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Für eine persönlichere Erfahrung

Geely Starray EM-i (2026) im Test: Nochn Gesicht

Kann das Plug-in-Hybrid-SUV aus China mit europäischen Qualitäten überzeugen?

Geely Starray EM-i (2026) im Test
Bild von: Geely

Namen sind nur Schall und Rauch. Das sagt Goethes Faust. Aber 1808 gab es noch keine Autos, bei denen der richtige Name viel ausmachen kann. Ob 5er, Corsa oder Octavia, man weiß Bescheid. Nicht ohne Grund nennt VW seinen neuen Elektro-Kleinwagen ID. Polo. 

Praktisch, wenn man sich in der eigenen Historie bedienen kann. Doch genau hier kämpfen die automobilen Newcomer aus China, wenn es nach Europa geht. Kryptische Modellbezeichnungen, die man sich kaum merken kann. Geely tauft sein Plug-in-Hybrid-SUV auf den Namen "Starray", ein Kofferwort aus Star (Stern) und Array (Anordnung, Feld, Strahlenkreis). Aber wer ist Geely selbst überhaupt?

Bildergalerie: Geely Starray EM-i (2026) im Test

Geely Auto ist Teil der Geely Auto Group, zu der unter anderem die Marken Geely, Lynk & Co und Zeekr gehören. Die Geely Auto Group wiederum ist Bestandteil der Geely Holding Group, eines globalen Mobilitätsunternehmens mit einem breit diversifizierten Markenportfolio entlang der automobilen Wertschöpfungskette. Oder vereinfacht gesagt: Holding als Über-Mutti.

Zur Geely Holding Group gehören unter anderem Volvo Cars, Polestar, Lotus und LEVC (das London Taxi). Darüber hinaus ist Geely im Rahmen eines Joint Ventures gemeinsam mit der Mercedes-Benz Group AG an der Marke smart beteiligt. Zusätzlich hält der Geely-Gründer Li Shufu eine Beteiligung von rund 10 Prozent an der Mercedes-Benz Group AG.

"Mit Forschungs- und Entwicklungszentren an wichtigen Innovationsstandorten wie Frankfurt am Main, Göteborg, Coventry, Hangzhou und Ningbo verbindet die Gruppe globale Technologiekompetenz mit lokalem Marktverständnis." klotzt man selbstbewusst. Wir waren im Geely Starray EM-i unterwegs, um zu prüfen, ob das stimmt.

Schnelle Daten Geely Starray EM-i (2026)
Antrieb Saugbenziner, 1.499 ccm plus Elektromotor
Getriebe 1-Gang-Automatik
Leistung / Drehmoment 73 kW (Benziner), 160 kW (Elektro) / 125 Nm (Benziner), 262 Nm (Elektro)
0 - 100 km/h 8,2 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Verbrauch (WLTP) / CO2-Emissionen 6,2 Liter/100 km (bei entladener Batterie)
Basispreis 37.990 Euro (Max+)

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit


Karosserie/Design

Der im C-SUV-Segment positionierte Geely Starray EM-i baut wie der rein elektrische E5 auf der GEA-Plattform (Global Intelligent New Energy Architecture) auf. Die Karosserie misst 4.740 Millimeter in der Länge, 1.905 Millimeter in der Breite sowie 1.685 Millimeter in der Höhe bei einem Radstand von 2.755 Millimetern. Das ist ungefähr Skoda-Kodiaq-Niveau.

Optisch schwelgen die Macher von "präzise modellierten Flächen". Wir würden sagen: Weder zum Niederknien schön, noch ausgesprochen unansehnlich. Ein SUV unter vielen, in Richtung Heck mit gewisser Porsche-Macan-Note. Angenehm normal sind die Bügeltürgriffe. Zur umfangreichen Exterieur-Ausstattung gehören Voll-LED-Scheinwerfer mit Automatik-Funktion, durchgehende LED-Rückleuchten, sowie eine intelligente Fernlichtsteuerung.

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Bild von: Geely

Ergänzt wird die Außenausstattung durch eine Dachreling, eine Sichtschutz-Verglasung im Fond, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, beheizbare Scheibenwaschanlagen sowie eine beheizbare Front- und Heckscheibe mit Entfrostungsfunktion und ein Regensensor.

Für die Lackierung steht Alpinweiß aufpreisfrei zur Verfügung, während Wolkensilber, Polarschwarz, Vulkangrau, Dschungelgrün und Gletscherblau gegen Aufpreis wählbar sind. Je nach Ausstattung rollt der SUV auf 18-Zoll-Giti-Reifen der Dimension 225/55 R18 in der Variante Pro oder auf 19-Zoll-Goodyear-Reifen der Dimension 235/50 R19 in den Linien Pro+ und Max+.

Abmessungen Geely Starray EM-i (2026)
Länge x Breite x Höhe 4.740 x 1.905 x 1.685 mm
Radstand 2.755 mm
Kofferraumvolumen 528 - 2.065 Liter
Leergewicht 1.730 - 1.815 kg
Zuladung n.b.
Anhängelast n.b.

