Skoda Trekka (1966-1972): Kennen Sie den noch?
Der auf dem damaligen Octavia basierende Geländewagen entstand in Neuseeland
Skoda ist seit jeher bekannt für Fahrzeuge, die mit funktionaler und praktischer Ausstattung exakt die Bedürfnisse ihrer jeweiligen Zielgruppe abdecken. Aber es gibt nicht wenige Modelle der Marke, die nur Insider kennen. Entweder weil sie schon sehr alt sind. Oder weil sie in fernen Ländern weit außerhalb von Europa angeboten wurden und werden.
Ein Paradebeispiel dafür ist der Skoda Trekka. Der Geländewagen entstand in Kooperation zwischen Skoda und dem neuseeländischen Unternehmen Motor Industries International. Mit seiner kompromisslos praktischen Bauweise begeisterte das Modell zahlreiche Kunden im südpazifischen Inselstaat sowie in weiteren Märkten Ozeaniens. Die wenigen bis heute erhaltenen Exemplare genießen längst Kultstatus. Während ein Fahrzeug aus dem Baujahr 1969 Teil einer privaten Sammlung in Tschechien ist, lässt sich ein weiteres im Skoda- Werksmuseum in Mlada Boleslav bewundern.
Bildergalerie: Skoda Trekka (1966-1972)
Frühe Exportwege nach Neuseeland
Der tschechische Automobilhersteller hatte den neuseeländischen Markt bereits sehr früh erschlossen: Schon vor über 100 Jahren wurden Automobile von Laurin & Klement dorthin exportiert. Um hohe Zölle und Steuern zu umgehen, fungierte das Unternehmen Motor Industries International im neuseeländischen Otahuhu seit 1956 als Importeur, der die tschechoslowakischen Fahrzeuge im zerlegten Zustand (CKD: completely knocked down) anlieferte und vor Ort montierte.
Mitte der 1960er Jahre verlangte der Markt nach einem robusten, praktischen und bezahlbaren Automobil für Bauern, Handwerker und Handelsvertreter, das den rauen Bedingungen und unbefestigtem Terrain gewachsen war.
Skoda Trekka (1966-1972)
Von Prototypen zur Serienreife
In den Jahren 1965 und 1966 entstanden in gemeinschaftlicher Arbeit zwischen mehreren Dutzend lokalen Betrieben und Vertretern des Stammwerks mehrere Entwürfe und Prototypen. Sie trugen die Handschrift von Josef Velebny, dem ehemaligen Leiter der Skoda-Karosserieentwicklung, und dem neuseeländischen Designer George Taylor.
Am 2. Dezember 1966 begann in Otahuhu schließlich offiziell die Produktion des Modells. Als Basis diente das aus Mlada Boleslav gelieferte Octavia-Chassis samt steifem Zentralrohrrahmen und Einzelradaufhängung.
Skoda Trekka (1966-1972)
Zu den gezielten Modifikationen zählten der von 2.389 mm auf 2.165 mm verkürzte Radstand, die auf 5,25 geänderte Achsübersetzung sowie eine Bodenfreiheit von 190 mm. Serienmäßig rollte der Wagen auf Reifen der Dimension 5,90 x 15 Zoll. Auf Wunsch war zudem ein Sperrdifferenzial erhältlich, das die Geländetauglichkeit des heckangetriebenen Fahrzeugs signifikant steigerte.
Robuste Technik und durchdachte Varianz
Unter der Haube arbeitete ein vorne längs eingebauter OHV-Vierzylinder mit 1.221 ccm Hubraum, der 34 kW (47 PS) bei 4.500 U/min leistete und ein maximales Drehmoment von 87 Nm bei 3.000/min bereitstellte. Gekoppelt an ein synchronisiertes Vierganggetriebe erreichte der Trekka eine Höchstgeschwindigkeit von 105 bis 110 km/h. Ein Durchschnittsverbrauch von etwa elf Liter auf 100 Kilometer bildete die Basis für äußerst niedrige Betriebskosten.
Skoda Trekka (1966-1972)
Das Platzwunder zeigte sich auch bei den Aufbauvarianten: Kunden konnten zwischen dreitürigen Pick-ups (mit zwei bis acht Sitzen), Planverdeck-Versionen, festen Kunststoffdächern, Kombis (Station Wagon, STW) sowie einer Strandausführung wählen. Mit einer Länge von 3.590 mm, einer Breite von 1.600 mm und einer variablen Höhe zwischen 1.785 und 2.040 mm wog der Wagen je nach Ausführung 920 bis 980 Kilogramm bei einer Nutzlast von 450 bis 500 Kilogramm.
Auch für die Jagd war gesorgt: Neben Gewehrhalterungen zwischen den Vordersitzen ermöglichte eine spezielle Dachluke den Einsatz als mobiler Schießstand. Als Cabriolet mit abnehmbarem Verdeck verkörperte der Trekka zudem wie kein anderes Fahrzeug den freiheitsliebenden neuseeländischen Lifestyle.
Skoda Trekka (1966-1972)
Weltweiter Kultstatus und internationale Nachfolger
Bis 1972 entstanden fast 3.000 Exemplare des leichten Geländewagens, der als das wohl erste komplett in Neuseeland entworfene und gebaute Automobil gilt. Zu den Exportmärkten zählten neben Australien auch Fidschi, Samoa und Vietnam.
Die mit dem Trekka gesammelten Erfahrungen flossen direkt in ähnliche Auslandsprojekte ein – so lief im Mai 1970 im pakistanischen Karachi die Produktion des leichten Geländewagens Skopak (Skoda Pakistan) an. In jüngerer Vergangenheit gelangten nur sehr wenige originale Trekka nach Europa.
Skoda Trekka (1966-1972)
Neben dem Ausstellungsstück im Museum in Mladá Boleslav existiert mit dem Fahrzeug des tschechischen Sammlers Jiri Valach eines von nur neun verbliebenen Exemplaren in Tschechien. Skoda vertreibt seine Fahrzeuge bis heute erfolgreich auf dem neuseeländischen Markt, in Australien sowie auf über 100 weiteren internationalen Märkten.
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