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Stadt-Sparer: Toyota iQ 1.4 D-4D im Test

Handschalter und Diesel im japanischen Winzling

Stadt-Sparer im Test

Gregor Hebermehl Gregor Hebermehl

Von: Gregor Hebermehl

3. Jan. 2011 um 18:53 Uhr

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,Der hat ja eine ungewöhnliche Form", ,Der sieht ja interessant aus" hören wir immer wieder, wenn wir auf unseren Toyota iQ angesprochen werden. Der Wagen tritt in der Riege der Kleinsten an, um individuelle städtische Mobilität weiterhin möglich zu machen. Wir haben uns den winzigen Viersitzer mit neuem 90-PS-Diesel und manueller Sechsgang-Schaltung zum Test vorgenommen.

Kurz und breit
Der iQ steht stämmig auf der Straße, schließlich ist er 1,68 Meter breit. Dass er dabei ein wenig ungewöhnlich wirkt, liegt an seiner Länge: Mit 2,99 Meter bleibt der iQ unter der Dreimeter-Marke. Der Smart ist mit 1,56 Meter Breite und 2,70 Meter Länge deutlich kleiner als der iQ – die Japaner schicken also ein vergleichsweise großes Auto ins Rennen um Marktanteile bei den Kleinsten. Dafür hat der Smart aber auch nur zwei Sitze, der iQ hat doppelt so viele. Bringt das was?

Hinten kein Leben
Hinterm Steuer sitzen wir im iQ gut, auf dem Beifahrerplatz super. Selbst Zweimeter-Riesen sind begeistert, da sie ihre Beine nicht unter einem Handschuhfach durchzwängen müssen. Anstelle dieses Fachs hängt vor dem Beifahrer eine Art Lappen mit ein paar Stau-Taschen. Dieser Lappen ist nur mit einem Druckknopf am Armaturenbrett befestigt. Der Fahrer wird durch einen zusätzlichen Knieairbag geschützt, der Beifahrer wird im Bedarfsfall durch einen Sitzpolster-Airbag in Position gehalten – dieses System kennen wir sonst nur vom luxuriösen Ottomanen-Sitz im Lexus LS 600h. Die Beinfreiheit in der zweiten Reihe reicht hinter dem Fahrer nicht einmal für kleine Kinder. Der Beifahrersitz lässt sich zwar weiter nach vorne schieben als der Platz des Fahrers, aber ein Erwachsener wird rechts im Fond ganz bestimmt nicht glücklich. Zwar spendiert Toyota hier auch einen einzigartigen Heckairbag, aber der wird dann eben nur das Gepäck schützen.

Hohe Kanten
Außerdem versaut das Gestühl in der letzten Reihe den Blick nach hinten enorm. Also: Die hinteren Kopfstützen abziehen, dann die Rücklehnen im Fond umklappen und schon lohnt sich der Blick in den Rückspiegel – und der Fahrer bemerkt, dass der Heckscheibenwischer seitlich nach rechts versetzt ist. Bei aufrecht stehendem Fondgestühl passen gerade mal 32 Liter in den schmalen Spalt hinter den Sitzen – ein paar Zeitungen kann man da schon unterbringen. In der von uns dringend empfohlenen Dauerkonfiguration mit umgelegten Fond-Rücklehnen dürfen immerhin 395 Liter Gepäck mit dabei sein. Die Beladung des Kleinen gestaltet sich dabei gar nicht so einfach: Eine hohe Ladekante, eine enorme Ladeschwelle und eine geizig bemessene Ladeöffnung verlangen nach einem kräftigen Rücken und gut portioniertem Gepäck.

Schicker Innenglanz
Zur Bewertung der Innenraum-Anmutung erinnern wir uns mal an die größeren Toyota-Modelle: Plastik der harten Sorte in Farben, wie sie die Marine gerne zur Tarnung ihrer Schlachtschiffe verwendet. Und hier der iQ: Nett gemaserte Oberflächen treffen auf eine schwer glänzende schwarze Mittelkonsole. Das wirkt vielleicht ein bisschen versponnen und yuppimäßig, aber wir fühlen uns sofort wohl. Einziges Manko: Nachts spiegelt sich das fade Licht der Straßenbeleuchtung in der hochglänzenden Navi-Abdeckung und wird von dort an die Innenseite der Frontscheibe reflektiert. Die ständig in der Mitte der Frontscheibe hochhuschenden Lichtstreifen sind gewöhnungsbedürftig. Außerdem noch auffällig: Das Radio plagt sich mit einem schlappen Empfang und unsauberer Kanaltrennung. Und nicht,
dass es uns gestört hätte, aber der Blinker gibt sich außergewöhnlich leise.

