Der berühmte Le-Mans-Rennwagen wird neu aufgelegt

Stellen Sie sich einmal vor, Mercedes würde heute spontan ein paar weitere Exemplare des 300 SL Flügeltürers bauen. Ausgeschlossen? Nun, Jaguar macht jetzt etwas Ähnliches: 62 Jahre nach dem Bau des letzten D-Types im Jahr 1956 führt die Klassikabteilung die Produktion fort.

Die fehlenden 25
Doch der Reihe nach: Ähnlich wie der Mercedes 300 SL hatte der Jaguar D-Type seine Wurzeln im Motorsport. 1955 planten die Engländer den Bau von 100 Einheiten, doch nur 75 Fahrzeuge wurden letztlich hergestellt. Einige davon wurden beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans berühmt, bei dem Jaguar zwischen 1955 und 1957 dreimal in Folge siegte. Jetzt rundet Jaguar Land Rover Classic die ursprünglich geplante Serie durch die Herstellung von 25 historisch korrekten Neubauten des D-Type ab.

Wiedergeburten und Fortsetzungen
130 Mitarbeiter kümmern sich nahe Coventry in einer Halle mit bis zu 480 Stellplätzen um zwei Geschäftsfelder. Zum einen um die sogenannten Reborn-Restaurierungen. Hier werden originale Altfahrzeuge auf einen Stand gebracht, der fast besser als neu ist. Zum anderen um die „Continuation Cars“, bei denen nicht vollendete Serien mit Neuaufbauten komplettiert werden. So passierte es bereits mit dem Lightweight E-Type (sechs Exemplare) und dem XKSS (neun Exemplare).

Welche Nase darf es sein?
Durch den Zugang zu originalen Werksunterlagen entspricht jeder der 25 neuen Jaguar D-Type den Spezifikationen, die seinerzeit Rennleiter Lofty England und sein Team im Sinn hatten. Wer scharf auf einen 2018er-D-Type ist, hat die Wahl zwischen einer Shortnose-Variante nach Art von 1955 oder dem Longnose-Modell im 1956er-Stil. Bei letzterem passt unter die Haube statt des 3,4-Liter-Sechszylinders auch eine 3,8-Liter-Ausführung. Für den Straßenverkehr sind übrigens alle „Continuation Cars“ nicht zugelassen, eine Rennstrecke ist also hilfreich. Als Preis für einen neuen Jaguar D-Type stehen eine Million Pfund im Raum, umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro. Ganz schon happig, aber bei weitem nicht so irre wie jene Summe, die das 1956er-Siegerauto von Le Mans erreichte: 2016 wurde dieser D-Type für fast 22 Millionen US-Dollar versteigert.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Jaguar D-Type: Die Wiedergeburt