VW Up Fünftürer im Test

,Wir sind häufiger zwar nicht die Ersten in einem Segment. Dafür dann aber schnell die Besten." VW-Pressemann Pietro Zollino bringt es gleich zu Beginn auf den Punkt. Wie beispielsweise bei den Kompaktvans (Touran) oder den Kompakt-SUVs (Tiguan) hat sich Volkswagen auch für den erneuten Einstieg ins Kleinstwagen-Segment lange Zeit gelassen. An den Up knüpfen die Wolfsburger jetzt allerdings große Hoffnungen. Ein halbes Jahr nach der Einführung des Dreitürers ist der Up ab Mai 2012 auch mit fünf Türen zu haben.

Der Knick ist weg
Für die zwei zusätzlichen Türen wurde nur verändert, was verändert werden musste. Die handlichen Außenabmessungen (3,54 Meter lang, 1,65 Meter breit und 1,49 Meter hoch) und kurzen Überhänge wurden beibehalten. Verschwunden ist hingegen der Knick im hinteren Bereich der Fensterlinie, der dem Dreitürer optisch einen gewissen Pfiff verleiht. Die im Vergleich zum dreitürigen Up deutlich verkürzten Türen für Fahrer und Beifahrer erleichtern den Ein- und Ausstieg in schmalen Parklücken. Die hinteren Portale öffnen ausreichend weit und erlauben trotz nicht sonderlich großer Karosserie-Ausschnitte bequemen Zugang in den Fond. Dort finden die Passagiere genauso viel Raum vor wie im dreitürigen Up: Zwei Personen bis 1,75 Meter können dort anständig sitzen, größer sollten sie aber nicht sein. Wer den 18 Zentimeter längeren Mini von BMW samt seines winzigen 160-Liter-Gepäckfachs kennt, wird beim Blick in den Up-Kofferraum positiv überrascht sein: 251 Liter passen dort hinein. Mit dem optionalen Einlegeboden verschwindet nicht nur die hohe Ladeschwelle, gleichzeitig entsteht bei umgelegter Rückbank (dann passen bis zu 951 Liter hinein) eine nahezu ebene Ladefläche.

Innen setzt er Maßstäbe
Der Innenraum des Up präsentiert sich sehr hochwertig. Hinsichtlich Qualität und Verarbeitung der verwendeten Materialien setzt der kleinste VW Maßstäbe in seinem Segment. Unser Testwagen besaß zweifarbige Sitze, Chrom- und Klavierlack-Elemente sowie eine farblich abgesetzte Verkleidung fürs Armaturenbrett – alles in der Topausstattung mit an Bord. In der Basisversion muss man sich das jedoch deutlich einfacher und eintöniger vorstellen. Dass bei der Entwicklung des Up jeder Cent zweimal umgedreht wurde, erkennt man an den nur teilweise verkleideten Türen, dem in der Basiskonfiguration offenen Handschuhfach, lediglich Ausstellfenstern in den hinteren Türen sowie fehlenden Befestigungskordeln für die Hutablage.

Dreizylinder mit 60 und 75 PS
Für den Antrieb stehen zwei Varianten eines Einliter-Benziners zur Wahl – mit 60 beziehungsweise 75 PS. Die schwächere Variante läuft im Kaltbetrieb etwas unruhig und vibriert. Ist die Maschine warmgelaufen, bessert sich das. In der Regel ist die 60-PS-Version ausreichend, nur bergauf und beim Überholen geht es etwas zäh voran. Wer gerne spritziger und zudem häufiger auf der Autobahn unterwegs ist, sollte die 600 Euro Aufpreis in die 75-PS-Variante mit veränderter Motorsteuerung investieren. Auch wenn sich 13,2 Sekunden für den Landstraßenspurt und 171 km/h Höchstgeschwindigkeit nicht danach anhören, ist hier für agiles Vorankommen gesorgt. Obwohl der Motor wie ein typischer Dreizylinder klingt, ist er im Vergleich zu den Mitbewerbern dennoch angenehm leise und laufruhig – selbst bei Tempo 140. Ohne große Anstrengungen erreichten wir einen Testverbrauch von rund fünf Liter und bewegten uns damit nur geringfügig über dem Normverbrauch von 4,5 Liter.

