Toyota Yaris Facelift vorgestellt

Man hat es ihm zuletzt nicht wirklich angesehen, aber der Toyota Yaris ist in seiner dritten Generation bereits seit Ende 2011 auf dem europäischen Markt erhältlich. 2014 gab es das letzte größere Facelift, bei dem auch der ominöse (und ziemlich omnipräsente) X-Design-Kühlergrill an die Yaris-Front gelangte. Alter und Grill scheinen dem kleinen Japaner nicht im geringsten geschadet zu haben, denn zumindest in Westeuropa stieg der Absatz im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 208.000 Einheiten. Nun hat man den Polo-Gegner für 2017 nochmal gründlich auf Kur geschickt. Zur leichten optischen Entschärfung gesellen sich ein umfangreicheres Sicherheitspaket, mehr Individualisierungsmöglichkeiten sowie ein neuer 1,5-Liter-Benziner. Ein unerwartet scharfer Sport-Yaris steht ebenfalls in den Startlöchern.

900 neue Teile
Ganze 90 Millionen Euro hat Toyota in die Yaris-OP investiert. Herausgekommen sind stramme 900 Neuteile. Die Front sieht jetzt nicht mehr gar so X-haft aus, dafür gibt es neue Scheinwerfer und tiefer bauende Schürzen. Am Heck ist der geliftete Yaris trotzdem deutlich leichter zu erkennen, was vor allem an den neuen und wesentlich größeren Rückleuchten liegt. In den höheren Ausstattungen leuchten sie künftig mit LED-Technik. Ganz elementar für einen Kleinwagen im Jahr 2017 ist auch, dass er sich bis zum Gehtnichtmehr individualisieren lässt. Toyota reagiert mit der Möglichkeit einer Zweifarb-Lackierung. Sprich: Wenn Sie wollen, kriegen sie das Dach, alle Säulen und die Aussenspiegel künftig auch in kontrastierendem Schwarz.

Neues TFT-Instrumentendisplay
Innen gibt es das übliche Modellpflege-ABC aus neuen Farben, Sitzbezügen und ein paar geänderten Materialien. Kleiner Tipp: Die Lüftungsdüsen sehen jetzt anders aus, das Lenkrad trägt ein wenig Klavierlack und die Instrumente wurden modernisiert. Zwischen den weiterhin analogen Anzeigen für Tacho und Drehzahlmesser sitzt nun also ein 4,2-Zoll-TFT-Display. Ach ja, wer sich für die Zweifarb-Lackierung entscheidet, kriegt die abgestimmte Farbkombination dann auch im Interieur. Viel wichtiger ist aber: Toyota hat bei den Assistenzsystemen ordentlich aufgesattelt. So verfügt nun schon die Basisversion über das sogenannte "Toyota Safety Sense" mit Notbremsassistent, Fernlicht- und Spurhalteassistent. Höhere Ausstattungsvarianten erhalten dazu noch eine Verkehrszeichenerkennung.

Neuer 111-PS-Benziner
Fahrdynamisch kann der Toyota Yaris 2017 ebenfalls ein wenig mehr als vorher. Überarbeitete Stoßdämpfer sorgen laut Toyota sowohl für geringere Wankbewegungen als auch für einen gesteigerten Federungskomfort. Außerdem soll die elektrische Servolenkung besser mitteilen, was da unten auf der Straße so alles passiert. Antriebsseitig ersetzt ein neuer 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner das alte 1,33-Liter-Aggregat. Die Leistung steigt von 99 auf 111 PS, das Drehmoment von 124 auf 136 Newtonmeter. Die neue Maschine fährt eine hohe Verdichtung von 13,5:1 und kann vom Otto- in den Atkinson-Zyklus wechseln. Mit CVT-Getriebe soll der Verbrauch um zwölf Prozent auf 4,7 Liter sinken. Außerdem erfüllt der neue Motor bereits Euro 6c. Beliebteste Antriebsquelle dürfte aber weiterhin der Hybrid bleiben. In Deutschland entscheiden sich derzeit knapp 60 Prozent der Yaris-Kunden für die 100-PS-Benziner-Elektro-Kombi. Dank einer neuen Motoraufhängung und einer verbesserten Antriebswelle soll der Hybrid nun leiser und vibrationsärmer laufen. Der Verbrauch liegt wie bisher bei 3,3 Liter.

Sport-Yaris mit 210 PS
Für alle Hot-Hatch-Fans hat Toyota dann noch ein ganz besonderes Ass im Ärmel. Analog zur Wiederaufnahme des WRC-Rallye-Engagements bringen die Japaner einen ordentlich angespitzten Sport-Yaris mit "mehr als 210 PS". Gerüchteweise soll er nach dem Rallye-Team "Yaris Gazoo" heißen. Mehr zum neuen Stachel im Fleisch von Ford Fiesta ST und Renault Clio R.S. gibt es vermutlich auf dem Genfer Autosalon 2017 (9. bis 19. März). Dort stehen auch die normalen Versionen des gelifteten Yaris. Marktstart ist dann im Sommer 2017. Die Preise werden sich relativ stark an den bisherigen orientieren.

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