Wir sind den kompakten Fünftürer mit 1,6-Liter-Einstiegsbenziner gefahren

Was für VW der Golf ist, hört bei Mazda auf den Namen ,3": die Kompaktbaureihe, welche zugleich die besten Absatzzahlen für die Marke liefert und der deshalb ein ganz besonderes Augenmerk gilt. Die erste Generation des Mazda 3 kam 2003 auf den Markt und entwickelte sich rasch zum bestverkauften Modell der Japaner. Bereits der Vorgänger, der noch auf den Namen 323 hörte, fand weltweit über zehn Millionen Käufer. Mit der Neuauflage des 3 will sich der Hersteller aus dem Land des Lächelns sportlicher und umweltfreundlicher präsentieren und näher an die Konkurrenten Audi A3, BMW 1er und vor allem VW Golf heranpirschen.

Wichtiger Wiedererkennungswert
Bei der Gestaltung des 3 hielten es die Designer aus Japaner ähnlich wie ihre Kollegen aus Wolfsburg: Der Wagen wirkt jünger, frischer und dynamischer, lässt aber gleichzeitig die Verwandtschaft zum Vorgänger noch deutlich erkennen. Der Fünftürer ist in der Länge um knapp fünf Zentimeter angewachsen. Die Abmessungen bezüglich Breite, Höhe und Radstand bleiben im Wesentlichen unverändert. Die Front wird durch einen großen Kühlergrill und weiter nach hinten gezogene Scheinwerfer geprägt. Dies zusammen genommen führt zu einem freundlichen Gesichtsausdruck mit einem breiten Grinsen. Die Seitenansicht ist durch eine ansteigende Fenster- und eine leicht nach hinten abfallende Dachlinie gekennzeichnet. Deutlich vom Vorgänger geprägt ist die Heckpartie. Die wiederum hinter farblosem Glas platzierten Rückleuchten fallen aber breiter und weiter nach oben gezogen aus. Der hintere Stoßfänger ist künftig ausdrucksstärker gezeichnet. In der teuersten von vier Ausstattungslinien namens ,Sports-Line" gibt es außerdem einen Dachspoiler und LED-Rückleuchten, ab der zweithöchsten Version ,High-Line" sorgen 17-Zoll-Alus für einen dynamischen Auftritt.

Günstiges Einbaunavi
Das Cockpit ist stark auf den Fahrer ausgerichtet: Alle Instrumente und Bedieneinheiten sind so platziert, dass der Chauffeur keine großen Verrenkungen vornehmen und die Augen nur kurz von der Straße abwenden muss. Dementsprechend ist beispielsweise auch das optionale Navigationssystem platziert: Es ist in den oberen Teil des Armaturenbretts integriert und nahe an die Windschutzscheibe gerückt. Damit soll es in etwa die Position eines mobilen Nachrüstgeräts einnehmen. Die Steuerung erfolgt nicht etwa per Touchscreen, sondern über Bedientasten am Lenkrad. Das Display fällt mit einer Diagonalen von 4,1 Zoll zwar ziemlich klein aus, dafür ist auch der Aufpreis erschwinglich gehalten: Mit 720 Euro ist der elektronische Lotse nicht ganz so günstig wie ein Mobilnavi, aber doch weit entfernt von Festeinbau-Lösungen der Konkurrenten, die gerne auch einmal mehr als 2.000 Euro kosten.

Angemessen großes Platzangebot
Der Innenraum präsentiert sich übersichtlich und ordentlich verarbeitet. Materialwahl und Anmutung aber erreichen nicht das hohe Niveau des Klassenprimus VW Golf. Bis zu fünf Passagiere finden im Mazda 3 so viel Platz, wie es sich für einen Kompaktwagen von heute gehört: So können auch große Personen mit langen Beinen im Fond bequem sitzen. In den Ablagen und im sehr tiefen Handschuhfach lässt sich alles das unterbringen, was nicht offen im Fahrzeug herumliegen soll. Der Gepäckraum fasst 340 und damit zehn Liter weniger als der Golf. Bei umgelegten Rücksitzlehnen ergibt sich eine ebene Ladefläche und ein Fassungsvermögen von 1.360 Liter.

