VW-Konzern erneuert sich personell

Wenn in den letzten Jahren moderne Antriebstechnik oder ein wichtiges Fahrzeug wie ein neuer VW Golf vorgestellt wurde, konnte man sicher sein, dass Ulrich Hackenberg dabei war. Der Entwicklungsvorstand von VW und zuletzt Audi war immer tipptopp informiert und konnte Journalisten nicht nur die großen Linien erklären, sondern auch noch die letzte Schraube. Mit dem Dieselskandal jedoch kam das Aus für den Techniker. Bald nach den ersten Verlautbarungen zur Abgasaffäre beurlaubt, verlässt Hackenberg nun den Audi-Vorstand.

Der Meister der Baukästen
,Vor allem das System der modularen Baukästen ist untrennbar mit dem Namen von Ulrich Hackenberg verbunden. Bereits Anfang der 90er-Jahre hatte er bei Audi die Idee dazu. Heute profitiert der ganze Konzern davon", rühmt ihn Konzernchef Matthias Müller. Auch Audi-Chef Rupert Stadler hebt Hackenbergs Fachkompetenz hervor. Gerade die könnte ihm nun zum Verhängnis geworden sein. Denn wenn einer bis zur letzten Schraube über alle Autos Bescheid weiß, erscheint es wenig glaubhaft, dass er gerade von den Schummeleien bei den Dieseln nichts wusste. Nach Abschluss der renommierten RWTH Aachen war der Maschinenbauer zuerst an der Universität tätig, bevor er 1985 zu Audi ging. Nach mehrmaligem Hin- und Herwechseln zwischen Audi und VW war er seit Juli 2013 Audi-Entwicklungsvorstand.

Leiter der Aggregateentwicklung als Nachfolger
Nachfolger Hackenbergs als Audi-Entwicklungschef wird ab 2016 Stefan Knirsch. Der 49-jährige Ingenieur kam 1990 als Motorenkonstrukteur zu Audi, war dann ab 2007 im After-Sales-Bereich und Unternehmensqualität bei Porsche tätig. Zwischenzeitlich Geschäftsführer bei einem Zulieferer aus dem Rheinmetall-Konzern, kehrte er 2013 zu Audi zurück und übernahm die Aggregateentwicklung.

Nachfolger für Blume benannt
Auch bei Porsche gibt es eine neue Personalentscheidung zu vermelden: Neuer Produktionsvorstand wird Albrecht Reimold. Der 54-Jährige folgt ab Februar 2016 auf Oliver Blume, der seit Oktober Porsche-Chef ist. Reimold leitete bisher das VW-Werk in Bratislava, wo neben den Kleinstwagen VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii auch der VW Touareg und die Karosserie des Porsche Cayenne gefertigt werden.

Lesen Sie auch:

Hackenberg geht