Ranger Raptor kriegt starken Diesel und Hardcore-Fahrwerk

Ford-Performance-Chefentwickler Jamal Hameedi findet, der neue Ford Ranger Raptor ist „wie ein Motocross-Bike und ein ATV (All-Terrain-Vehicle), verpackt in einem Pick-up-Truck.“ Klingt irgendwie nach Spaß, oder? Das Raptor-Rezept dürfte den meisten Offroad- und Truck-Fans bestens bekannt sein. Pick-up plus Power plus Gelände-Rennfahrwerk plus verdammt dicke Reifen ist gleich (höchst kindische) Freude im Quadrat. Ein Raptor kommt oder springt überall durch. Bisher allerdings nur in Form des großen, 500 PS starken und verhältnismäßig teuren F-150. Mit dem kleineren Ranger Raptor demokratisiert Ford die Gaudi nun gewissermaßen.

Power-Benziner? Power-Diesel!
Kurzer Reminder: Nach siebenjähriger Pause kehrt der Ranger gerade wieder in die USA zurück. In Deutschland gibt es den 5,28 Meter langen Pick-up seit Anfang 2016. Der neue Ranger Raptor kommt wider erwarten nicht mit einem leistungsstarken EcoBoost-Benziner. Stattdessen nagelt unter seiner stämmigen Front ein neuer 2,0-Liter-Biturbo-Diesel mit 213 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment. Das sind 13 PS und 30 Newtonmeter mehr als beim derzeit stärkste Ranger, einem 3,2-Liter-Fünfzylinder-Diesel. Atemberaubende Gelände-Geschwindigkeitsrekorde dürfte der neue RR damit eher nicht aufstellen. Aber darum geht es offenbar auch gar nicht: „Das Herausragende am Ranger Raptor ist, wie weit man ihn im Vergleich zu jedem anderen Serienauto im Gelände pushen kann. Und trotzdem fährt man auf der Straße wie ein Millionär.“ Diese markigen Worte stammen von Damien Ross, dem Baureihenleiter des Ranger Raptor.

Gelände-Tuning
Über die aus dem F-150 Raptor bekannte Zehngang-Automatik gelangt die Kraft an alle vier Räder. Ein verstärkter Rahmen soll genauso dabei helfen, jegliche Natur platt zu fahren, wie ein spezielles Fox-Offroad-Fahrwerk und eine neue Hinterachs-Lösung mit Wattgestänge. Auf die eigens angefertigten 17-Zöller zieht Ford 285er-BF-Goodrich-Walzen mit solidem 70er-Querschnitt auf. Die Bremsscheiben messen vorne und hinten 332 Millimeter. Dazu gibt es deutlich mehr Unterbodenschutz sowie eine Anhebung der Bodenfreiheit auf satte 28,3 Zentimeter. Insgesamt verfügt der Ranger Raptor über sechs Fahrmodi. Für die Straße gibt es „Normal“ und „Sport“, fürs Gelände unter anderem „Snow“, „Sand“, „Rock“ sowie den berühmt-berüchtigten „Baja-Mode“ für extremes und vor allem extrem schnelles Gepflüge durch jegliche Flora.

Hierzulande eher nicht
Eingangs sprachen wir von einem dicken Haken, den der neue Ford Ranger Raptor mit sich bringt. Hier ist er: Das Auto wurde mit Hilfe von Ford Performance hauptsächlich in Australien entwickelt. Es wird in Thailand gebaut und ist vorerst ausschließlich für die Region Asien-Pazifik vorgesehen. Dass es der Ranger Raptor früher oder später auch nach Nordamerika schafft, gilt als ziemlich sicher. 2019 dürfte es wohl soweit sein. Ob er auch nach Europa kommt? Schwer zu sagen. Wenn wir den Verantwortlichen des blauen Ovals einen kleinen Tipp geben dürften: Ja, Pick-ups erfreuen sich auch in der alten Welt immer größerer Beliebtheit. Und einen Zweiliter-Biturbo-Diesel könnt ihr bei uns auch in einen aufgebrezelten Truck stecken. Gebt euch einen Ruck, Ford.

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