Innenraum

Im Innenraum bietet der Starray EM-i ein großzügiges Raumangebot mit spezifischen Fondmaßen von 125 Millimetern Kniefreiheit, 376 Millimetern Fußraum, 73,5 Millimetern Kopffreiheit und 1.449 Millimetern Schulterfreiheit. Besonders im Fond lässt es sich luftig logieren, auch im Kofferraum herrscht kein Platzmangel.

Das Gepäckraumvolumen beträgt regulär 528 Liter und lässt sich durch das Umklappen der im Verhältnis 60 zu 40 geteilten Rücksitzlehnen auf bis zu 2.065 Liter erweitern. Zuzüglich stehen 100 Liter Stauraum unter dem Ladeboden sowie 14 Liter in Form von Schubladen unter der Rücksitzbank zur Verfügung.

Geely Starray EM-i (2026) im Test
Geely Starray EM-i (2026) im Test
Geely Starray EM-i (2026) im Test

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Bilder von: Geely
Bilder von: Geely

Das Interieur zeichnet sich durch überraschend hochwertige Materialien aus, wobei der Farbton Graphit aufpreisfrei ist und die Farboption Bernsteinbraun exklusiv für die Ausstattungslinie Max+ gegen Aufpreis angeboten wird.

Löblich sind die noch vorhandenen echten Schalter, etwa für die Lautstärke, die qualitativ gut wirken. Pluspunkte sammeln auch die vielen Ablagen. Abzüge gibt es aber für das eigenwillig, fast eckig geformte Lenkrad.

Zur Komfortausstattung zählen ein Panorama-Glasdach, ein beheizbares Multifunktionslenkrad in Mikrofaserleder, ein sechsfach elektrisch verstellbarer Fahrersitz, ein vierfach elektrisch verstellbarer Beifahrersitz sowie eine Sitzheizung vorne. In der Topausstattung fehlt nicht einmal eine Sitzbelüftung.

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Bild von: Geely

Eine Klimaautomatik mit N95-Filter, Luftausströmern im Fond und Fernbedienungsfunktion sorgt für das passende Innenraumklima. Das digitale Cockpit wird über das Flyme Auto Infotainmentsystem gesteuert, welches auf einem E04-Hochleistungs-Chipsatz basiert und einen 15,4-Zoll-HD-Touchscreen sowie ein 10,2-Zoll-Digitaldisplay nutzt. In beiden Fällen wäre mehr Aufgeräumtheit wünschenswert, um Ablesbarkeit und Bedienkomfort zu verbessern. 

Ergänzt wird die Vernetzung durch kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, Over-the-Air-Updates, 4G-Konnektivität, Online-Navigation, ein Head-up-Display sowie den Sprachassistenten "Hi Geely", der über 200 Befehle in mehr als zehn Sprachen versteht. Während das Audiosystem in den ersten Ausstattungslinien über sechs Lautsprecher verfügt, besitzt die Variante Max+ das Flyme Sound Premium Audiosystem mit 16 Lautsprechern inklusive intelligenter Kopfstützen-Lautsprecher und ein adaptives Ambient Lighting.

Antrieb/Fahreindrücke

Der Antrieb des Geely Starray EM-i ist als Plug-in-Hybrid mit Frontantrieb ausgeführt ist. Als Verbrennungsmotor dient ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor mit 1,5 Liter Hubraum, einer Leistung von 73 kW beziehungsweise 99 PS sowie 125 Newtonmetern Drehmoment, der die Abgasnorm Euro 6e-bis erfüllt und laut Geely mit einer thermischen Effizienz von 46,5 Prozent arbeitet.

Kombiniert wird dieser mit einem 160 kW starken Elektromotor, der ein Drehmoment von 262 Newtonmetern bereitstellt, was zu einer Systemleistung von 193 kW (262 PS) führt. 

Dem Fahrer stehen die drei Fahrmodi Elektro, Hybrid und Sport zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h, während die Beschleunigung von null auf 100 km/h in 8,0 Sekunden bei der Version Pro und in 8,2 Sekunden bei den Versionen Pro+ und Max+ erfolgt. 

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Bild von: Geely

Das Fahrwerk nutzt an der Vorderachse eine McPherson-Aufhängung und an der Hinterachse eine Mehrlenker-Konstruktion, kombiniert mit innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und Vollscheiben hinten.

Für ein europäisches Fahrverhalten wurde das Modell im European Technical Center in Raunheim abgestimmt. Die Abstimmung zielte auf eine präzise Lenkungscharakteristik, eine ausgewogene Fahrwerksabstimmung und kontrollierte Karosseriebewegungen ab, um Fahrkomfort und Fahrpräzision auf Stadtstraßen, Landstraßen und Autobahnen in Einklang zu bringen.

Die Praxis zeigt: An der Rückmeldung der etwas eckig agierenden Lenkung muss noch gearbeitet werden. Indes passt diese weiche Auslegung das gut zur Komfortausrichtung des Fahrwerks und der leisen Fortbewegung im reinen Elektro-Modus. Sobald sich der Verbrenner zuschaltet, kommt mehr Präsenz in die Bude, zumal beim harten Tritt aufs Gaspedal.

