Nicht so stark nachgefragte Derivate entfallen in Zukunft

Jetzt ist es amtlich: Der 4,82 Meter lange BMW 3er Gran Turismo, intern F34 genannt, bekommt keinen Nachfolger. Das wurde heute auf der Bilanzpressekonferenz 2019 des Konzerns verkündet. Generell will BMW seine Modellvielfalt auf den Prüfstand stellen.

Von offizieller BMW-Seite heißt es: "Auf der Produktseite werden im Übergang zu den weiterentwickelten flexiblen Fahrzeugarchitekturen ab 2021 bis zu 50 Prozent der heutigen Antriebsvarianten entfallen. Damit fokussiert sich das Unternehmen auf die Angebote, die von den Kunden am stärksten nachgefragt werden. Auf Modellebene wurde entschieden, dass kein Nachfolgemodell für die aktuelle Generation des BMW 3er Gran Turismo entwickelt wird. Darüber hinaus wird das Modellportfolio regelmäßig mit Blick auf zusätzliche Potentiale zur Komplexitätsreduzierung bewertet. Weiterhin werden unternehmensweit Synergie- und Effizienzpotentiale im indirekten Einkauf sowie bei Material- und Fertigungskosten gehoben."

BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter führt dazu weiter aus: "Was unsere Kunden nicht nachfragen, werden wir nicht entwickeln. Wir lassen nicht so stark nachgefragte Derivate entfallen und reduzieren bis zu 50% unseres Antriebsportfolios und unserer Ländervarianten. Damit richten wir uns noch stärker auf die Wünsche unserer Kunden aus und kompensieren gleichzeitig steigende Herstellkosten."

Natürlich mag sich manch Beobachter fragen, warum im gleichen Zuge das BMW 2er Gran Coupé für Frühjahr 2020 bestätigt wurde. Nun, es wird wohl wie der nächste 1er in Leipzig vom Band laufen, was Produktionskosten spart. Ganz anders ist es hingegen beim 2013 eingeführten 3er GT mit einer Art Fließheck. Er entsteht in Dingolfing und nicht wie 3er Limousine und 3er Touring in München.

Zudem dürfte der BMW 3er GT aus einem weiteren Grund demnächst in die ewigen Jagdgründe eingehen: Man benötigt in Dingolfing Platz für elektrische Dinge. Ab 2020 produziert das Werk in Dingolfing die fünfte Generation von E-Antriebssystemen für künftige elektrifizierte Fahrzeuge wie den BMW iX3, den BMW i4 und den BMW iNEXT. Das hatte der Konzern Anfang des Jahres bestätigt.

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