Schlägt sich wacker
Auf der Piste weiß der kleine Japaner dann, was zu tun ist: Die Lenkung gibt sich unspektakulär präzise und genau in der richtigen Dosis leichtgängig. Die Scheibenbremsen rundum haben mit der guten Tonne Wagengewicht erwartungsgemäß keinerlei Probleme. Zudem erfreulich: Kurze Querrillen können den iQ nicht aus der Ruhe bringen, ebenso langsam und schnell gefahrene Kurven. Nur bei langen Querrillen muss der Winzling seinem exakt zwei Meter Radstand Tribut zollen, schaukelt etwas auf.

Flott mit vier Zylindern
Die Kraft kommt im iQ 1.4 D-4D von einem Reihenturbodiesel mit vier Zylindern und zwei Ventilen pro Zylinder. Knapp 1,4 Liter Hubraum reichen für 90 PS und ein maximales Drehmoment von 190 Newtonmeter, welches zwischen 1.800 und 3.200 U/min anliegt. Damit geht's in 10,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Als Höchstgeschwindigkeit sind 170 km/h drin, der Tacho zeigt dabei 180 km/h an. Die Beschleunigung ist für das Wuseln durch die Stadt mehr als ausreichend und selbst auf der Autobahn sehen wir nicht alt aus. Hier helfen auch die 170 km/h, bei denen der Wagen nach wie vor souverän auf der Straße liegt. Bei 1.400 U/min kommt es zu Vibrationen, die den Innenspiegel deutlich erzittern lassen – ein Phänomen, das sich bei höheren Drehzahlen wieder gibt. Toyota gibt einen Durchschnittsverbrauch von 4,0 Liter pro 100 Kilometer an. Wir kommen in der Stadt auf 5,3 und bei Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn auf 6,8 Liter pro 100-Kilometer-Distanz.

Per Hand schalten
Die Gänge verwalten wir im iQ 1.4 D-4D über eine manuelle Sechsgang-Schaltung. Das stufenlose Getriebe namens Multidrive steht für den Diesel nicht zur Verfügung. Ein Glück, wie wir meinen – stufenlose Getriebe gehören in die Abteilung Kundenabwehr. Das manuelle Gangeinteilungs-Werk unseres iQ schaltet sich geschmeidig und präzise. Eine Kopplung an ein Start-Stopp-System hat Toyota hier allerdings noch nicht vorgesehen.

Wertung

Preisliste

Toyota iQ 1.4 D-4D

Grundpreis: 15.450 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Bildschirmnavigation 950 CD-Radio Serie MP3 Serie Metalliclackierung 400 Leichtmetallfelgen Serie (15 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie Lederausstattung Serie fürs Lenkrad

Heck-Airbag Serie Fahrer-Knieairbag Serie Beifahrer-Sitzpolsterairbag Serie Digitalradio 290 Heck-Parkassistent 320 iPod-Anschluss 170 Perleffekt-Lackierung novaweiß 500

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Turbodiesel  Zylinder 4  Ventile 2  Hubraum in ccm 1.364  Leistung in PS 90  Leistung in kW 66  bei U/min 1.800 - 3.200  Drehmoment in Nm 190  Antrieb Vorderradantrieb  Gänge 6  Getriebe Schaltgetriebe  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.480  Spurweite hinten in mm 1.460  Radaufhängung vorn McPherson-Vorderradaufhängung  Radaufhängung hinten Torsionslenkerachse mit Schraubenfedern  Bremsen vorn Scheibenbremsen, innen belüftet, 255 mm  Bremsen hinten Scheibenbremsen, 259 mm  Wendekreis in m 7,8  Räder, Reifen vorn 175/65 R15 auf 15 x 5J  Räder, Reifen hinten 175/65 R15 auf 15 x 5J  Lenkung Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung  Maße und Gewichte Länge in mm 2.985  Breite in mm 1.680  Höhe in mm 1.500  Radstand in mm 2.000  Leergewicht in kg 1.020  Zuladung in kg 265  Kofferraumvolumen in Liter 32  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 395  Tankinhalt in Liter 32  Kraftstoffart Diesel  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 170  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,7  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,0  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 4,8  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 3,5  CO2-Emission in g/km 104  Schadstoffklasse Euro 5  Fixkosten Steuer pro Jahr in Euro 133  Haftpflicht-Klasse 16  Teilkasko-Klasse 15  Vollkasko-Klasse 16  Service-Intervalle alle 2 Jahre bzw. alle 30.000 km  Garantie 3 Jahre oder bis 100.000 km (im ersten Jahr ohne Kilometerbegrenzung). 

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