BMW-Töchter mit grundverschiedenen Konzepten für das Essen draußen

Sowohl Mini als auch Rolls-Royce bieten jetzt ab Werk Picknick-Sets an. Natürlich könnte die Ausführung der Sets unterschiedlicher kaum sein. Während es bei Mini um lässige Jugendlichkeit geht, erwartet der im Wohlstand schwelgende Rolls-Royce-Kunde Üppigkeit.

Für den Countryman
Das Picknick-Ensemble von Mini wird explizit für den neuen Countryman angeboten. Das als Fünftürer ausgeführte größte Modell von Mini kommt mit einem doppelten Kofferraumboden daher, in welchem sich die Outdoor-Ausrüstung versenken lässt. Das Set nennt sich Getaway Package und besteht aus verschiedenen Einzelkomponenten. So gibt es die so genannten Countryman Seats, zwei Klapphocker ohne Seiten- oder Rückenlehnen. Im Lieferumfang enthalten ist eine Holzplatte, die auf einen der Hocker gelegt, als Tischplatte dienen kann. Über Druckknöpfe lassen sich zusätzliche Taschen an den Seiten der Schemel befestigen. Zwei Hocker und eine Holzplatte schlagen mit 89 Euro zu Buche, für jeden weiteren Hocker werden 35 Euro berechnet.

Mit Alles-Decke
,Five In One Cover" nennt sich ein Stück Stoff, welches mindestens fünf Funktionen erfüllen soll. Der Fetzen könnte laut Mini als Sonnensegel, Poncho, Zudecke, Schlafsack und dann noch Picknick-Decke dienen – guten Appetit. Das Gewebe ist übrigens schwarz-weiß kariert, aber die Einsatzmöglichkeit als Zielflagge wird vom Hersteller nicht erwähnt. Immerhin: Die Tasche, in der die Decke steckt, soll sich auch als Kissen verwenden lassen. Für die Wanderung zum Futter-Ort durchs sumpfige Grün hat Mini Gummistiefel mit aufgedrucktem Union Jack, der England-Flagge, im Programm. Für ein Paar muss der Wanderfreund 39 Euro hinlegen.

Da kommt was zusammen
Ungemütliches Wetter hält für 139 Euro ein Parka ab und für 29 Euro ist ein T-Shirt mit der Abbildung des Mini Countryman zu haben. Da Mini stolz darauf ist, dass im Countryman vier Erwachsene Platz finden, rechnen wir mal zusammen: fünf Hocker (einer dient als Tisch) plus Tischplatte, vier Schlafsack-Decken, vier Paar Stiefel, vier Parkas und vier T-Shirts: Macht summa summarum 1.247 Euro. So billig kommen Kunden eines Rolls-Royce-Picknick-Sets wohl nicht weg.

Goldene Picknick-Ära
Die Herangehensweise von Rolls-Royce ans Thema Picknick ist selbstredend mit der ungezwungenen Mini-Art nicht vergleichbar. Im Marken-Stammsitz Goodwood lässt man sich vom goldenen Picknick-Zeitalter inspirieren, was in England in den 1920er-Jahren lag. Schon damals gab es für die edlen Wagen spezielle Picknick-Utensilien, schließlich war das nette Schmausen im Grünen der Höhepunkt des Tages. Für das brandneue Picknick-Set haben sich die Designer deshalb nicht nur Funktionalität, sondern auch Unterhaltung zum Ziel gesetzt. Richtig gelesen: Laut Rolls-Royce soll der Picknick-Baukasten unterhaltsam sein.

Bequemlichkeit, Wohlstand, Genuss
Der Nobel-Hersteller hat noch ein Ziel: Das Picknick-Set soll der Rolls-Royce unter den Picknick-Sets werden. Also kommt da nur rein, was gut und teuer ist: Geöltes Teak-Holz trifft auf poliertes Aluminium und Leder von der kleinen Gerberei Wertleder aus dem sächsischen Freiberg. Öffnet man die schicke Kiste, lassen sich an den Seiten Rosenholz-Tische ausklappen. Vier mundgeblasene und geschliffene Glaskelche warten auf feinen Champagner und das Besteck kommt vom englischen Spezialisten David Mellor. Damit Messer, Gabel und Löffel beim Transport nicht klappern, werden sie in ihren Halterungen von Magneten fixiert. Natürlich sind auch vier weiße Stoffservietten mit von der Partie, jede hat ihr eigenes Fach.

Individualisierbar
Das Luxus-Picknick-Set lässt sich ab Werk individualisieren. So können die gleichen Hölzer verwendet werden, wie sie schon den Innenraum des dazugehörenden Rolls-Royce prägen. Auch beim Leder wird es den ein oder anderen Extra-Wunsch geben: Manch einer möchte vielleicht das gleiche Leder für seinen Picknick-Kasten, wie es beim passenden Rolls-Royce-Taschen-Set zum Einsatz kam. Die Endmontage des Picknick-Sets erfolgt bei Rolls-Royce in Goodwood. Es wurde zwar für das Drophead Coupé entworfen, passt aber auch in die Kofferräume aller anderen Modelle der britischen Edel-Marke. Der erste Käufer ist ein Phantom-Eigentümer aus England. Einen Preis für die hübsche, zweckmäßige Kiste, die nur auf Bestellung gefertigt wird, geben die Engländer nicht bekannt.

Lässig oder ultra edel