Neues Gesicht und Heck für den Business-Benz. Technisch eher Feinschliff

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Nachdem uns vor ein paar Wochen der erste Prototyp des überarbeiteten Mercedes E-Klasse T-Modells vor die Linse fuhr, ist nun auch die Limousine dran. Die starke Tarnung der Limo verrät: Wir befinden uns noch in der Frühphase der E-Klasse-Facelift-Erprobung. Verwunderlich ist das nicht, kam der aktuelle E-Benz (interner Code: W213) doch erst im April 2016 auf den Markt.

Optisch wird sich vor allem an der Front und an den Rückleuchten einiges ändern. Wir erwarten für die geliftete E-Klasse ein Design, dass sich an der aktuellen A-Klasse und dem neuen CLS orientiert. Sprich: Die Scheinwerfer werden schmaler und etwas aggressiver ausfallen, am Heck könnte es etwas dünnere Rückleuchten geben. Der üppige Einsatz von Tarnfolie rund um den Grill und die Stoßfänger, gibt Anlass zur Vermutung, dass auch hier etwas passieren wird. 

Technisch wird die Modellpflege wohl eher behutsam ausfallen. Große Teile des Motorenprogramms wurden erst kürzlich aufgefrischt beziehungsweise auf die neueste Generation umgestellt. Das gilt vor allem für die Diesel. E 200 d, E 220 d und E 300 d sind aus der neu entwickelten Baureihe OM 654. Bei E 350 d und E 400 d hat man den alten V6-Diesel (OM 642) durch den neuen Reihensechszylinder OM 656 ersetzt.

Ganz neu im Programm sind zudem die Plug-in-Hybride E 300 e (Benziner) und E 300 de (Diesel).

Bereits etwas länger gibt es den Zweiliter-Vierzylinder-Benziner ( M 264) als E 200 oder als E 350 mit 48-Volt-Bordnetz, E-Booster und 299 PS. Was bisher noch fehlt: Die Reihensechszylinder-Benziner mit 48 Volt und EQ Boost. Die Ausnahme bildet hier der AMG E 53 mit 435 PS. Ob es noch eine "Standard"-Variante des Motors darunter geben wird, bleibt abzuwarten. Zuletzt hatte man den bisherigen Dreiliter-Biturbo-V6 mit 367 PS noch Euro6d-Temp-tauglich gemacht.

Im Interieur des E-Klasse-Facelifts dürfte sich entgegen einiger anders lautender Gerüchte weniger tun als angenommen. Heißt übersetzt: Das progressive MBUX-Infotainmentsystem aus der A-Klasse wird der E-Klasse-Modellpflege vorenthalten bleiben. Die Integration in den "älteren" Elektronikbaukasten, den sich der E mit der S-Klasse teilt, wäre wohl zu aufwendig. Außerdem ist die E-Klasse in puncto Interieur und Bedienung ohnehin noch absolut "State of the Art". Aus den gleichen Gründen erwarten wir auch beim Thema teilautonomes Fahren keine Revolution, eher kleinere Verbesserungen. 

Das Facelift der Mercedes E-Klasse wird trotz der teils deutlich jüngeren Konkurrenz um BMW 5er und den neuen Audi A6 noch ein Weilchen auf sich warten lassen. Vor Ende des Jahrzehnts werden wir die Modellpflege wohl nicht beim Händler sehen. 

Fotos: Automedia

 

 

Bildergalerie: Mercedes E-Klasse Limousine 2020 Erlkönig