2023 erhielt der Mercedes GLA eine Überarbeitung zur Hälfte seiner Generations-Lebenszeit. Dabei bekam das Kompakt-SUV Updates in Sachen Design, Ausstattung und Motorisierung. Die Plug-in-Hybrid-Version mit dem elektrifizierten 1,3-Liter-Turbobenziner und einer Systemleistung von 218 PS wird weiter angeboten. Aber kurioserweise wurde die Batteriekapazität von 15,6 auf 11,5 kWh reduziert.

So ergibt sich nun die Gelegenheit, ob und wenn ja wie stark die kleinere Batterie den Verbrauch verändert. So haben wir den Mercedes GLA 250 e, wie der Plug-in-Hybrid offiziell heißt, in unseren wöchentlichen Verbrauchstest geschickt. Dabei kam der Mercedes auf einen Durchschnitt von 5,10 Liter/100 km. Dazu kommt noch der Strom, denn wie immer fuhren wir mit voller Batterie in Rom los. Auf dem Weg aus der italienischen Hauptstadt heraus schafften wir 60 km im Elektromodus.

Verbrauch nicht höher als beim Vorgänger mit größerem Akku

Interessanterweise lag damit der Verbrauch des überarbeiteten Mercedes GLA 250 e genau gleichauf mit dem Wert des Vor-Facelift-GLA mit der größeren Batterie. Mit 5,1 Liter auf 100 km liegt das Auto nach wie vor etwas schlechter als der Durchschnitt der Kategorie.

Fotos - Mercedes GLA (2023)

Mercedes GLA: Die Front

Der GLA ist etwas sparsamer als der Jeep Compass 4xe (5,15 Liter) und der Alfa Romeo Tonale Plug-in Hybrid (5,40 Liter).

Niedrigere Verbräuche weisen dagegen auf: der Peugeot 3008 Hybrid4 300 (4,50 Liter) und der Hyundai Tucson Plug-in-Hybrid (ebenfalls 4,50 Liter), der Ford Kuga Plug-in-Hybrid (3,80 Liter) und der Toyota RAV4 Plug-in Hybrid (3,25 Liter).

An Innenraum und Technik mangelt es dem GLA nicht

Bei dem von mir getesteten Auto handelt es sich um einen italienischen Mercedes GLA 250 e in der Ausstattungsversion AMG Line Premium Plus. Das ist praktisch das Topmodell der Baureihe. Serienmäßig an Bord sind hier das Panorama-Schiebedach, Multibeam-LED-Scheinwerfer, elektrisch einstellbare Vordersitze mit Memory-Funktion und das Parkpaket mit 360-Grad-Rundumsicht-System.

Mercedes-Benz GLA (2023)

Mercedes GLA: Das Cockpit

In Deutschland werden laut Konfigurator 60.790 Euro für die genannte Version verlangt, in Italien kostet das Auto 66.317 Euro. Mit der Metallic-Lackierung, dem Fahrerassistenz-Paket und einigen weiteren Extras steigt der italienische Listenpreis auf rund 67.000 Euro. Dafür bekommt man ein komfortables Auto mit guten Leistungsreserven, das auch noch genügend Platz für die Familie und das Gepäck hat, sowie ziemlich fortschrittliche Technik in Sachen Assistenzsysteme.

Verbrauch nicht übertrieben hoch, aber kleiner Tank

Mit leerer Batterie hat der geliftete Mercedes GLA einen Verbrauch, der nicht übertrieben, aber auch nicht rekordverdächtig ist. Mit dem nur 35 Liter großen Benzintank sind keine großen Reichweiten drin; meist sind es sogar weniger als 500 km.

Die 11,5-kWh-Batterie ermöglicht elektrische Reichweiten, die fast immer um die 50 km liegen; nur bei sehr vorsichtiger Fahrweise schafft man mehr.

Verbrauch bei leerer Batterie

  • Stadt-Umland-Mix: 6,6 Liter/100 km, 528 km Reichweite (errechnet)
  • Landstraße: 8,3 Liter/100 km, 420 km Reichweite (errechnet)
  • Spritspartest: 4,8 Liter/100 km, 728 km Reichweite (errechnet)
Mercedes-Benz GLA (2023)

Mercedes GLA: Das Heck

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Abgasnorm Reichweite
(WLTP)
CO2-Emissionen
(WLTP)
Mercedes GLA 250 e Benzin 218 PS Euro 6E 62-70 km 24-31 g/km

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Mercedes GLA 250 e AMG Line Premium Plus
Listenpreis: 60.790 Euro (in Italien: 66.317 Euro)
Testdatum: 19. Januar 2024
Wetter (Abfahrt/Ankunft): Klar, Regen, 10 Grad / Variabel, Regen, 5 Grad
Während der Tests gefahren: 960 km
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 72 km/h
Bereifung: Pirelli Scorpion Winter - 235/50 R19 M+S

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 5,1 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 5,1 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 5,10 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,73 Euro/Liter (Super E10)
Spritkosten: 8,82 Euro/100 km

Unsere italienischen Kollegen erstellen ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 47 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland Anfang 2023 laut Verivox). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.