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Mitsubishi L200 (2015) im Test
Lambo, Lifestyle, Lastenesel: Wie alltagstauglich ist der neue Pick-up?

Motor1.com 
Von: Motor1.com
17. Dez. 2015 um 13:10 Uhr
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Der erste Gedanke, als wir den Mitsubishi L200 für unsere zweiwöchige Testfahrt in Empfang nehmen? Die 17 -Zöller erinnern uns an irgendetwas. Um genau zu sein, wecken die Schmiederäder sogar Erinnerungen. Sie sehen verdammt nochmal wie die Lamborghini-Felgen aus, die in den 1980er-Jahren an dem Countach geschraubt wurden. Bevor Sie jetzt aber aufspringen und mit mindestens 26.290 Euro zum Mitsubishi-Händler hechten, muss ich Sie enttäuschen: Sie werden dort kein Lambo-ähnliches-Schnäppchen machen. Warum sich der Ausflug trotzdem lohnen könnte, verrät unser Test.
Mehr Pick-up-News, bitte:
VW Tarok Concept: Der Nachfolger des Amarok?
Facelift für den Mitsubishi L200
Ein amerikanischer Fullsize-Pick-up ist Ihnen zu groß und zu sehr Spritschleuder? Ein VW Amarok ist Ihnen zu gewöhnlich? Aber es soll trotzdem ein Lastesel mit offener Ladefläche sein? Hier springt der Mitsubishi L200 der fünften Generation in die Bresche. Genau wie der Toyota Hilux, der Isuzu D-Max oder der Nissan NP300 Navara. Alle sind Ein-Tonnen-Pick-ups, die aus Fernost stammen. Mit einer Länge von jeweils rund 5,30 Meter (unser Testwagen mit fünfsitziger Doppelkabine misst 5,29 Meter) haben alle Derivate in etwa die gleichen Abmessungen. Und auch in der Zuladung rangieren sie um die Ein-Tonne-Marke (bei unserem L200 sind es 955 Kilogramm).
Von Außen hat sich Mitsubishi bei der neuen Generation wirklich große Mühe gegeben. Die Front wurde runderneuert und auch das Heck erhielt eine neue und leicht veränderte Optik. Sie sollten allerdings keine Abneigung gegen den japanischen Designeinschlag haben und außerdem mit dem inflationären Einsatz von Chrom zurechtkommen. Beim Design will der L200 eindeutig die Brücke zwischen Nutz- und Alltagsfahrzeug schlagen, so wie es die mit Chrom überladene Konkurrenz aus Nordamerika schon seit langem tut. Und wir müssen sagen: Von Außen gelingt das dem Mitsubishi wirklich gut – und nicht nur wegen den Felgen in Lambo-Optik.
Der überarbeitete L200-Innenraum ist dagegen nicht gerade preisverdächtig geworden. Viel Plastik, emotionslose Schalter und Tasten sowie einfache Stoffbezüge (Leder gibt es nur in der Top-Version) sprechen immer noch und eindeutig den Nutzfahrzeug-Dialekt. Der beim Interieur eher auf Lifestyle getrimmte NP300 Navara liegt hier deutlich vorne. Trotzdem ist im Mitsubishi alles gut verarbeitet und bequem ist es obendrein. Außer Sie müssen auf die hintere Sitzreihe ausweichen: Die Fond-Passagiere sollten sich nämlich trotz Doppelkabine und vier Türen auf ein sehr beengtes Platzangebot einstellen. Kopf- und Beinfreiheit erinnern eher an ein 2+2-Sitzkonzept als an einen vollwertigen Fünfsitzer. Der Nissan-Pick-up ist auch hier deutlich besser.
