Unterwegs im gelifteten Volvo C70 mit Selbstzünder

Blaues Meer und blauer Himmel: So schön wie auf den Pressebildern des neuen Volvo C70 müsste das Wetter zum gepflegten Cabriospaß sein. Doch wir befinden uns im bedeckten Bonn, um den überarbeiteten Schweden genauer unter die Lupe zu nehmen.

Eine neue Optik
Volvo hat sein Cabrio zum neuen Jahr umfangreich geliftet. Besonders markant sind die Änderungen an der Frontpartie, welche mit neu gestalteten Scheinwerfern dem S60 ähnelt, der im Sommer 2010 auf den Markt kommt. Am Heck warnen nun LED-Rückleuchten den Verkehr. Der Kofferraumdeckel fällt sehr groß aus, denn darunter findet das dreiteilige Klappdach mit beheizbarer Scheibe Platz. Das Volumen des Gepäckabteils variiert zwischen 200 und 404 Liter, jedoch ist es stark zerklüftet und besonders bei geöffnetem Verdeck nur umständlich nutzbar. Wer auf die hinteren Sitze verzichten kann, findet dort noch eine weitere Möglichkeit, Gegenstände zu transportieren, zumal die hinteren Möbel nicht unbedingt zu Langstrecken einladen.

Flanieren statt rasen
Wir planen aber keinen Großeinkauf, sondern interessieren uns zunächst für die motorischen Qualitäten des überarbeiteten C70. In unserem Fall handelt es sich um einen Common-Rail-Diesel mit 136 PS aus zwei Liter Hubraum. Passend zum mondänen Charakter des Volvo überlassen wir die Schaltarbeit einem Doppelkupplungsgetriebe namens ,Powershift" mit sechs Stufen. Auch im Innenraum des C70 hat sich einiges getan, unter anderem in Form von neu gestalteten Instrumenten, die allerdings nicht optimal abzulesen sind. In die Kategorie ,Schön, aber eher unpraktisch" fällt auch die markentypische Mittelkonsole, die zu schweben scheint, aber mit zu vielen Knöpfen überladen ist.

Entspannter Charakter
Nach dem Start meldet sich der Zweiliter-Selbstzünder mit deutlich vernehmbaren Nageln zu Wort. Gänzlich wird das Betriebsgeräusch auch beim Fahren nicht abgelegt, es tritt aber dezent in den Hintergrund. Schon bald stellt sich heraus, dass der C70 2.0D eine entspannte Gangart bevorzugt, wofür die Leistung völlig ausreicht. Dazu passt das Getriebe, welches die Gänge manchmal etwas zu spät wechselt, seiner Arbeit sonst aber unauffällig nachgeht. Geschmälert wird die komfortable Note von der straffen Fahrwerksabstimmung, worunter das Abrollverhalten spürbar leidet.

Offen durch den Winter
Noch ist es relativ kühl in der ehemaligen Bundeshauptstadt, doch wir wollen den C70 auch offen testen. Also heißt die Devise: Sitzheizung auf die höchste Stufe stellen und eine Mütze anziehen. Apropos Mütze: Unter dem Summen der Elektromotoren klappt das Verdeck in 30 Sekunden zurück, ehe wir an der frischen Luft sitzen. Groß gewachsenen Menschen fällt sofort der Rahmen der flach stehenden Windschutzscheibe auf. Er kommt der Stirn bedenklich nahe, ebenso schränken die massiven A-Säulen die Übersichtlichkeit ein. Doch dieser Umstand ist nicht nur Fluch, sondern auch Segen: Obwohl kein Windschott über den hinteren Sitzen montiert ist, kommt bei 60 km/h nur ein laues Lüftchen beim Fahrer an.

Günstiges Angebot
Beim Preis kann der Schwede punkten: In der gut ausgestatteten Basisversion Kinetic kostet der C70 2.0D inklusive des Doppelkupplungsgetriebes 38.200 Euro. Zum Vergleich: Für den offenen A5 2.0 TDI mit handgeschalteten 170 PS und Stoffverdeck verlangt Audi 41.650 Euro. Das Mercedes E 220 CDI Cabrio mit ebenfalls 170 PS steht sogar mit 47.719 Euro in der Liste.

Wertung

  • ★★★★★★★★☆☆
  • In der Verbindung aus kleinstem Diesel und Doppelkupplungsgetriebe bietet sich der Volvo C70 zum gelassenen Flanieren an. Für Misstöne sorgt lediglich das zu straff abgestimmte Fahrwerk. Positiv hervorzuheben ist der auch nach dem Facelift günstige Preis des Cabrios, speziell im Hinblick auf die offene Konkurrenz aus Deutschland.

  • Antrieb
    80%
    laufruhiger Common-Rail-Diesel
    manchmal später Gangwechsel des Getriebes
  • Fahrwerk
    80%
    Lenkung mit guter Rückmeldung
    straffe Federung
  • Karosserie
    80%
    sehr verwindungssteifer Aufbau
    flache A-Säule dicht am Kopf
  • Kosten
    90%
    günstiger Einstiegspreis
    niedriger Verbrauch

Preisliste


Volvo C70 2.0D Kinetic Powershift

Grundpreis: 38.200 Euro
Modell Preis in Euro
Momentum 40.450
Summum 42.800
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. Fensterheber hinten Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (inklusive Heizung)
Klimaautomatik Serie (Zwei-Zonen)
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Automatikgetriebe Serie
Bildschirmnavigation 2.100
CD-Radio Serie
MP3 Serie
Metalliclackierung 700
Leichtmetallfelgen Serie (16 Zoll)
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie
Lederausstattung 1.540
Xenonlicht 1.260
Kurvenlicht 1.260 (mit Xenon-Licht)
Nebelscheinwerfer Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.997 
Leistung in PS 136 
Leistung in kW 100 
bei U/min 2.000 
Drehmoment in Nm 320 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Doppelkupplungsgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.550 
Spurweite hinten in mm 1.560 
Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung 
Radaufhängung hinten Multilenker-Einzelradaufhängung 
Bremsen vorn Scheiben innenbelüftet 
Bremsen hinten Scheiben 
Wendekreis in m 11,8 
Räder, Reifen vorn 215/55 R16 
Räder, Reifen hinten 215/55 R16 
Lenkung elektrohydraulische Servolenkung 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.615 
Breite in mm 1.836 
Höhe in mm 1.400 
Radstand in mm 2.640 
Leergewicht in kg 1.702 
Zuladung in kg 379 
Kofferraumvolumen in Liter 200 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 404 
Tankinhalt in Liter 52 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 205 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,1 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,3 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,1 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,9 
CO2-Emission in g/km 167 
Schadstoffklasse Euro 4 mit Partikelfilter 
Fixkosten
Service-Intervalle 20.000 Kilometer oder 1 Jahr 
Garantie 2 Jahre 

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