheben. Damit können die Rampen von Tiefgaragen oder Speed Bumper leichter bewältigt werden. Durch Antippen des Schalters oder automatisch bei Erreichen einer Geschwindigkeit von 80 km/h senkt sich die Frontpartie wieder in die Ausgangsposition ab.

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