Das Sicherheitskonzept umfasst sieben Airbags, Isofix-Befestigungen, das Geely Traktionskontrollsystem G-TCS, eine 360-Grad-Kamera mit Bodenansicht sowie ein umfangreiches ADAS-Fahrassistenzpaket mit automatischer Notbremsung, adaptivem Tempomaten, Spurhalte- und Spurwechselassistenten, Totwinkelwarner sowie Querverkehrswarner. Alle diese Helferlein piepsen im Starray EM-i aber gefühlt stärker als im rein elektrischen Schwestermodell E5. 

Verbrauch/Preis

Bei der Energiespeicherung setzt Geely auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP). Die Einstiegsvariante Pro nutzt einen Akku mit 18,4 kWh Kapazität, der eine rein elektrische WLTP-Reichweite von 83 Kilometern im kombinierten Zyklus sowie 112 Kilometern im Stadtverkehr ermöglicht.

Die Modelle Pro+ und Max+ verfügen über einen 29,8 kWh großen Akku für bis zu 136 Kilometer elektrische Reichweite kombiniert beziehungsweise 185 Kilometer in der Stadt. In der Tat reicht diese Batterie aus, um unter der Woche einen täglichen Arbeitsweg von 26 Kilometern rein elektrisch zurückzulegen.  

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Bild von: Geely

Die WLTP-Gesamtreichweite mit dem 51 Liter fassenden Kraftstofftank liegt bei 1.002 Kilometern für die Pro-Variante und bei 1.055 Kilometern für Pro+ und Max+. Das Wechselstrom-Laden (AC) erfolgt serienmäßig mit 6,6 kW, was eine Ladezeit von 25 bis 100 Prozent in 3,0 Stunden beim Pro und 4,6 Stunden bei den größeren Akkus erfordert.

Beim Gleichstrom-Schnellladen (DC) erreicht der Pro eine Leistung von 38 kW mit einer Ladezeit von 30 auf 80 Prozent in 20 Minuten, während Pro+ und Max+ mit bis zu 78 kW in 16 Minuten von 30 auf 80 Prozent geladen werden können. Zusätzlich stehen Vehicle-to-Load- und Vehicle-to-Vehicle-Funktionen mit bis zu 6,6 kW zur Verfügung.

Der gewichtete kombinierte WLTP-Kraftstoffverbrauch liegt bei 2,4 Litern pro 100 Kilometer für die Pro-Version (bei einem Stromverbrauch von 14,7 kWh/100 km und CO2-Emissionen von 54 g/km) sowie bei 1,5 Litern pro 100 Kilometer für Pro+ und Max+ (bei 18,3 kWh/100 km und 33 g CO2/km). Bei entladener Batterie beträgt der kombinierte Kraftstoffverbrauch für alle Versionen 6,2 Liter auf 100 Kilometer (CO2-Klasse E). Das deckt sich mit unseren Eindrücken, eine Fünf vor dem Komma ist je nach Fahrertyp aber erzielbar.

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Geely Starray EM-i (2026) im Test

Bild von: Geely

Die Verkaufspreise starten in Deutschland bei 32.990 Euro für die Linie Pro, 35.990 Euro für den Pro+ und 37.990 Euro für den Max+. Geely gewährt eine umfassende Garantie von acht Jahren oder 200.000 Kilometern auf das Fahrzeug, den Antrieb und die Batterie. Keine schlechten Kennziffern, zumal im Konkurrenzvergleich: Ein VW Tayron 1.5 eHybrid etwa kostet mindestens 55.520 Euro, ein Opel Grandland liegt als Plug-in-Hybrid bei knapp 44.000 Euro. 

Da könnte man schon ins Grübeln kommen. Wäre da nicht die Frage nach dem Händlernetz in Deutschland. 23 Stützpunkte gibt es derzeit, Nord- und Ostdeutschland, aber auch Baden-Württemberg sind noch Geely-frei. Das soll sich ändern, bis Ende 2026 peilt man 50 Standorte im Bundesgebiet an. Hoffentlich. Oder wollen Sie 100 Kilometer und mehr zur Werkstatt fahren?

Fazit: 7/10

Interessant ist der Geely Starray EM-i durchaus, liefert aber erst in den höheren Versionen eine richtig gute elektrische Reichweite und Ladezeit. Positiv sticht die Materialauswahl im Innenraum hervor, bei Antrieb, Fahrwerk und Assistenzsystemen ist etwas Feinschliff nötig. Wer sich nicht auf wilde Kurvenhatz begibt, kann mit dem Geely glücklich werden.

Mit der weitreichenden Garantie über acht Jahre beziehungsweise 200.000 Kilometer bietet der Starray EM-i ab einem Einstiegspreis von 32.990 Euro ein preislich attraktives Angebot im Plug-in-Hybrid-Segment. Größter Knackpunkt ist aber derzeit noch die magere Anzahl an Händlern.

   

Pro

  • gutes Platzangebot
  • wertige Materialauswahl im Innenraum
  • günstige Preise, lange Garantie
   

Contra

  • teils nervige Assistenzsysteme
  • keine weiteren Antriebe im Programm
  • bislang dünnes Händlernetz