Widmen wir uns lieber dem Antriebsstrang: Der überarbeitete Motor ist in Vollaluminium-Bauweise konstruiert. Es handelt sich um einen 2,4 Liter großen Vierzylinder-Diesel mit 181 PS und 430 Newtonmeter. Weitergeleitet werden Kraft und Leistung in unserem Fall über ein manuelles Sechsgang-Getriebe, das die Hinterräder beliefert. Die Vorderachse lässt sich manuell zuschalten, sodass ein permanenter Allradantrieb entsteht. Auf Wunsch ist der L200 aber auch als 154-PS-Ausführung mit 380 Newtonmeter erhältlich und neben dem Schaltgetriebe kann auch eine Fünfstufen-Automatik geordert werden.
Der Antrieb versucht so gut wie möglich zu vertuschen, dass er für ein Nutzfahrzeug konstruiert wurde, bei dem Zugkraft (die gebremste Anhängelast beträgt 3,1 Tonnen) wichtiger ist als schnelles Vorankommen. Der Motor läuft trotzdem vergleichsweise ruhig. Doch die Schaltwege sind sehr lang, das Getriebe ist eher undefiniert, manchmal hakt es beim Einlegen der Gänge gewaltig und der lange Schaltknüppel wackelt bei laufendem Motor im Leerlauf sehr bedrohlich. Das manuelle Getriebe hat aber auch einen Vorteil: Es hat einen sechsten Gang. Dadurch ist der L200 auch bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn gut fahrbar.
Es bleibt ruhig im L200-Innenraum und aufdringliche Geräusche von außerhalb sind zusätzlich gut weg gedämmt. Zu schnell sollten Sie gerade mit einem unbeladenen Pick-up aber nicht werden. Zum einen, weil die etwas zu leichtgängige Lenkung nicht viel Rückmeldung gibt und zum anderen, weil nur die Vorderachse mit einer Einzelradaufhängung ausgestattet ist. Bei der Hinterachse des Ein-Tonnen-Mitsubishi wird immer noch auf die bewährte und robuste, aber nicht gerade komfortable Banjo-Achse mit Blattfedern gesetzt. Gerade bei Bodenwellen oder Querfugen poltert es gewaltig im Heck und an die versteifte Kurvenlage muss man sich langsam herantasten. Hier ist der L200 am weitesten von einem alltagstauglichen Lifestyle-Wagen entfernt. Wenn Sie mehr Komfort wollen, legen Sie sich deshalb entweder einige Sandsäcke auf die 152 Zentimeter lange und 147 Zentimeter breite Ladefläche, oder Sie wählen das Pendant von Nissan. Denn der NP300 Navara mit Doppelkabine ist mit einer deutlich komfortableren Multilenker-Hinterachse ausgerüstet.
Abseits der befestigten Verkehrswege ist der robuste Mitsubishi L200 hingegen eine Wucht. Der permanente Allradantrieb lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h ab- oder zuschalten. Dazu kommen eine Geländeuntersetzung, ein sperrbares Mitteldifferenzial und eine Wattiefe von 600 Millimeter. Lediglich die Bodenfreiheit von nur knapp 21 Zentimeter (im unbeladenen Zustand) sowie die eingeschränkten – aber dennoch akzeptablen – Böschungswinkel von 30 Grad vorne und 22 Grad hinten, machen allzu wildem Geländetreiben einen Strich durch die Rechnung. Aber sind wir doch einmal ehrlich: Wer will sich schon diese schönen Felgen ruinieren?
Zum Abschluss dann noch weitere Punkte für die Pro-und-Contra-Liste: Die Technik-Ausstattung samt der Assistenzsysteme ist mehr als ausreichend für ein Fahrzeug dieser Klasse. Es gibt Spurhalteassistenz, eine Rückfahrkamera, einen Tempomat und eine Zweizonen-Klimaautomatik. Die Start-Stopp-Funktion hätte man sich hingegen sparen können. Erstens schafft sie es maximal 15 Sekunden lang, den Motor im Stand-by-Modus zu halten und zweitens weckt sie das Aggregat so unsanft aus dem Sekundenschlaf, dass das ganze Fahrzeug ordentlich durchgeschüttelt wird. Und der Preis? Hier liegt unser gut ausgestatteter Testwagen in der ,Plus"-Ausführung mit 33.890 Euro im guten Mittelfeld.
