Der geliftete Kia Soul im Test

Als Kia 2009 den Soul auf den Markt brachte, war der etwas ganz Besonderes. Ein Crossover aus Minivan und SUV war damals alles andere gewöhnlich. Außerdem leitete der Soul bei der koreanischen Marke eine Designwende ein, die sich in schicken Modellen vom Picanto bis zum neuen Optima fortgesetzt hat. Über 400.000 Mal wurde der Soul bisher verkauft, vor allem in Asien und Nordamerika. Auf Deutschlands Straßen ist der Soul hingegen ein Exot geblieben, gerade einmal 1.250 Modelle wurden hier 2011 neu zugelassen. Ob sich das nach dem Facelift ändert?

Markanter Auftritt bleibt
Hochgelegte Karosserie, abfallende Dachlinie, große Scheinwerfer und lang gezogene Rückleuchten – die Hauptmerkmale des Soul bleiben unverändert. Optisch wurde das Fahrzeug nur dezent verändert. Die Basisversion ist lediglich an einem breiteren vorderen Lufteinlass sowie einem modifizierten Heckstoßfänger zu erkennen. Alle anderen Neuerungen sind den höheren Ausstattungsvarianten vorbehalten. Dazu zählen größere Nebelscheinwerfer, Tagfahrlichter und Rückleuchten in LED-Technik, Blinker in den Außenspiegeln sowie neu gestaltete Leichtmetallräder.

Blinkende Lautsprecher
Im peppig gestalteten Innenraum fallen die deutlich hervorgehobene Mittelkonsole und farblich abgesetzte Zierleisten auf. Als ,Gag" lassen sich die beiden runden, in die Türen integrierten Lautsprecher blinkend in verschiedenen Farben beleuchten. Im übersichtlichen, ordentlich verarbeiteten Cockpit wurden einige Bedienelemente modifiziert, etwa für die Klimaautomatik. Überzeugend ist es um das Raumangebot des Soul bestellt. Selbst große Personen finden auf allen Plätzen ausreichende Kopf- und Beinfreiheit vor. Hinten kann – wie in nur noch wenigen Fahrzeugen – auch der mittlere Sitz gut genutzt werden. Für die Sessel von Fahrer und Beifahrer wäre jedoch etwas mehr Seitenhalt wünschenswert. Der Kofferraum ist über eine recht hohe Ladekante zu erreichen, fasst aber ordentliche 340 Liter, nur zehn Liter weniger als ein Golf. Bei umgelegten Rücksitzlehnen passen maximal 1.258 Liter Gepäck – oder, wie Kia es ausdrückt, zwei Mountainbikes – in den Soul.

Neuer Benziner leistet 140 PS
Zu den technischen Neuheiten des Soul gehört der 1,6-Liter-Ottomotor. Der Benzindirekteinspritzer leistet 140 PS und ersetzt den etwas trägen Vorgänger mit genauso viel Hubraum und 126 PS. Ein Energiebündel ist auch das neue Triebwerk nicht, es ermöglicht aber soliden Vortrieb. 10,4 Sekunden vergehen für den Spurt von null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Bei niedrigen Drehzahlen und besonders im Leerlauf ist das Aggregat dank verbesserter Dämmung angenehm leise, sodass wir beim ersten Ampelstopp ein Start-Stopp-System vermuteten. Zu Unrecht, ein solches ist für den Soul gar nicht erhältlich. 6,4 Liter sollen pro 100 Kilometer durch die Benzinleitungen fließen. Ein eher mäßiger Wert, aber immerhin 0,3 Liter weniger als im Vorgängermotor. Das serienmäßige Schaltgetriebe verfügt jetzt über sechs statt wie bisher fünf Gänge, arbeitet aber etwas hakelig.

Gute Übersicht, holpriges Fahrwerk
Die hohe Sitzposition erlaubt dem Fahrer eine gute Übersicht beim Rangieren, zudem erweist sich der 4,12 Meter kurze Soul als handlich und wendig. Die Servolenkung wird elektronisch unterstützt und liefert ausreichend Rückmeldung. Auf der Straße liegt der Soul ziemlich straff. Das mag den sportlichen Eindruck unterstreichen, geht allerdings sehr zulasten des Komforts. Jede noch so kleine Bodenwelle ist spürbar, bei Unebenheiten holpert und poltert es gewaltig. Die optionalen 18-Zoll-Räder unseres Testfahrzeugs haben diesen Eindruck noch verschärft. Doch im Alltag wäre ein etwas höherer Abrollkomfort schon wünschenswert – zudem möglicherweise mit Kindern an Bord.

