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Für eine persönlichere Erfahrung

Der neue Nissan Leaf Nismo ist leider mehr Schein als Sein

Der Japaner bekommt ein kräftiges Bodykit, verzichtet aber auf ein Leistungs-Upgrade

2027 Nissan Leaf Nismo (Japan)
Bild von: Nissan

"Nismo ist der Inbegriff für ultimative Nissan Performance": So schreiben es die Japaner selbst auf ihrer deutschen Internetseite. Seit 2018 erhält so ziemlich jedes Modell des Konzerns das Nismo-Label – darunter auch die Elektroautos.

Es gibt sogar SUVs wie Armada/Patrol und Rogue/X-Trail, die Nissan als Nismo-Versionen anbietet. Offenbar gibt es kaum noch Grenzen dafür, welche Modelle ein Emblem tragen dürfen, das einst echten Sportwagen vorbehalten war. Wir kennen das vom GR-Label bei Toyota, Hilux GR Sport lässt grüßen.

Nissan will die Nismo-Palette in den kommenden Jahren auf 10 Modelle verdoppeln und den jährlichen Absatz bis Ende 2028 von 100.000 auf 150.000 Einheiten steigern. Welche Rolle der neue Leaf Nismo dabei spielen wird, bleibt abzuwarten, denn Käufer eines Leaf suchen in der Regel nicht nach maximaler Performance.– wenn man bei dieser Version überhaupt davon sprechen kann.

Bild von: Nissan

Als weiterhin vernünftiges Elektroauto bleibt der Leaf seiner Linie treu. Doch die neue Topversion setzt mit einem markanteren Karosseriekit samt verlängertem Ducktail-Spoiler jetzt stärkere optische Akzente.

Etwas enttäuschend ist, dass Nissan hier bei den regulären Rückleuchten des Basismodells bleibt, anstatt das Z-ähnliche Design der höheren Ausstattungslinien zu übernehmen. Neben dem muskulöseren Bodykit mit roten Akzenten und Nismo-Emblemen erhält das Topmodell des Leaf neu gestaltete 19-Zoll-Enkei-Felgen, die exklusiv dieser Version vorbehalten sind. Die Designänderungen dienen offenbar nicht nur der Optik, sondern sollen auch aerodynamische Vorteile bringen, indem sie den Luftwiderstand senken und den Abtrieb erhöhen.

Die roten Akzente setzen sich im Innenraum fort, wo der Leaf Nismo optional Recaro-Vordersitze mit stärker ausgeprägtem Seitenhalt erhält. Außerdem bezieht Nissan das Lenkrad mit Kunstleder in Nappa-Leder-Optik und ergänzt eine rote 12-Uhr-Markierung. Als weiterer Hinweis auf die sportlichere Ausrichtung trägt die Mittelkonsole ein Nismo-Logo, während das digitale Kombiinstrument spezielle Grafiken bekommt, die diesen Leaf vom Standardmodell abheben.

Angepasstes Fahrwerk, keine Leistungssteigerung

Allerdings bleibt es nicht nur bei kosmetischen Änderungen. Der Leaf Nismo erhält tatsächlich technische Upgrades und übernimmt die mit Swing-Valve-Technik ausgestatteten Stoßdämpfer vom zuvor erwähnten X-Trail Nismo. Hinzu kommen überarbeitete Federn und Stabilisatoren, außerdem wurden einige Fahrwerksbuchsen angepasst. Auf den neuen Rädern sitzen griffige Michelin Pilot Sport 5 in der Größe 235/45 R19, und der Sport-Modus wurde für eine direktere Leistungsannahme weiter abgestimmt.

Der zweite enttäuschende Fakt: Mehr Leistung gibt es für den Leaf Nismo nicht. In Japan wird er mit dem vorn montierten Elektromotor in zwei Leistungsstufen angeboten: 128 kW und 345 Nm oder 157 kW und 355 Nm. Das Fahrzeug wiegt in der leichtesten Konfiguration mit der 52-kWh-Batterie 1.820 Kilogramm, mit dem größeren 75-kWh-Akku sind es 100 Kilogramm mehr.

Die optionalen Recaro-Sitze sparen 20 Kilogramm, sind aber nur in Kombination mit der größeren Batterie erhältlich. Von "ultimativer Performance" kann hier also kaum die Rede sein. Immerhin sieht er jetzt fast noch sportlicher aus, als der Ferrari Luce.

Der neue Leaf Nismo kann in Japan bereits bestellt werden. Mit der kleineren Batterie startet er bei 6.601.100 Yen (umgerechnet derzeit etwa 35.500 Euro). Mit dem größeren Akkupaket kostet er 6.952.000 Yen (rund 37.400 Euro). Mit den Recaro-Sitzen steigt der Preis auf 7.227.000 Yen (etwa 38.900 Euro).

Ob Nissan den Leaf Nismo auch in anderen Märkten anbieten will, ist bislang nicht bekannt. Angesichts der ambitionierten Ausbaupläne für die Nismo-Modellpalette erscheint es jedoch gut möglich, dass das Modell später auch außerhalb Japans angeboten wird.