System soll Sicherheit auf den Rücksitzen verbessern

Dearborn (Michigan/USA), 11. November 2009 – Beim EuroNCAP-Crashtest sitzen hinten niemals Dummys, und Seitenairbags für den Fond gibt es bei vielen Autos nicht mal gegen Aufpreis: Die Sicherheit auf den Rücksitzen ist offenbar kein großes Thema für die Autohersteller. Ford jedoch will nun etwas für die Unfallsicherheit von Fondinsassen tun – mit dem ersten aufblasbaren Sicherheitsgurt. Der Airbag-Gurt debütiert in der nächsten Generation des Explorer, die 2010 auf den nordamerikanischen Markt kommt. Nach und nach will Ford das System jedoch auch in anderen Ländern anbieten.

Komfortabler als normaler Gurt
Im Alltag fungiert der aufblasbare Gurt wie ein ganz normaler. Laut Ford empfinden ihn manche Insassen sogar als komfortabler. Das könnte laut Ford die Anlegequote verbessern, die in den USA hinten nur bei 61 Prozent liegt, während immerhin 82 Prozent der Frontpassagiere den Gurt anlegen. Bei einem Unfall soll sich der Airbag innerhalb von 40 Millisekunden aufblasen. Dabei sprengt der gefaltete Luftsack das Gurtgewebe auf. Nach der Entfaltung bleibt er für einige Sekunden aufgeblasen, bevor die Luft durch Poren entweicht. Der aufgeblasene Airbag hält den Insassen besser fest als ein normaler Gurt. Außerdem verteilt er die Kräfte auf einen fünfmal größeren Bereich des Brustkorbs.

Kaltes Gas statt Pyrotechnik
Ähnlich wie bei den bekannten Airbags bestimmen Fahrzeugsensoren die Schwere des Aufpralls und sorgen bei heftigen Unfällen für das Aufblasen des Luftsacks. Dafür wird hier jedoch komprimiertes Gas verwendet, das aus einer Patrone hinter dem Sitz kommt. Vorteil gegenüber einer pyrotechnischen Lösung, wie sie bei den herkömmlichen Airbags verwendet wird: Der Gurt wird beim Aufblasen nicht heiß. Während ein normaler Airbag erst den Zwischenraum zum Insassen füllen muss, ist das beim eng anliegenden Gurtairbag nicht der Fall. Daher wird die höhere Aufblasgeschwindigkeit bei der pyrotechnischen Lösung hier nicht benötigt.

Der Gurt-Airbag