Von 105 bis 185 PS
Vier Motoren stehen zur Wahl: Einstiegs-Diesel ist ein 109 PS starkes 1,6-Liter-Aggregat, der 2,2-Liter-Selbstzünder mit Turbolader ist in zwei Leistungsstufen mit 150 beziehungsweise 185 PS erhältlich. Ausschließlich mit Automatikgetriebe erhältlich ist der Zweiliter-Ottomotor mit 150 PS, er wird indessen bereits im August 2009 durch einen neuen Benzin-Direkteinspritzer mit Start-Stopp-Automatik ersetzt. Mazda erwartet jedoch, dass sich zwei Drittel der deutschen Käufer für den 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS entscheiden werden.

Solider Einstiegsbenziner
Dieses Basistriebwerk ist zum einen das preisgünstigste, zum anderen dürfte es den meisten für den herkömmlichen Alltagseinsatz ausreichen. Ein Kraftprotz ist der Mazda 3 mit diesem Aggregat sicherlich nicht, aber solide unterwegs ist man trotzdem. Lediglich im unteren Drehzahlbereich erweist es sich als etwas träge. Die Geräuschkulisse bleibt im erträglichen Bereich und insgesamt harmoniert das Triebwerk gut mit dem präzise arbeitenden Fünfgang-Schaltgetriebe. Sollte sich tatsächlich der vom Hersteller angegebene Durchschnittsverbrauch von 6,3 Liter auf 100 Kilometer realisieren lassen, wäre das umso erfreulicher. Wir konnten das anlässlich unserer kurzen Testfahrt nicht klären.

Fahrspaß durch sportliches Fahrwerk
Ausgesprochen sportlich und straff ist das Fahrwerk des neuen 3 ausgelegt. Das sorgt für Fahrspaß und erlaubt sicheres, zügiges Passieren enger Kurven. Passend darauf ist die leichtgängige, direkt arbeitende Lenkung abgestimmt. Das sportlich-dynamische Handling mag die erhoffte, junge Käuferschaft ansprechen. Gleichzeitig muss man dafür in Kauf nehmen, dass Unebenheiten und Querrillen in der Fahrbahn nicht immer gänzlich geschluckt werden. So rückt der Komfort ab und an zugunsten der Sportlichkeit etwas in den Hintergrund.

Marktstart im Juni 2009
Bereits im April 2009 kommen die ersten Vorführ- und Ausstellungsfahrzeuge des Mazda 3 zu den Händlern. Offizielle Markteinführung ist am 6. Juni 2009. Für den 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS sind dann mindestens 16.900 Euro anzulegen. Zum Vergleich: der fünftürige VW Golf 1.6 mit 102 PS kostet 18.845 Euro, der 110 PS starke Renault Mégane mit 1,6-Liter-Benziner ist ab 17.950 Euro erhältlich. Neben der fünftürigen Steilheck- wird vom Mazda 3 erneut auch eine Stufenheck-Variante angeboten. Für den Viertürer dürften sich nach Einschätzung von Thomas Rothe, Vertriebschef bei Mazda Deutschland, hierzulande jedoch nur etwa fünf Prozent der Kunden entscheiden.

Viele Extras nur im Paket
Zur Serienausstattung des 3 gehören unter anderem ESP, sechs Airbags, aktive Kopfstützen vorne und eine Automatik, die bei einer Vollbremsung automatisch die Warnblinkanlage einschaltet. Außerdem gibt es eine Radio-CD-Anlage, einen Bordcomputer und elektrische Fensterheber vorne. Eine Klimaanlage ist bei allen Modellen bis auf den Einstiegsbenziner Serie. Der Großteil der weiteren Sonderausstattungen muss über die unterschiedlichen Ausstattungslinien beziehungsweise einige Pakete abgedeckt werden. Wer also einen Tempomat, Parksensoren für hinten oder den aus dem Mazda 6 bekannten Spurwechsel-Assistenten möchte, muss dazu mindestens die Variante ,High-Line" wählen. Zwar sind dann unter anderem auch eine Sitzheizung, Nebelscheinwerfer und ein automatisch abblendender Innenspiegel dabei – der Kunde muss aber, abhängig von der Motorisierung, bis zu 3.800 Euro mehr bezahlen.