475 Euro teurer als der Dreitürer
Der Up ist serienmäßig an ein Schaltgetriebe gekoppelt, dessen fünf Gänge sich leichtgängig und präzise einlegen lassen. Ab Mitte 2012 wird alternativ ein automatisiertes Schaltgetriebe angeboten. Eine Vorabversion davon hat uns allerdings nicht überzeugt – sie arbeitet unkomfortabel und behäbig. Sehr gut hinbekommen hat VW hingegen das Fahrwerk des Up. Es ist für diese Klasse überraschend komfortabel und zudem langstreckentauglich. Der fünftürige Up ist ab 10.325 Euro zu haben – das entspricht einem Aufpreis von 475 Euro gegenüber dem Dreitürer. Kia Picanto, Fiat Panda oder Daihatsu Cuore gibt es mit fünf Türen zwar schon für unter 10.000 Euro, doch preislich ist der Up der Konkurrenz sicher nicht entrückt. Dafür punktet er durch serienmäßiges ESP, vier Airbags und Optionen wie ein günstiges Navi (335 Euro), den City-Notbremsassistenten, Parksensoren hinten oder ein Sportfahrwerk. Bei voller Ausstattung wird's dann allerdings doch recht teuer. Nichtsdestotrotz: Die Chancen, dass ein VW bald auch Klassenprimus im Segment der Kleinstwagen ist, stehen also gar nicht mal schlecht.

Wertung

  • ★★★★★★★★★☆
  • Als Fünftürer ist der Up optisch etwas weniger pfiffig, dafür aber alltagstauglicher. Die zwei Türen zusätzlich gibt's zudem für günstige 475 Euro. Der erhöhte Nutzwert macht das wett. Darüber hinaus überzeugt der fünftürige Up mit den Qualitäten des Dreitürers: hohe Qualität, tadelloses Fahrwerk, überzeugende Dreizylinder-Aggregate. Die Konkurrenz – auch in einem preissensiblen Segment – muss sich warm anziehen.

  • Antrieb
    90%
    laufruhiger, sparsamer Dreizylinder-Motor
    knackige, präzise Schaltung
  • Fahrwerk
    90%
    für einen Kleinstwagen überraschend komfortabel
    direkt agierende Lenkung
  • Karosserie
    80%
    für diese Klasse ordentliches Platzangebot
    richtig schick erst durch aufpreispflichtige Optionen
  • Kosten
    80%
    akzeptabler Mehrpreis gegenüber der Konkurrenz
    viele Extras an höhere Ausstattungen gebunden

Preisliste


VW Up 1.0 44 kW Fünftürer Take

Grundpreis: 10.325 Euro
Modell Preis in Euro
VW Up 1.0 44 kW Fünftürer High 12.925
VW Up 1.0 44 kW Fünftürer Move 11.125
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn 460
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie bei High
Klimaanlage 895
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie ab Move
Bildschirmnavigation 355
CD-Radio 355
elektr. Schiebedach 880
Metalliclackierung 450
Leichtmetallfelgen Serie bei High
Sitzhöheneinstellung Serie ab Move
Tempomat 590 (im Paket)
Lederausstattung 760
Nebelscheinwerfer Serie bei High
farblich abgesetztes Dash pad Serie ab Move
Handschuhfach mit Klappe Serie ab Move
Kofferraum-Einlegeboden Serie ab Move
Drehzahlmesser Serie ab Move
Lederlenkrad Serie bei High
City-Notbremsfunktiom 590 (im Paket)
Parkpilot hinten 590 (im Paket)
Bluetooth-Freisprecheinrichtung Serie bei Navi
Sitzheizung vorn 250
Sportfahrwerk 610

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Otto-Reihenmotor, variable Einlassnockenwelle, Multipoint-Einspritzung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 999 
Leistung in PS 60 
Leistung in kW 44 
bei U/min 3.000 bis 4.300 
Drehmoment in Nm 95 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.428 
Spurweite hinten in mm 1.424 
Radaufhängung vorn McPherson-Achse mit radführenden Federbeinenund Dreiecksquerlenkern 
Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse 
Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben 
Bremsen hinten Trommelbremsen 
Wendekreis in m 9,8 
Räder, Reifen vorn 165/70 R14, 5J x 14 
Räder, Reifen hinten 165/70 R14, 5J x 14 
Lenkung elektromechanische Servolenkung 
Maße und Gewichte
Länge in mm 3.540 
Breite in mm 1.645 
Höhe in mm 1.489 
Radstand in mm 2.420 
Leergewicht in kg 929 
Zuladung in kg 436 
Kofferraumvolumen in Liter 251 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 951 
Dachlast in kg 50 
Tankinhalt in Liter 35 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 160 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 14,4 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,5 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 5,6 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 3,9 
CO2-Emission in g/km 105 
Schadstoffklasse Euro 5 

Bildergalerie: Erhöhter Nutzwert