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Scharfer Bonsai-Bolide im Test
Abarth 695 Tributo Ferrari: Der 180-PS-Kleinstwagen

Henry Dinger 
Von: Henry Dinger
2. Aug. 2012 um 12:42 Uhr
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Fernando Alonso besitzt einen, Felipe Massa besitzt einen und wir haben jetzt einen getestet. Gemeint ist der Abarth 695 Tributo Ferrari, eine italienische Power-Kugel auf Abarth-500-Basis mit der sagenhaften Kraft von 180 PS. Der 3,66 Meter lange Skorpion-Hengst entspringt der Zusammenarbeit zwischen der Fiat-Tochter Abarth und Ferrari, die Ziffernfolge ,695" im Modellnamen ist eine Reminiszenz an die Abarth-Rennwagen der 1960er Jahre. Damals galt der Abarth 695 Super Sport in seiner Hubraumklasse als ein nur schwer schlagbarer Gegner.
Bullige Schürzen und vier Endrohre
Bereits durch seine feurige Speziallackierung namens ,Rosso Corsa" ist unser Testwagen ebenso wenig zu übersehen wie ein richtiger Ferrari im Kleinstadtverkehr. Alternativ sind ein Gelb namens ,Giallo Modena", ein tiefes Blau mit der Bezeichnung ,Abu Dhabi Blue" und ein ,Grigio Titanio" genanntes Grau bestellbar, aber Rot passt nun mal am besten zu einem Sportboliden. Das sehen die Käufer des Abarth 695 Tributo Ferrari ganz genauso, denn von der auf 1.695 Autos limitierten Auflage wurden 1.199 in Rot ausgeliefert. Die bulligen Schürzen an Front und Heck stammen vom Abarth 500 und wurden nicht geändert. Dafür sind die wabenvergitterten Lufteinlässe vorn in Grau gefasst, die Außenspiegelkappen bestehen aus Karbon und das Diffusor-Schürzenunterteil ist dunkel gehalten. Eine Plakette am hinteren Kotflügel gibt den Wagen als ,695" zu erkennen. Noch bemerkenswerter sind die Endrohre der Abgasanlage, von denen je zwei von rechts und links grüßen. Das ist ungewöhnlich für einen Kleinstwagen.
Karbon, Leder und zupackende Sitze
Der Innenraum ist vollgepackt mit allem, was das Regal für sportliches Zubehör hergibt. Eine Besonderheit sind die Sport-Schalensitze ,Abarth by Sabelt", die Fahrer und Beifahrer nahezu einsaugen und mehr als ausreichenden Halt geben. Allerdings sitzt man hoch, sodass das Sportwagengefühl zumindest in diesem Punkt merklich leidet. Wohin der Blick auch fällt, meist trifft er auf Karbon. Das Kohlefaser-Material wurde an Armaturentafel, Mittelkonsole und den Rückenteilen der Sitze großzügig eingesetzt. Ein Hingucker ist auch das Blendschutzdach über dem großen Zentralinstrument, das mit rot vernähtem Leder bezogen ist. Schaltwipppen hinter dem Lenkrad und eine Ladedruckanzeige verraten, dass der Ausritt mit dem Kurzen wohl mächtig viel Spaß macht.
1,4-Liter-Turbo mit 180 PS
Als starkes Herz wurde dem Sondermodell ein 1,4-Liter-Vierzylinder eingepflanzt. Der Turbo-Otto stammt aus dem 135 PS starken Abarth 500, powert aber im Tributo Ferrari mit den erwähnten 180 PS. Dank der ,Record-Monza"-Sportabgasanlage hört man schon nach dem Starten, dass mangelndes Selbstbewusstsein wohl kein Kritikpunkt sein wird. Brummig und dezent brabbelnd wartet die Maschine im Leerlauf auf ihren Einsatz. Los gehts, indem man auf einer Platte anstelle des Schalthebels einen Knopf drückt und damit das Vorwärtsprogramm des automatisierten Fünfgang-Schaltgetriebes aktiviert. Mit kernig-bassigem Sound aus Richtung Auspuff dreht die Maschine hoch und zieht den Kurzen vehement nach vorn. ,Ankommen!" heißt die Devise und das in möglichst kurzer Zeit. Vollgas-Sprints vermitteln ein herrliches Gefühl, weil der Abarth heftig abzischt. Dabei kann man mit den Fingern der rechten Hand die Gänge zack-zack am Lenkradpaddle hochschalten, aus Richtung Auspuff wird dieses Tun mit einem kräftigen Knall quittiert. Im Automatikmodus erledigt das Getriebe leider etwas träge und mit einer Gedenksekunde seine Arbeit.
