Vom Militär-Fahrzeug zum Inbegriff für Geländewagen

Wer von einem ,Jeep" spricht, meint nicht unbedingt ein Fahrzeug der gleichnamigen Marke. Viele nutzen diesen Begriff als Synonym für alle geländegängigen Autos – egal von welchem Hersteller. Entwickelt wurde der Jeep vor 70 Jahren für das US-Militär. Der Offroader wurde von der US-Army als Allzweck-Fahrzeug für den Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Insgesamt 360.000 Fahrzeuge vom Typ ,Willys MB" wurden bis 1945 gebaut und für die amerikanischen GIs nach Europa gebracht. Weil der Rücktransport nach Kriegsende zu teuer war, blieben viele Fahrzeuge in Europa. Die Europäer verwendeten den Willys MB daraufhin als Traktor und Räumgerät für den Wiederaufbau. Der Militär-Dienstwagen war damit ein wichtiger Vorreiter für weitere zivile Geländegänger und SUVs – die Bezeichnung Jeep entwickelte sich in Deutschland zu einem Überbegriff für Offroader.

Zwei Fahrzeuge standen zur Wahl
Bereits 1938 suchte die US-Army einen Ersatz für die bis dahin verwendeten Motorräder mit Seitenwagen und Ford Model T. Leicht, wendig und robust sollte das neue Fahrzeug sein. Zudem wünschte sich das Militär einen Wagen mit Allradantrieb und Geländeuntersetzung, der mindestens 250 Kilogramm Nutzlast transportieren kann. Während der Kriegszeit war Eile geboten und so hatten die 135 vom US-Militär angeschriebenen Fahrzeughersteller nur 49 Tage Zeit, um einen Prototypen zu liefern. Nach weiteren 26 Tagen sollten bereits 70 Erprobungsfahrzeuge fertig sein. Zwei Hersteller stellten sich dieser Herausforderung – American Bantam und Willys-Overland.

Ford hat bei der Produktion geholfen
Der Prototyp ,Willys Quad" von Willys-Overland hat sich schließlich aufgrund des besseren Motors und des günstigeren Preises durchgesetzt. Am 23. Juli 1941 bekam der amerikanische Hersteller den Zuschlag für die Produktion von 16.000 ,Willys MB", dessen Stückzahl sich schnell erhöhen sollte. Um möglichst zeitnah viele Autos produzieren zu können, wurde auch Ford in die Herstellung des Geländewagens mit einbezogen.

,It's a Jeep"
Der Ursprung des Wortes ,Jeep" ist nicht eindeutig geklärt. Die bekannteste Theorie der Namensfindung ist die Herleitung aus der Abkürzung GP (General Purpose), was soviel wie Allzweck bedeutet. Erstmals offiziell ausgesprochen hat die Bezeichnung angeblich der Chef-Testfahrer von Willy-Overland, Irving ,Red" Hausmann. Bei der Präsentation des Geländewagens im Februar 1941 im Capitol in Washington wurde er gefragt, was das für ein Auto sei. Hausmann antwortete: ,It's a Jeep". Nachdem die Presse den Ausdruck daraufhin aufgriff, hat sich der Name Jeep schnell etabliert.

Mehr als 15 Millionen Jeep-Fahrzeuge
Heute summiert sich die Zahl aller produzierten Jeep-Fahrzeuge auf mehr als 15 Millionen. In den 50er Jahren folgten dem Willys MB die zivilen Varianten CJ-5 und CJ-6. In den 60ern entdeckte Jeep das Segment der Luxus-Geländewagen. In Deutschland sind aktuell vier Jeep-Modelle erhältlich: Der Compass, der Grand Cherokee, der Wrangler als direkter Nachfahre des Willys MB sowie der Wrangler Unlimited mit längerem Radstand und vier Türen.

Bildergalerie: 70 Jahre Jeep