Saubere Kleintransporter-Studie für den italienischen Markt vorgestellt

Platz ist knapp: Das gilt sowohl für enge italienische Altstadtgassen als auch für indische Megacitys wie Bombay oder Bangalore. So verwundert es auch nicht, dass in beiden Ländern kleine dreirädrige Fahrzeuge vom Schlage der Vespa Ape sehr häufig anzutreffen sind.

Elektro-Ace als Studie in Bologna
Als Alternative zu diesen Fahrzeugen bietet die indische Firma Tata seit 2005 den Kleintransporter Ace an. Die mangelnde Abgasreinigung des kleinen Diesels hat den italienischen Tata-Importeur Melian jedoch dazu bewogen, den kleinen Ace mit einem Elektromotor zu versehen. Der vorerst als Studie deklarierte Elektro Ace wurde auf der Bologna Motor Show Anfang Dezember 2007 vorgestellt.

Kooperation beim Antrieb
Der Elektro-Stromer ist eine Entwicklung von Melian in Zusammenarbeit mit der Firma Archimede Energia. Da auch in Italien Feinstaubregelungen existieren, wurde die Strom-Alternative ins Auge gefasst. Der elektrische Antrieb stellt im Elektro Ace eine Maximalleistung von 30 Kilowatt bereit. So soll das Fahrzeug eine Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen. Insgesamt 140 Kilo schwere Lithium-Polymer-Akkus als Weiterentwicklung der bekannten Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen dem Elektro Ace eine Reichweite von 120 Kilometer.

Sparsamer fahren mit Strom
So ausgerüstet, wäre das Elektromobil eine günstige Alternative, da Elektroautos in Italien fünf Jahre steuerbefreit fahren und sich laut Melian Treibstoffkosten von 2 Euro auf 100 Kilometer ergeben. Noch wird aber kein Anschaffungspreis für den Elektro Ace genannt, weil man zunächst die Publikumsreaktionen auf die Studie ausloten will.

Seit 2005 in Indien auf dem Markt: Der Tata Ace
Vor einigen Jahren begann Tata, einen bezahlbaren Ersatz für die stinkenden und lärmenden Knatterkisten in den indischen Großstädten zu schaffen. So entstand der Ace, zu deutsch As, der im Jahr 2005 in Indien auf den Markt kam. Seitdem wurden von dem vierrädrigen Kleintransporter mehr als 100.000 Stück in Indien, Sri Lanka und Nepal verkauft.

16 PS für indische Käufer
Auf dem indischen Subkontinent wird der Ace von einem Zweizylinder-Dieselmotor mit 700 Kubikzentimeter Hubraum und 16 PS angetrieben. Mittels einer Viergang-Schaltbox erreicht der Ace maximal 64 km/h. Das Leergewicht liegt bei knapp 800 Kilogramm. Der kleine Transporter ist 3,80 Meter lang, auf seiner Ladefläche finden Gepäcksstücke von maximal 2,20 Meter Länge und 1,50 Meter Breite Platz. Die Zuladung beträgt 700 Kilo. Ideal für städtische Einsatzzwecke ist der sehr kleine Wendekreis von 4,30 Meter.

Wenig Sicherheit, aber günstiger Preis
In Sachen Sicherheit wird Tata nicht müde zu betonen, dass der Ace alle Sicherheitsnormen erfüllt, auch bezüglich Frontalaufprall und Überschlag. Dennoch sucht man im sehr spartanischen Innenraum vergeblich nach Airbags: Einzige nennenswerte Sicherheitseinrichtungen sind Sicherheitsgurte und vordere Scheibenbremsen. Andererseits ist der Ace zumindestens in Indien preislich unschlagbar: Dort ist die Basisversion für 225.000 Rupien, umgerechnet etwa 3.900 Euro erhältlich. Dafür hält sich die Serienausstattung in Grenzen. Es gibt eine Digitaluhr, zwei Scheibenwischer und ein abschließbares Handschuhfach. Einen Katalysator gibt es erst in der teureren Variante, die 4.100 Euro kostet.

Inder unter Strom