Wertung
-
- ★★★★★★★☆☆☆
Wer sich mit dem Mitsubishi L200 einlässt, sollte bedenken, dass dieser Ein-Tonnen-Pick-up zwar von außen wie ein chrombeladener Lifestyle-Lastenesel aussieht, er sich im Großen und Ganzen aber noch wie ein Nutzfahrzeug fährt und der Innenraum sich auch so anfühlt. Für kurze Ausflüge in den Alltag ist der L200 aber durchaus geeignet. Doch richtig wohl fühlt er sich nur im Gelände oder mit einer vollen Ladefläche. Wer mehr Lifestyle und weniger Nutzfahrzeug in einer japanischen Designverpackung sucht, sollte hier eindeutig zum Nissan NP300 Navara mit Doppelkabine greifen. Und alle anderen sollten hier zugreifen. Und wenn Sie es nur wegen den fantastischen Felgen tun.
+ guter Allradantrieb, ansprechendes Design, umfangreiche Ausstattung, angemessener Verbrauch, kraftvoller Diesel
- Materialien im Innenraum, Platzverhältnisse im Fond, weiche Lenkung, schwammiges Getriebe, wenig Komfort
-
Antrieb
75%
-
Fahrwerk
65%
-
Karosserie
70%
-
Kosten
80%
Preisliste
Mitsubishi L200 2.4 DI-D+ Doppelkabine 6-Gang AS&G Plus
Grundpreis: 33.890 Euro
Modell Preis in Euro L200 Plus 33.890 L200 Top 38.490
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Seitenairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaautomatik Serie (Zwei-Zonen) Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie CD-Radio Serie MP3 Serie Metalliclackierung 690 Leichtmetallfelgen Serie Sitzhöheneinstellung Serie (Fahrersitz) Tempomat Serie Xenonlicht Serie Nebelscheinwerfer Serie
Start-Stopp-Automatik Serie Bluetooth-Schnittstelle Serie Rückfahrkamera Serie Multifunktions-Lenkrad Serie Spurhalteassistent Serie Chrom-Paket Serie
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Diesel-Reihenmotor Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 2.442 Leistung in PS 181 Leistung in kW 133 bei U/min 2.500 Drehmoment in Nm 430 Antrieb Heckantrieb mit zuschaltbarem Allradantrieb Gänge 6 Getriebe Schaltgetriebe Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.520 Spurweite hinten in mm 1.515 Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenker Radaufhängung hinten Banjo-Hinterachse mit Blattfedern Bremsen vorn Scheiben innenbelüftet Bremsen hinten Trommel Wendekreis in m 11,8 Räder, Reifen vorn 245/65 R17 Räder, Reifen hinten 245/65 R17 Lenkung Servounterstützte Zahnstangenlenkung Geländekompetenz Böschungswinkel vorn in Grad 30 Böschungswinkel hinten in Grad 22 Rampenwinkel in Grad 24 Querneigung in Grad 45 Steigfähigkeit in Prozent 35 Wattiefe in mm 600 Bodenfreiheit in mm 205 Maße und Gewichte Länge in mm 5.285 Breite in mm 1.815 Höhe in mm 1.780 Radstand in mm 3.000 Leergewicht in kg 1.950 Zuladung in kg 955 Anhängelast, gebremst in kg 3.100 Dachlast in kg 80 Tankinhalt in Liter 75 Kraftstoffart Diesel Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 179 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,4 Elastizität von 80 bis 100 in Sekunden 4,3 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,4 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,6 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,7 Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 9,1 CO2-Emission in g/km 169 Schadstoffklasse Euro 5
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- Der Isuzu D-Max im Test
Bildergalerie: Test: Lambo, Lifestyle, Lastenesel
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