Nissan X-Trail Columbia: Samurai-SUV mit pfiffigen Details
Kompakt-Offroader soll vor allem junge und sportliche Käufer ansprechen
Sondermodell Columbia mit einigen Extras
Das Sondermodell Columbia ist eine Kooperation mit dem gleichnamigen Hersteller von Outdoorbekleidung. Es unterscheidet sich von den herkömmlichen Modellen durch 17-Zoll-Leichtmetallräder, ein elektrisches Glas-Hub-Schiebedach, eine Aluminiumpedalerie, einen in Wagenfarbe lackierten Dachspoiler, einen verchromten Kühlergrill, Nebelscheinwerfer, beheizbare und elektrisch anklappbare Außenspiegel sowie ESP. Optische Erkennungsmerkmale sind, neben dem Columbia-Aufkleber auf der Heckklappe und den Edelstahl-Einstiegsleisten, die ab der B-Säule verdunkelten Seitenscheiben.
In 9,9 Sekunden auf Tempo 100
Ansonsten bietet unser Testwagen gewohnte Kost. Die von uns getestete Version mit 2,5-Liter-Ottomotor ist die Top-Motorisierung innerhalb der Baureihe und leistet immerhin 165 PS bei 6.000 Umdrehungen. So gerüstet beschleunigt der Japaner in 9,9 Sekunden von null auf Tempo 100. Subjektiv können wir diesen Wert bestätigen. Der X-Trail lässt sich vor allem auf Landstraßen sehr flott und dynamisch fahren. Der Fahrspaß wird lediglich durch die etwas hakelige Schaltung getrübt. Auf der Autobahn endet der Vortrieb erst bei 190 Stundenkilometern.
Drei verschiedene Antriebs-Modi
Das vollelektronisch gesteuerte All-Mode-4x4-System bietet drei verschiedene Modi an. Im Modus 2WD gelangt die komplette Kraft auf die Vorderachse. Er bietet sich hauptsächlich auf trockener und asphaltierter Straße an. In der ,Auto-4WD-Funktion" verteilt das System je nach Fahrsituation die Kraft flexibel auf Vorder- und Hinterachse. Der dritte Modus ,4WD Lock" bietet eine feste Verteilung der Kraft im Verhältnis 57 zu 43 Prozent. Vor allem auf schlammigen und verschneiten Strecken soll der starre Antrieb von Vorteil sein. Fährt der Fahrer allerdings schneller als 30 km/h, schaltet das System automatisch in den ,Auto-4WD-Modus".
Schlechte Kraftübertragung auf die Straße
Leider kann der Allradantrieb unsere Erwartungen nicht ganz erfüllen. Selbst bei trockener Straße und fester Kraftverteilung auf alle Räder passiert es bei zu forschem Anfahren nicht selten, dass die Reifen durchdrehen. Der 165-PS-Motor überträgt seine Kraft offensichtlich nicht ideal auf die Straße. Bei schneller Kurvenfahrt im Fronttrieb-Modus neigt der X-Trail zum Untersteuern, Abhilfe schafft hier allerdings die Zuschaltung der ,Auto-4WD-Funktion". Die leichtgängige Lenkung erfüllt absolut ihr Soll und verleiht dem Fahrer auch in mehreren aufeinander folgenden Kurven jederzeit ein sicheres Gefühl über das Auto. Lediglich das etwas schwache Fahrwerk, das gelegentlich ins Wanken gerät, trübt das ansonsten positive Gesamtbild des Nissan.
Die Sitze sind eine Zumutung
Wie bei asiatischen Autos fast schon typisch, hat auch der X-Trail Columbia einen eher lustlos gestalteten Innenraum. Hier hätten die Entwickler ruhig noch etwas mehr Engagement zeigen können. Vor allem die schlechten Sitze sind fast schon eine Zumutung. Sie bieten kaum Seitenhalt und wackelt man an der Kopfstütze, spürt man deutlich, wie sich deren Führung in der Rückenlehne bewegt. Der Boden im Kofferraum ist aus Hartplastik, zum Fixieren von Gepäckstücken wird ein Gepäcknetz mitgeliefert. Leider hindert dies das Gepäck nicht am verrutschen, ein Teppich ist also unabdingbar und muss selbst nachgerüstet werden. Positiv am Gepäckraum ist, dass bei umgeklappter Rückbank eine 1,91 Meter lange Ladefläche entsteht. Über eine zu geringe Anzahl an Ablagen und Getränkehaltern kann man sich als X-Trail-Fahrer nicht beschweren. Vor allem die beiden Exemplare rechts und links auf dem Armaturenbrett sind sehr praktisch: Die an die Klimaanlage angeschlossenen Getränkehalter halten im Winter den Kaffee warm und im Sommer die Cola kalt.
