Größer, aber nicht teurer: Der neue Toyota Yaris im Test
Wie gut ist die dritte Auflage des Polo-Konkurrenten aus Japan?
Die Marktführer sind größer
Die Marschrichtung der dritten Auflage, den es wie gehabt als Drei- und Fünftürer gibt, ist also klar: Mehr Auto fürs gleiche Geld. Mit jetzt 3,89 Meter Länge fällt der Yaris dennoch kürzer aus als die Marktführer in Deutschland – VW Polo (3,97 Meter), Opel Corsa (4,00 Meter) und Ford Fiesta (3,95 Meter). Dem Raumangebot des Japaners merkt man das nicht an. Vor allem hinten finden Passagiere für einen Kleinwagen angenehm viel Platz vor. Auf die verschiebbare Rückbank des Vorgängers wird deshalb künftig verzichtet. Der Kofferraum ist von 275 auf nun 286 Liter angewachsen. Damit befindet er sich auf dem Niveau des Polo (280 Liter) und des Corsa (285 Liter). Legt man die Rücksitzlehnen um, entsteht eine nicht ganz ebene, aber stufenlose Ladefläche. 768 Liter Stauraum stehen dann zur Verfügung.
Der Yaris zeigt Kante
Von außen hat der Yaris die Rundungen abgelegt und präsentiert sich nun kantiger. Nach hinten gezogene Scheinwerfer und eine ansteigende Gürtellinie sorgen für einen Schuss Dynamik, der in der Club-Ausstattung durch einen Dachspoiler unterstrichen wird. Ebenfalls einiges getan hat sich im Cockpit. Die bislang mittig platzierten und damit ungünstig ablesbaren Instrumente sind nun wieder ins direkte Sichtfeld des Fahrers gerückt. Qualität und Verarbeitung sind solide, auch hinsichtlich der Bedienbarkeit gibt es nichts auszusetzen – sieht man einmal von den nicht ohne Verrenkung zu erreichenden AUX- und USB-Schnittstellen im Handschuhfach ab.
Bildschirm-Navi für 550 Euro
Diese Anschlüsse sind in Kombination mit dem Multimediasystem an Bord, das es in den höheren Ausstattungsvarianten serienmäßig gibt. Es wird über einen 6,1-Zoll-Farbmonitor mit Touchscreen gesteuert und beinhaltet zusätzlich eine Bluetooth-Freisprechfunktion, Lenkradtasten und sogar eine Rückfahrkamera. Für 550 Euro kann das System zu einem Bildschirm-Navi erweitert werden. In Verbindung mit einem internetfähigen Handy ist dann auch eine lokale Google-Suche möglich. Darüber hinaus möglich ist das Schreiben und Verschicken von SMS, eine Einbindung von Facebook ist ebenfalls geplant. Im Gegensatz zur manuellen Handhabung des Mobiltelefons ist diese Nutzung zwar während der Fahrt erlaubt, das Ablenkungspotenzial aber mindestens genauso hoch.
Neues Modell mit alten Motoren
Ungewöhnlich für ein komplett neu entwickeltes Modell ist die Motorenpalette des Yaris. Es kommen nämlich dieselben Aggregate zum Zuge wie beim Vorgänger. Als Einstieg steht ein Dreizylinder-Benziner mit 69 PS zur Verfügung. Mindestens jeder zweite Käufer wird sich voraussichtlich für den 1,3-Liter-Ottomotor mit 99 PS entscheiden. Der Vierzylinder sorgt in der Stadt für passablen Vortrieb, zeigt sich aber bei höheren Geschwindigkeiten als etwas zäh und schwachbrüstig. 11,7 Sekunden für den Spurt von null auf Tempo 100 und 175 km/h Höchstgeschwindigkeit gehen allerdings in Ordnung. 5,4 Liter soll der Yaris 1.33 Dual VVT-i – so die offizielle Bezeichnung – auf 100 Kilometer verbrauchen. Mit dem 550 Euro teuren Start-Stopp-System sind es 0,1 Liter weniger. Die etwas hakelige Sechsgang-Schaltung kann auf Wunsch einem CVT-Getriebe weichen. Dank stufenloser Übersetzung ist man damit innerorts komfortabel unterwegs. Unter Volllast hingegen nervt der dann laut aufheulende Motor. Kaum eine Rolle dürfte hierzulande der 90 PS starke 1,4-Liter-Diesel spielen, der sich mit durchschnittlich 3,9 Liter begnügen soll. Für 2012 kündigt Toyota zudem erstmals eine Hybridvariante an.
