Ohne Extras entwickelt der Audi A1 einen ganz eigenen Charme

Bunte Farben, fette Felgen und ein Cockpit mit allem Zipp und Zapp: Wenn Autofirmen ein neues Modell vorstellen, werden für die Pressefotos meist vollausgestattete Fahrzeuge hergenommen. Doch wie sieht die Basis aus? Beim neuen Audi A1 kann man das jetzt im Konfigurator bewundern. Ohne Extras wirkt der Premium-Kleinwagen und Bruder des VW Polo auf den ersten Blick ziemlich nackt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

So fährt Audi in die Zukunft:

Bevor Audi sich mokiert: Ja, wir wissen auch, dass wohl kaum ein neuer A1 als absolutes Basismodell vom Band laufen wird. Schade eigentlich, denn der nackte Audi-Spatz entwickelt seinen ganz eigenen Reiz. Aber der Reihe nach: Günstigster A1 der neuen Generation ist der 30 TFSI mit 116 PS starkem Dreizylinder. (Gut, die Audi-Nomenklatur bleibt seltsam …) Dessen Eckwerte klingen gar nicht übel: 9,5 Sekunden auf 100 km/h, 200 Newtonmeter und 203 km/h Spitze. Ein Sechsgang-Schaltgetriebe ist serienmäßig, optional gibt es für 1.700 Euro mehr die S tronic.

Fünftürig ist der neue Audi A1 sowieso immer, denn es gibt ihn nur noch als Sportback. In heutigen Zeiten von extremen Reifenquerschnitten wirken die wulstigen 185/65 R15-Pneus auf Stahlräder ungewohnt, dürften aber den Komfort erhöhen. Für 450 Euro extra sind 15-Zoll-Alugussräder im Angebot. Serie ist ein Dynamikfahrwerk (!), jede Farbe kostet aber Aufpreis. Am günstigsten ist mit 70 Euro "Cortinaweiss", somit werden mindestens 21.220 Euro fällig. Auch der Basis-A1 bekommt die drei Öffnungen oberhalb des Grills und einen markanten Frontstoßfänger mit großen Pseudo-Lufteinlässen an den Seiten.

Eine Radiolösung der besonderen Art

Richtig interessant wird es im Innenraum. Dort denkt der geneigte Betrachter: Okay, manuelle Klimaanlage serienmäßig, aber kein Radio? Tatsächlich wirkt der Anblick so, als habe man einen Radioschacht freigelassen. Doch Audi hat sich produktionstechnisch eine clevere Lösung ausgedacht. Serienmäßig ist ein 10,25 Zoll großes digitales Kombiinstrument verbaut. Dabei handelt es sich aber nicht um das „Virtual Cockpit“! In der Basis gibt es nur eine feste Darstellung von Tacho und Drehzahlmesser, hinzu kommen Radio- und Medienlisten. Moment? Radio? Ganz genau. Audi hat den Einstiegsempfänger namens MMI Radio in das Kombiinstrument integriert. Erst die teureren Radios nutzen ein 8,8 Zoll großes Touch-Display in der Mittelkonsole. Anders als etwa beim A3 gibt es für den Basis-A1 dort keine schmalbrüstige Notlösung. Deswegen ist auch das Multifunktionslenkrad serienmäßig, denn nur mit seinen Tasten kann das „Instrumentenradio“ (plus vier Lautsprecher) bedient werden. Inklusive sind ein SD-Kartenslot, eine USB-Schnittstelle und Bluetooth.

Weniger ist mehr, könnte man fast sagen. Allerdings sind 21.220 Euro natürlich immer noch eine Menge Holz für einen Kleinwagen. Überraschenderweise ist der VW Polo, der sich die Plattform mit dem Audi A1 teilt, preislich nicht so weit weg. Als Comfortline mit 115-PS-Benziner und fast identischer Serienausstattung liegt er bei 18.575 Euro, also 2.645 Euro unter dem A1.

Quelle: Audi

Bildergalerie: Audi A1 Basis