Kleinwagen im Mini-Design mit 92 PS starkem 1,3-Liter-Benziner im Test

Eilig oder flink heißt die deutsche Übersetzung für das englische Wort swift. Das gleichnamige Modell von Suzuki ist denn auch recht flott motorisiert: Der neue Swift wird ausschließlich mit einem 92 PS starken Motor angeboten. Das bis 2001 lieferbare alte Modell war nicht in allen Versionen so sportlich. Aber noch etwas ist neu beim Swift: Während der Vorgänger wirklich bieder und sehr nach 80er-Jahre-Auto aussah, kommt der Neue ganz frisch daher – in einer Optik, die sich an den populären Mini anlehnt. Ab 7. Mai 2005 steht der neue Swift bei den Händlern. Wir haben das Auto für Sie getestet.

Freundlicher Stadtflitzer
Suzuki versteht den Swift als freundlichen Stadtflitzer. Für die Freundlichkeit spricht die rundliche Karosserieform mit den sympathischen Leuchten. In der Stadt kurvt man mit dem weniger als 3,70 Meter langen Fahrzeug besonders bequem. Und Flitzerqualitäten soll dem Auto sein 92-PS-Motor verleihen.

92 PS zum Anfang
Der einzige, zum Verkaufsstart angebotene 1,3-Liter-Benziner treibt das Auto in glatt elf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Der Spritverbrauch wird mit 6,2 Litern angegeben. Zum Vergleich: Der Micra mit 88-PS-Motor verbraucht fast dasselbe und erreicht eine sehr ähnliche Höchstgeschwindigkeit, ist aber beim Spurt um fast eine Sekunde langsamer. Auch subjektiv wirkt der Swift flink. Wer möchte, kann beim Anfahren an der Ampel schon mal die Reifen quietschen lassen. Nur auf der Autobahn, bei hohen Geschwindigkeiten, wünscht man sich manchmal noch etwas mehr Kraft.

Weitere Versionen noch 2005
Wem die Startmotorisierung nicht zusagt, der kann ab Herbst 2005 auch einen 1,5-Liter-Ottomotor mit 102 PS und variabler Ventilsteuerung wählen. Ebenfalls noch 2005 soll es eine supersportliche Version geben, über deren Motorisierung noch nichts bekannt ist. Anfang 2006 folgt dann ein 70 PS starker 1,3-Liter-Diesel, der von Suzukis Konzernmutter General Motors stammt und etwa aus dem Opel Corsa bekannt ist. Ab 2007 soll es auch ein Swift Cabrio geben.

Schön einrastender Schalthebel
Mit dem 92-PS-Motor wird ein Fünfgang-Schaltgetriebe kombiniert. Der Schalthebel vermittelt einen ausgesprochen positiven Eindruck: Er rastet spürbar ein, ohne zu hakeln. Zu dem recht sportlichen Charakter des Motors passt auch das eher straffe Fahrwerk des Swift. Bodenunebenheiten fallen nicht mehr auf als bei Kleinwagen üblich.

Schickes Innendesign
Im Inneren setzt sich das gute Design der Swift-Karosserie fort. In der von uns gefahrenen Topausstattung Comfort Plus jedenfalls ist nichts von langweiligem Billigcharme zu sehen: Das schwarze Armaturenbrett erfreut mit großzügigen, glatten Flächen. Aludetails heitern das Ganze auf und setzen sportlich-edle Akzente. Auch die Instrumente sind schön anzusehen. Einzig das Lenkrad mit dem großen Suzuki-Logo fällt optisch etwas ab. Die Sitze bieten annehmbaren Seitenhalt. Besser hätten die Möbel gepasst, wenn die Sitzbreite nicht für ziemlich beleibte Fahrer ausgelegt wäre. Die Kopfstützen lassen sich für mittelgroße Erwachsene weit genug herausziehen. Sowohl Lenkrad als auch Sitz können bei allen Versionen in der Höhe eingestellt werden. Die Ablagen in der Umgebung des Fahrers reichen aus.

Drei- und Fünftürer mit viel Platz im Fond
Wir fuhren den Swift als Fünftürer. Darüber hinaus gibt es einen Dreitürer. Die früher einmal angebotene viertürige Stufenheckversion soll es beim neuen Modell aber nicht geben. Der Dreitürer hat vier Sitzplätze, der Fünftürer fünf. Dementsprechend sind beim Fünftürer drei Dreipunktgurte und drei Kopfstützen Serie. Dabei ist der mittlere Gurt in der Sitzlehne untergebracht. Das erleichtert das Anlegen gegenüber einer Verankerung im Fahrzeugdach. Der Sitzkomfort im Fond ist gut: Während die Kniefreiheit klassentypisch ist, fällt die Kopffreiheit besonders positiv auf. Auch die Kopfstützen reichen für Erwachsene aus. Ein Manko ist jedoch das völlige Fehlen von Ablagen auf den hinteren Plätzen.