Handlich und wendig
Richtig wohl fühlt sich der Yaris als handlicher, wendiger Flitzer in der Stadt. Rangieren, Einparken, Durchfahren enger Gassen – alles kein Problem für den Kleinwagen. Die Lenkung agiert ausreichend direkt, wirkt aber etwas synthetisch. Das Fahrwerk präsentiert sich alltagstauglich. Lediglich grobe Stöße werden recht ungefiltert auf die Passagiere übertragen. Zu haben ist der Yaris wie bisher ab 11.675 Euro für den Dreitürer und 12.395 Euro für den Fünftürer. Der von uns gefahrene 1,3-Liter-Benziner kostet mit fünf Türen mindestens 15.100 Euro. Zum Vergleich: Der Ford Fiesta 1.4 mit 96 PS ist exakt genauso teuer, für den VW Polo 1.2 TSI mit 105 PS werden hingegen 17.805 Euro fällig. Den 100 PS starken Opel Corsa 1.4 gibt es allerdings schon für 13.810 Euro.
Wertung
Preisliste
|
Toyota Yaris 1.33 Dual VVT-i Cool Fünftürer |
|
| Grundpreis: | 15.100 Euro |
| Modell | Preis in Euro |
| Yaris 1.33 Dual VVT-i Life Fünftürer | 15.850 |
| Yaris 1.33 Dual VVT-i Executive Fünftürer | 17.150 |
| Yaris 1.33 Dual VVT-i Club Fünftürer | 16.800 |
| Ausstattungen | Preis in Euro |
| ABS | Serie |
| ESP | Serie |
| ASR | Serie |
| Airbag Fahrer | Serie |
| Airbag Beifahrer | Serie |
| Seitenairbags vorn | Serie |
| Kopfairbags vorn | Serie |
| Kopfairbags hinten | Serie |
| elektr. Fensterheber vorn | Serie |
| elektr. Fensterheber hinten | Serie bei Executive |
| elektr. verstellbare Außenspiegel | Serie |
| Klimaanlage | 1.200 |
| Klimaautomatik | Serie bei Executive |
| Zentralverriegelung mit Fernbed. | Serie ab Cool |
| Automatikgetriebe | 1.200 (CVT) |
| Bildschirmnavigation | 550 (ab Life) |
| CD-Radio | 450 |
| MP3 | Serie bei CD-Radio |
| Metalliclackierung | 460 |
| Leichtmetallfelgen | Serie ab Life |
| Sitzhöheneinstellung | Serie |
| Tempomat | 700 (nur Executive) |
| Nebelscheinwerfer | Serie ab Club |
| Knieairbag für den Fahrer | Serie |
| Lederlenkrad und -schaltknauf | Serie ab Life |
| Multimedia-Audiosystem | Serie ab Life |
| Bluetooth-Freisprecheinrichtung | Serie ab Life |
| Rückfahrkamera | Serie ab Life |
| Dachspoiler | Serie bei Club |
| Sport-Lederlenkrad | Serie bei Club |
| Handschuhfach mit integrierter Kühlfunktion | Serie bei Executive |
| Einparkhilfe hinten | 350 |
| Panorama-Glasdach | 950 (ab Club) |
| Start-Stopp-System | 550 (ab Cool) |
Datenblatt
| Motor und Antrieb | |
| Motorart | Reihen-Ottomotor |
| Zylinder | 4 |
| Ventile | 4 |
| Hubraum in ccm | 1.329 |
| Leistung in PS | 99 |
| Leistung in kW | 73 |
| bei U/min | 4.000 |
| Drehmoment in Nm | 125 |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Gänge | 6 |
| Getriebe | Schaltgetriebe |
| Fahrwerk | |
| Spurweite vorn in mm | 1.460 |
| Spurweite hinten in mm | 1.445 |
| Radaufhängung vorn | McPherson-Vorderachse |
| Radaufhängung hinten | Torsionslenker-Hinterachse |
| Bremsen vorn | innenbelüftete Scheiben, 278 mm |
| Bremsen hinten | Trommelbremsen, 203 mm |
| Wendekreis in m | 9,4 |
| Räder, Reifen vorn | 175/65 R15 |
| Räder, Reifen hinten | 175/65 R15 |
| Lenkung | Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung |
| Maße und Gewichte | |
| Länge in mm | 3.885 |
| Breite in mm | 1.695 |
| Höhe in mm | 1.510 |
| Radstand in mm | 2.510 |
| Leergewicht in kg | 1.015 |
| Zuladung in kg | 465 |
| Kofferraumvolumen in Liter | 286 |
| Kofferraumvolumen, variabel in Liter | 768 |
| Tankinhalt in Liter | 42 |
| Kraftstoffart | Super |
| Fahrleistungen / Verbrauch | |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 175 |
| Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden | 11,7 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 5,4 |
| EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km | 6,8 |
| EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km | 4,5 |
| CO2-Emission in g/km | 123 |
| Schadstoffklasse | Euro 5 |
| Fixkosten | |
| Steuer pro Jahr in Euro | 34 |
| Haftpflicht-Klasse | 14 |
| Teilkasko-Klasse | 16 |
| Vollkasko-Klasse | 17 |
Bildergalerie: Größer, aber nicht teurer
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