2003 hätte er ein sehr schnittiger NSX-Nachfolger sein können

Der HSC wurde von vielen als potenzieller Nachfolger für Hondas ikonisches, Ayrton-Senna-zertifiziertes Supercar NSX gesehen. Leider mussten wir bis 2016 warten, ehe die zweite Generation des legendären Mittelmotorsportlers auf den Markt kam. Für Honda war die ultraflache, superschnittige und heute praktisch vergessene Studie nie mehr als das, was sie eben war – eine Studie.

Das musste doch der NSX-Nachfolger sein
Dabei war das auf der Tokio Motor Show 2003 vorgestellte Concept Car durchaus reizvoll. Vor mittlerweile 14 Jahren war die erste NSX-Generation in den Köpfen der Leute noch überaus präsent. Aus gutem Grund ging man also davon aus, dass der HSC einen ziemlich guten Vorgeschmack auf den Nachfolger des NSX geben würde. Bis etwa 2006 rechnete die Fachpresse noch damit, dass aus dem HSC (Honda Sports Concept) irgendetwas Serienreifes entstehen könnte, doch Honda wusste es von Anfang an besser.

Leichtbau und coole Technik
Was Design und Aufbau betrifft, war der Honda HSC ein technologischer Parforceritt. Nicht wenige erkannten in ihm einen Schuss Ferrari Enzo. Aus heutiger Sicht würden wir eher sagen: Sein Heck sieht aus wie ein Mix aus 70er-Jahre-Italosportler und ganz viel Corvette. Seine LED-Rückleuchten hatten ein protziges 3D-Muster und statt konventioneller Außenspiegel gab es Kameras. Die schneidige, sehnige Karosserie war weitgehend aus Carbon und spannte sich um einen Rahmen aus Aluminium. Es gab ein Doppelquerlenker-Fahrwerk, Brembo-Bremsen und für damalige Verhältnisse geradezu monumentale Räder (vorne 19, hinten 20 Zoll). In der Mitte des HSC steckte ein frei Saugender 3,5-Liter-V6 mit mehr als 300 PS, der seine süßen Klänge über zwei keilförmig angeordnete Auspuffendrohre in die Umwelt entließ.

Auch heute noch sehr schnell
Weniger puristisch war die Situation in Sachen Getriebe. Denn wo Enthusiasten ein manuelles Schaltgetriebe erwarteten, fanden sie eine Sechsgang-Automatik mit Lenkradpaddles vor, der Honda ,ansatzlose Gangwechsel" attestierte. Mit einer Sprintzeit von 0-60 mph (0-97 km/h) in 4,7 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h war der HSC ein wahrhaftes Biest. Selbst nach heutigen Maßstäben wäre er noch sehr schnell.

Nachfolger erst 2016
Vier Jahre nach der Präsentation des HSC legte Honda mit dem Acura Advanced Sports Car Concept (das Sie ebenfalls in unserer Galerie sehen können) nach. 2012 zeigte man schließlich auf der Detroit Auto Show das Acura NSX Concept, aus dem 2016 endlich der langersehnte Nachfolger des legendären ersten Honda NSX wurde. Das aktuelle Modell vertraut nach wie vor auf einem Mittelmotor, geht aber sonst sehr eigene Wege. Der 3,5-Liter-Biturbo-V6 im Heck wird von insgesamt drei Elektromotoren unterstützt. Das mindestens 180.000 Euro teure Auto verfügt über einen Torque-Vectoring-Allradantrieb und eine Systemleistung von 581 PS.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Vergessene Studien: Honda HSC