Kofferraum mit Wickelsystem
Am Kofferraum erstaunt die recht hohe Ladeschwelle: Wer beim Ausladen etwa einen schweren Getränkekasten darüber heben muss, dem wird das weniger gefallen. Auch die Kofferraumklappe öffnet nicht weit genug nach oben, was eine Verletzungsgefahr für Große in sich birgt. Bei Normalkonfiguration passen 213 Liter Gepäck in den Kofferraum des kleinen Suzuki. Das Transportvolumen lässt sich erweitern, indem man die Lehne nach vorne klappt und dann den gesamten Sitz in die Vertikale kippt – dieses Wickelsystem findet sich in letzter Zeit bei Kleinwagen immer häufiger. Ein Vorteil ist der ebene Laderaum, der sich so ergibt. Doch auch Nachteile gibt es. So versperren die hochgewickelten Sitze den Zugang von den Fondtüren her und verkleinern die verfügbare Laderaumlänge.

Provisorisch wirkende Sitzarretierung
Beim Swift kommt hinzu, dass die senkrecht stehenden Sitze eigens mit einem Band an den Vordersitzlehnen befestigt werden müssen. Andere Hersteller bieten hier mit einem Paar Gasdruckfedern bessere Lösungen. Das Kofferraumvolumen bei umgeklappten Rücksitzen gibt Suzuki nur für fensterhohe Beladung an. Dann passen 562 Liter hinein. Zum Vergleich: Der etwa gleich große Nissan Micra bietet mit 251 Litern in Normalkonfiguration und 584 Litern bei umgeklappten Rücksitzen und fensterhoher Beladung etwas mehr Laderaum.

Ab 10.990 Euro
Der neue Swift wird in drei Ausstattungen angeboten: Club, Comfort und Comfort Plus. Die dreitürige Basisversion ist ab 10.990 Euro zu haben. Das mag auf den ersten Blick viel sein, denn zahlreiche Kleinwagen sind schon für 1.000 Euro weniger erhältlich. Doch muss man an die Einstiegsmotorisierung von 92 PS denken: Die meisten Kleinwagen beginnen bei unter 70 PS. Zur Ausstattung zählen bei der Basisversion unter anderem sechs Airbags – sehr löblich, denn etwa beim VW Polo sind es serienmäßig nur vier. Hinzu kommen ABS, elektrische Fensterheber vorn und eine Zentralverriegelung. Ein ESP gibt es auch nicht gegen Aufpreis. Das soll sich ändern, wenn die erwähnte supersportliche Version auf den Markt kommt. Die soll es serienmäßig mit ESP geben.

Vergleich mit dem Nissan Micra
Vergleichen wir den Swift mit dem etwa gleich großen Nissan Micra: Die Version mit 88 PS und drei Türen ist erst ab 13.160 Euro zu haben. Dafür bekommt man aber die hochwertige Ausstattung Acenta. Serienmäßig sind hier zwar zwei Airbags weniger an Bord als beim Swift. Hinzu kommen aber noch elektrisch einstellbare und beheizte Außenspiegel, Regensensor und ein Multifunktionslenkrad. Beim Swift kostet die Ausstattung Comfort 12.990 Euro, also 170 Euro weniger als für den Micra 1.4 Acenta zu zahlen sind. Auch er hat elektrisch bedienbare Außenspiegel. Statt eines Regenssensors und dem Multifunktionslenkrad finden sich Alufelgen und ein CD-Radio mit Lenkradfernbedienung. Insgesamt dürfte der Swift etwas günstiger sein als der Micra. Überteuert kann man ihn jedenfalls nicht nennen.

Preisliste


Suzuki Swift Dreitürer

Grundpreis: 10.990 Euro
Swift 1.3 Club Dreitürer 10.990
Swift 1.3 Comfort Dreitürer 12.990
Swift 1.3 Comfort Plus Dreitürer 13.990
Swift 1.3 Club Fünftürer 11.490
Swift 1.3 Comfort Fünftürer 13.490
Swift 1.3 Comfort Plus Fünftürer 14.490
Metallic-Lackierung 315
Designpaket Concept S 1.240
Designpaket Evo 526

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Ottomotor, Multipointeinspritzung 
Zylinder
Ventile 16 
Hubraum in ccm 1.328 
Leistung in PS 92 
Leistung in kW 68 
bei U/min 4.200 
Drehmoment in Nm 116 
Antrieb Vorderradantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Maße und Gewichte
Länge in mm 3.695 
Breite in mm 1.690 
Höhe in mm 1.500 
Radstand in mm 2.380 
Leergewicht in kg 1.065 
Zuladung in kg 420 
Kofferraumvolumen in Liter 213 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 562 * 
Dachlast in kg 50 
Tankinhalt in Liter 45 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 175 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,0 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,2 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,0 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,1 
Schadstoffklasse Euro 4 
Weitere Informationen
1/moreName *) Bei Beladung bis Fenster 

Eilig, flink und schick