Kein Spritsparer
Nissan gibt den Verbrauch mit durchschnittlich 9,4 Litern Super an. Im kombinierten Verkehr mit Autobahnfahrten und Stadtverkehr im ungefähr gleichen Verhältnis genehmigte sich der X-Trail in unserem Test zwischen 11,4 und 12,8 Liter auf 100 Kilometern. Der Wert ist gerade noch im erträglichen Bereich, ein Spritsparer ist das SUV aber wahrlich nicht.
Nissan X-Trail: Ab 29.340 Euro
Das Columbia-Sondermodell ist mit einem Preis von 29.340 Euro der momentan günstigeste X-Trail als Benziner. BMW will für den Klassenprimus X3 mindestens 33.500 Euro haben. Der günstigere Preis im Vergleich mit dem Konkurrenten schlägt sich zum Beispiel in den schlechten Sitzen und dem ungemütlich anmutenden Innenraum wieder.
Wertung
Preisliste
|
Nissan X-Trail 2.5 Columbia |
|
| Grundpreis: | 29.340 Euro |
| Ausstattungen | Preis in Euro |
| ABS | Serie |
| ESP | Serie |
| Airbag Fahrer | Serie |
| Airbag Beifahrer | Serie |
| Seitenairbags vorn | Serie |
| elektr. Fensterheber vorn | Serie |
| elektr. Fensterheber hinten | Serie |
| elektr. verstellbare Außenspiegel | Serie |
| Klimaautomatik | Serie |
| Zentralverriegelung mit Fernbed. | Serie |
| Bildschirmnavigation | 2.400 |
| elektr. Schiebedach | Serie |
| Metalliclackierung | 550 |
| Leichtmetallfelgen | 17 Zoll Serie |
| Sitzhöheneinstellung | Serie (Fahrer) |
| Tempomat | Serie |
Datenblatt
| Motor und Antrieb | |
| Motorart | Reihen-Ottomotor |
| Zylinder | 4 |
| Ventile | 4 |
| Hubraum in ccm | 2.488 |
| Leistung in PS | 165 |
| Leistung in kW | 121 |
| bei U/min | 4.000 |
| Drehmoment in Nm | 230 |
| Antrieb | Frontantrieb, Heckantrieb zuschaltbar |
| Gänge | 5 |
| Getriebe | Schaltung |
| Fahrwerk | |
| Spurweite vorn in mm | 1.530 |
| Spurweite hinten in mm | 1.530 |
| Bremsen vorn | innen belüftete Scheibenbremsen mit 280 Millimeter Durchmesser |
| Bremsen hinten | Scheibenbremsen mit 292 Millimetern Durchmesser |
| Wendekreis in m | 10,6 |
| Räder, Reifen vorn | 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 215er-Reifen |
| Räder, Reifen hinten | 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 215er-Reifen |
| Geländekompetenz | |
| Böschungswinkel vorn in Grad | 29 |
| Böschungswinkel hinten in Grad | 26 |
| Rampenwinkel in Grad | 21 |
| Steigfähigkeit in Prozent | 31 |
| Wattiefe in mm | 350 |
| Bodenfreiheit in mm | 200 |
| Maße und Gewichte | |
| Länge in mm | 4.455 |
| Breite in mm | 1.765 |
| Höhe in mm | 1.750 |
| Radstand in mm | 2.625 |
| Leergewicht in kg | 1.550 |
| Zuladung in kg | 385 |
| Kofferraumvolumen in Liter | 410 |
| Kofferraumvolumen, variabel in Liter | 1.841 |
| Anhängelast, gebremst in kg | 2.000 |
| Dachlast in kg | 100 |
| Tankinhalt in Liter | 60 |
| Kraftstoffart | Super bleifrei |
| Fahrleistungen / Verbrauch | |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 190 |
| Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden | 9,9 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 9,4 |
| EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km | 12,6 |
| EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km | 7,6 |
| Testverbrauch Minimum in Liter/100 km | 11,4 |
| Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km | 12,8 |
| CO2-Emission in g/km | 226 |
| Schadstoffklasse | Euro 4 |
Bildergalerie: Samurai-Offroader
Auch interessant
Nissan X-Trail (2027): Erste Fotos der nächsten Generation des SUVs
Letzte Chance für Verbrenner-Macan: Porsche stockt Bestand vor Produktionsende auf
Nissan X-Trail (2026): Das ist neu bei dem großen SUV
Range Rover SV Ultra: Spitzenmodell wird zum Konzertsaal
Tatsächlicher Verbrauch: Nissan X-Trail Mildhybrid im Test
Bentley Flying Spur: Zweites Facelift am Nürburgring erwischt
Nissan X-Trail e-Power (2025) im Test: Hybrid-SUV mit Allrad