Konzernchef wegen Veruntreuung seit Wochen in Haft

Drei Wochen nach der Verhaftung von Carlos Ghosn findet Renault keine Belege dafür, dass mit der Bezahlung des Konzernchefs etwas nicht in Ordnung war. Das berichtet nun das Nachrichtenmagazin Spiegel unter Berufung auf den Aufsichtsrat des Konzerns.

Bei einer Überprüfung des Zeitraums 2015 bis 2018 habe sich ergeben, dass die Vergütung des Managers den Gesetzen und Standards entsprochen habe. Daher bleibt Ghosn offizieller Renault-Chef, auch wenn er derzeit von Thierry Bolloré kommissarisch vertreten wird. Die beiden anderen Konzernmarken, Nissan und Mitsubishi, hatten Ghosn dagegen nach Bekanntwerden der Vorwürfe als Aufsichtsratsvorsitzenden abgesetzt.

Ghosn und seinem Berater Greg Kelly wird Steuerhinterziehung und persönliche Bereicherung an Firmengeldern vorgeworfen. Ghosns Bezüge seien höher gewesen, als an die Tokioter Wertpapierbörse gemeldet. Der Fehlbetrag wird mit rund 39 Millionen Euro beziffert. Nissan hatte die Vorwürfe in einer internen Untersuchung bestätigt gefunden und am 19. November 2018 selbst veröffentlicht. Seither sitzt Ghosn in Tokio in Haft.

Quelle: Spiegel