Zwischengas beim Runterschalten
Beim Runterschalten wird automatisch Zwischengas gegeben, begleitet von einem freudigen Aufheulen des Motors. Kurven nimmt der Kleine dank tiefer gelegtem Koni-Sportfahrwerk rasend schnell. Der Unterbau ist richtig hart abgestimmt, Querrillen schlagen gekonnt durch, der Komfort bleibt dabei allerdings fühlbar auf der Strecke. Am Lenkrad mit dickem Kranz lässt sich der rasante Italiener zielsicher dirigieren, dennoch dürfte die Steuerung gern weniger leichtgängig sein. Kein Kompromisse gibt es bei den Stoppern: Die Brembo-Anlage krallt sich im Notfall regelrecht in den Asphalt. In puncto Preis und Verfügbarkeit steht der Tributo Ferrari seinem großen Vorbild in nichts nach: Alle Exemplare wurden laut Abarth-Sprecher Florian Büngener trotz des mehr als saftigen Komplett-Preises von 42.007 Euro verkauft, davon 140 nach Deutschland. Ein Händler aus München hat sich jedoch die allerletzten 25 Fahrzeuge gesichert – davon waren zum Redaktionsschluss noch 17 verfügbar.
Wertung
-
★★★★★★★★☆☆
Der 695 Tributo Ferrari zeigt eindrucksvoll, was Fiat-Ingenieure können, wenn sie aus dem Vollen schöpfen dürfen. Zupackende Sitze, ein straffes Fahrwerk und ein starker Motor verwandeln den Kleinstwagen in einen bissigen Boliden. Zum brachialen Vortrieb passt der bassig-kernige Sound. Auch der mit Karbon und Leder schick gemachte Innenraum weckt die Lust auf den Power-Zwerg, leider schmälert die hohe Sitzposition das Sportwagenfeeling. Aber weder das, noch der exorbitant hohe Preis haben die wahren Fans abgeschreckt, das Auflagen-Limit fast komplett leerzukaufen.
-
Antrieb
80%
starker Vortrieb Getriebe im Automatikmodus zu träge
-
Fahrwerk
85%
perfekt für die Kurvenhatz wenig Restkomfort
-
Karosserie
90%
zupackende Sitze Sitzposition zu hoch
-
Kosten
70%
Ausstattung komplett sehr hoher Anschaffungspreis
Preisliste
Abarth 695 Tributo Ferrari
Grundpreis: 42.007 Euro
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie CD-Radio Serie MP3 Serie Metalliclackierung Serie Leichtmetallfelgen Serie Sitzhöheneinstellung Serie Lederausstattung Serie Xenonlicht Serie Nebelscheinwerfer Serie
elektronische Differenzialsperre Serie USB-Anschluss Serie Auspuff "Record Monza" Serie Koni-Fahrwerk Serie Leder-Sportsitze "Abarth Corse by Sabelt" Serie Jaeger-Instrumente Serie Karbon-Spiegelgehäuse Serie
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Reihen-Ottomotor Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.368 Leistung in PS 180 Leistung in kW 132 bei U/min 3.300 Drehmoment in Nm 230 Antrieb Frontantrieb Gänge 5 Getriebe automatisiertes Schaltgetriebe Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.413 Spurweite hinten in mm 1.407 Radaufhängung vorn McPherson-Federbeine mit Stabilisator Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse mit Stabilisator Bremsen vorn 284-mm-Scheiben, innenbelüftet und gelocht. Vierkolben-Sättel von Brembo Bremsen hinten 240-mm-Scheiben, gelocht. Zweikolben-Sättel Wendekreis in m 9,5 Räder, Reifen vorn 205/40 R17 Räder, Reifen hinten 205/40 R17 Lenkung Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung Maße und Gewichte Länge in mm 3.657 Breite in mm 1.627 Höhe in mm 1.488 Radstand in mm 2.300 Leergewicht in kg 1.145 Zuladung in kg 315 Kofferraumvolumen in Liter 185 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 610 Dachlast in kg 50 Tankinhalt in Liter 40 Kraftstoffart Super Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 225 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden unter 7,0 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,5 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,4 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,4 CO2-Emission in g/km 151 Schadstoffklasse Euro 5
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Fiat
- Make: Fiat
- Model:
- URL: Fiat

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