Ordentliche Ausstattung
Zu haben ist der Soul ab 15.900 Euro und damit in der Einstiegsversion nicht teurer als bisher. Im Gegensatz zu den Basismodellen vieler deutscher Hersteller ist bereits eine ordentliche Serienausstattung an Bord. Dazu zählen ein CD-Radio mit sechs Lautsprechern, USB- und AUX-Anschluss, eine Klimaanlage sowie rundum elektrische Fensterheber. Optional sind auch Ledersitze, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und eine Rückfahrkamera zu haben. Wie von Kia gewohnt sind diese Details aber an feste Ausstattungslinien gebunden.

Wertung

  • ★★★★★★★★☆☆
  • Der Kia Soul ist ein Individualist – optisch nicht ganz alltäglich und innen ein bisschen unkonventionell gestaltet. Die Änderungen im Rahmen des Facelifts fallen überschaubar aus. Zu den Stärken zählen das Platzangebot und die gute Übersichtlichkeit. Größter Schwachpunkt bleibt weiterhin das harte, unausgewogene Fahrwerk, das dem Einsatz als Familienauto etwas im Wege stehen dürfte.

  • Antrieb
    75%
    solider Benziner, im Leerlauf sehr leise
    mäßiger Verbrauch, hakelige Schaltung
  • Fahrwerk
    70%
    sportlich-straffe Abstimmung
    jede noch so kleine Bodenwelle spürbar
  • Karosserie
    85%
    nicht alltägliches Design, Innenraum mit Pep
    geräumig und übersichtlich, Platz für fünf Personen
  • Kosten
    80%
    Einstiegspreis nicht erhöht
    Extras überwiegend ausstattungsgebunden

Preisliste


Kia Soul 1.6 GDI Attract

Grundpreis: 15.900 Euro
Modell Preis in Euro
Kia Soul 1.6 GDI Spirit 19.900
Kia Soul 1.6 GDI Edition 7 17.900
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. Fensterheber hinten Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie bei Spirit
Klimaanlage Serie
Klimaautomatik Serie bei Spirit
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Automatikgetriebe 1.250
CD-Radio Serie
MP3 Serie
Metalliclackierung 450
Leichtmetallfelgen Serie ab Edition 7
Sitzhöheneinstellung Serie ab Edition 7
Lederausstattung 990 (nur für Spirit)
Nebelscheinwerfer Serie ab Edition 7
Berganfahrhilfe Serie
Dachreling Serie ab Edition 7
Lederlenkrad und -schaltknauf Serie bei Spirit
Sitzheizung vorn Serie ab Edition 7
USB- und AUX-Anschluss Serie
LED-Tagfahrlicht Serie ab Edition 7
LED-Rückleuchten Serie ab Edition 7
Parksensoren hinten Serie bei Spirit
Technikpaket mit Soundsystem, schlüssellosem Start- und Zugangssystem, Rückfahrkamera, selbstabblendender Innenspiegel 1.290 (nur bei Spirit)

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.591 
Leistung in PS 140 
Leistung in kW 103 
bei U/min 4.850 
Drehmoment in Nm 166 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.550 
Spurweite hinten in mm 1.565 
Radaufhängung vorn McPherson-Federbeine, Gasdruckstoßdämpfer, Dreieckslenker, Stabilisator 
Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse mit Schraubenfedern und Gasdruckstoßdämpfern 
Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben, 280 mm 
Bremsen hinten Scheiben, 262 mm 
Wendekreis in m 10,5 
Räder, Reifen vorn 195/65 R15, 6 x 15 
Räder, Reifen hinten 195/65 R15, 6 x 15 
Lenkung Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, geschwindigkeitsabhängig 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.120 
Breite in mm 1.785 
Höhe in mm 1.660 
Radstand in mm 2.550 
Leergewicht in kg 1.245 
Zuladung in kg 445 
Kofferraumvolumen in Liter 340 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.258 
Anhängelast, gebremst in kg 1.300 
Dachlast in kg 70 
Tankinhalt in Liter 48 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 180 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,4 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,4 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,7 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,6 
CO2-Emission in g/km 149 
Schadstoffklasse Euro 5 
Fixkosten
Steuer pro Jahr in Euro 90 
Haftpflicht-Klasse 16 
Teilkasko-Klasse 16 
Vollkasko-Klasse 19 

Individueller Exot