Wertung

  • ★★★★★★★★★☆
  • Mit dem neuen 3 kommt Mazda seinem Ziel wieder ein Stück näher, zu Audi A3, BMW 1er oder VW Golf aufzuschließen. Pluspunkte gibt es für das dynamische Äußere, eine übersichtliche Bedienung, gute Verarbeitung und das sportliche Fahrwerk. Der 1,6-Liter-Basis-Benziner ist zwar kein Kraftprotz, dürfte aber vielen Kunden als solides Triebwerk ausreichen. PS-stärkere Motoren können den Fahrspaß noch erheblich erhöhen. Ein um fast 2.000 Euro günstigerer Preis als beim vergleichbar motorisierten Golf zeigt, dass Mazda seine Käufer neben guter Qualität auch künftig über den Geldbeutel erreichen will. Das erscheint angesichts heutiger Krisenzeiten durchaus als probates Mittel.

  • Antrieb
    80%
    solider Einstiegs-Benziner
    präzise arbeitende Schaltung
  • Fahrwerk
    90%
    sportlich-dynamische Abstimmung
    ab und an etwas unkomfortabel
  • Karosserie
    90%
    dynamischer Auftritt, gute Verarbeitung
    sehr gute und übersichtliche Bedienbarkeit
  • Kosten
    85%
    vergleichsweise günstiger Einstiegspreis
    viele Extras nur im Paket erhältlich

Preisliste


Mazda 3 1.6 Prime-Line

Grundpreis: 16.900 Euro
Modell Preis in Euro
Center-Line 19.200
High-Line 20.700
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie
Klimaanlage 1.180
Klimaautomatik 450
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Bildschirmnavigation 720
CD-Radio Serie
MP3 Serie
Metalliclackierung 480
Leichtmetallfelgen ab Center-Line
Sitzhöheneinstellung Serie (Fahrer)
Tempomat ab High-Line
Lederausstattung 1.560
Nebelscheinwerfer ab High-Line
aktive Kopfstützen Serie
Bordcomputer Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Otto-Reihenmotor 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.598 
Leistung in PS 105 
Leistung in kW 77 
bei U/min 4.000 
Drehmoment in Nm 145 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.535 
Spurweite hinten in mm 1.520 
Radaufhängung vorn McPherson-Federbeinachse, untere Querlenker 
Radaufhängung hinten Multilenker 
Bremsen vorn Scheiben, belüftet, 278 mm 
Bremsen hinten Scheiben, 265 mm 
Wendekreis in m 10,4 
Räder, Reifen vorn 195/65 R 15, 6,0J x 15 
Räder, Reifen hinten 195/65 R 15, 6,0J x 15 
Lenkung elektro-hydraulische Servolenkung 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.460 
Breite in mm 1.755 
Höhe in mm 1.470 
Radstand in mm 2.640 
Leergewicht in kg 1.180 
Zuladung in kg 590 
Kofferraumvolumen in Liter 340 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.360 
Anhängelast, gebremst in kg 930 
Dachlast in kg 75 
Tankinhalt in Liter 55 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 184 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 12,2 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,3 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,3 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,2 
CO2-Emission in g/km 149 
Schadstoffklasse Euro 4 
Fixkosten
Haftpflicht-Klasse 15 
Teilkasko-Klasse 19 
Vollkasko-Klasse 19 
Service-Intervalle 20.000 km/12 Monate 

Bildergalerie: Näher gerückt?