Tatsächlicher Verbrauch: Jaecoo 7 Plug-in-Hybrid im Test
Wie viel Sprit braucht das 347 PS starke China-Modell im realen Verkehr?
Zu den ersten chinesischen Plug-in-Hybriden (PHEVs), die in Europa angekommen sind, gehört der Jaecoo 7. In Deutschland ist er noch nicht erhältlich, doch das könnte sich bald ändern. In Italien wird das Fahrzeug als "Super Hybrid" angeboten. Diese Bezeichnung soll durch hohe Effizienz und viel Leistung, ein recht großes Batteriepack und einen großzügigen Benzintank gerechtfertigt sein. Die Gesamtreichweite soll über 1.200 km betragen.
Da ich ein neugieriger Mensch bin, wollte ich selbst testen, wie viel der Jaecoo 7 verbraucht und habe ihn unserem wöchentlichen Verbrauchstest unterzogen. Auf der Standard-Teststrecke von Rom ins norditalienische Forlì kam das neue Kompakt-SUV auf einen sehr guten Durchschnitt von 3,45 Liter/100 km. Mit deutschen Benzinpreisen ergeben sich daraus Spritkosten von 5,80 Euro je 100 km. Dazu kommt noch der Strom, denn wie immer fuhren wir in Rom mit voller Batterie los. Beim Verlassen der italienischen Hauptstadt bin ich 108 km im Elektromodus gefahren. Das ist eines der besten Ergebnisse, die ich bei Plug-in-Hybriden bisher erzielt habe.
Nur wenige Plug-in-Hybrid-SUVs sind sparsamer
Im Ranking der bisher von mir getesteten PHEVs positioniert sich der Neuling von Jaecoo mit dem SHS-Antrieb (Super Hybrid System) hervorragend. Er liegt noch vor dem Mercedes B 250 e (3,55 Liter/100 km), dem Ford Kuga 2.5 Plug-in Hybrid 2WD (3,80 Liter), dem BYD Seal U DM-i AWD (3,80 Liter) und dem DS 4 E-Tense 225 (4,20 Liter).
Jaecoo 7 Super Hybrid: Ein sehr sparsames Plug-in-SUV mit imposanter Optik
Die einzigen Plug-in-Hybrid-SUVs, die weniger verbrauchten, sind der Mercedes GLC 300 de 4Matic Plug-in hybrid Coupé (3,35 Liter), der Toyota RAV4 Plug-in Hybrid (3,25 Liter) sowie der Kia Niro 1.6 GDi Plug-in Hybrid DCT und der VW Tiguan 1.5 TSI eHybrid DSG, beide Spitzenreiter mit einem Verbrauch von nur 3,10 Liter/100 km.
Viel Leistung, Platz und Komfort
Das Modell, das ich getestet habe, war ei italienischer Jaecoo 7 Super Hybrid Exclusive. Das ist die Topversion. Sie besitzt einen 347 PS starken Vorderradantrieb, für den ein 1,5-Liter-Turbobenzinmotor zusammen mit einem Elektromotor sorgt. Damit kombiniert wird ein Automatikgetriebe. Ansonsten besitzt der Wagen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer, getönte Scheiben, ein Panorama-Schiebedach, eine elektrisch bediente Heckklappe, versenkte Türgriffe, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, einen 14,8-Zoll-Touchscreen, beheizte und belüftete Vordersitze, ein Head-up-Display und ein Sony-Audiosystem mit acht Lautsprechern.
Cockpit im chinesischen Stil: Große Displays, wenig Knöpfe
Mit der Metallic-Lackierung steigt der italienische Listenpreis auf 41.500 Euro, was nicht gerade günstig ist. Aber angesichts der reichhaltigen Ausstattung und der modernen Features erscheint es angemessen. Persönlich habe ich die großzügigen Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck, die üppige Leistung, die gute Materialqualität und den Komfort an Bord geschätzt.
Weniger begeistert war ich hingegen vom Fehlen physischer Tasten für die Klimasteuerung, die nicht besonders intuitiven Touchscreen-Menüs, die wenig ergonomischen Fensterheber-Knöpfe und den zu weitwinkligen Innenspiegel. Auch wird die hohe Leistung manchmal nicht gut auf die Straße gebracht.
Sehr niedriger Verbrauch bei entleerter Batterie
Mit entleerter Batterie wird der Plug-in-Hybrid-Jaecoo zu einem echten Sparwunder. Der Benzinverbrauch ist so niedrig, dass er neue Rekorde aufstellt, insbesondere im Stadt-Umland-Mix. Nur auf der (italienischen) Autobahn steigt der Verbrauch etwas an, wobei der Chinese auf das Niveau anderer Plug-in-SUVs zurückfällt. Der 60-Liter-Benzintank garantiert eine (aus der Bordcomputer-Anzeige errechnete) Reichweite von über 800 km, mit Spitzenwerten von über 1.500 km auf ausgesprochenen Spritspar-Strecken.
Im gemischten Stadt-Umland-Mix erzielt der Jaecoo 7 Super Hybrid rekordniedrige Verbrauchswerte
Beim Fahren mit voller Batterie, einem LFP-Akku mit 18,3 kWh Speicherkapazität, konnte ich auf einer idealen Strecke eine (errechnete) elektrische Reichweite von 120 km erzielen. Im Alltag ist es realistischer, mit 80 km Elektro-Reichweite zu rechnen.
Verbrauch bei entleerter Batterie
- Stadt-Umland-Mix: 4,5 Liter/100 km
1.335 km Reichweite (errechnet) - (Italienische) Autobahn: 7,2 Liter/100 km
828 km Reichweite (errechnet) - Spritspartest: 3,7 Liter/100 km
1.620 km Reichweite (errechnet)
Aus dem offiziellen Datenblatt
| Jaecoo 7 Super Hybrid Exclusive | |
| Antrieb | Hybrid (Benzin, 1.499 ccm) |
| Leistung | 105 kW |
| CO2-Emissionen (WLTP) | 23 g/km |
| Abgasnorm | Euro 6E |
Daten des Testfahrzeugs
Fahrzeug: Jaecoo 7 Super Hybrid Exclusive
Basispreis: 40.900 Euro in Italien, in Deutschland noch nicht erhältlich
Testdatum: 23. Mai 2025
Wetter (Abfahrt/Ankunft): Sonnig, Regen 26 Grad / Regen, Bewölkt, 15 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 74 km/h
Reifen: Kumho Ecsta PS71 - 235/50 R19 103V XL (EU-Label: C, A, 72 dB)
Verbrauch und Kosten
Bordcomputer-Anzeige: 3,3 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 3,6 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,45 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,68 Euro/Liter (Super E10)
Spritkosten: 5,80 Euro/100 km
Unsere italienischen Kollegen bieten ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse an. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.
Und so ermitteln wir den Verbrauch
Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.
Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).
Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.
Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.
Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise(Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).
Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 42 Cent pro kWh (durchschnittlich gezahlter Preis für Haushaltsstrom in Deutschland im 2. Halbjahr 2023 laut Destatis). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.
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