Der M6GT kehrt zurück – McLaren restauriert eine Legende
Bruce McLarens Straßensportwagen lebt wieder auf – MSO restauriert den legendären M6GT nach Originalvorlagen
Wenn heute von legendären McLaren-Straßenautos die Rede ist, denken die meisten an F1, P1 oder W1. Tatsächlich begann die Geschichte jedoch schon Ende der 1960er-Jahre. Mit dem M6GT wollte Firmengründer Bruce McLaren beweisen, dass sich die Technik seiner erfolgreichen Rennwagen auch auf die Straße übertragen lässt.
Nun hat McLaren Special Operations (MSO) dieses fast vergessene Kapitel der Unternehmensgeschichte originalgetreu wieder zum Leben erweckt. Seine öffentliche Premiere feiert der restaurierte M6GT beim Goodwood Festival of Speed 2026.
Der M6GT war weit mehr als ein Einzelstück. Bruce McLaren nutzte den ersten Prototyp selbst als Alltagsfahrzeug für Termine und Rennveranstaltungen. Seine Idee war ein kompromisslos leichter Straßensportwagen mit Renntechnik, Mittelmotor, markanten Schmetterlingstüren und einer aerodynamisch geformten Karosserie. Nach Bruce McLarens tödlichem Unfall 1970 verschwand das Projekt jedoch in der Schublade. Erst rund 25 Jahre später griff der legendäre McLaren F1 viele dieser Grundideen wieder auf.
Restaurierung bis ins kleinste Detail
Für die Neuauflage griff MSO tief ins Firmenarchiv. Die Karosserie entstand mithilfe der originalen Formen, die in Großbritannien wiederentdeckt wurden. Historische Zeichnungen, Fotografien und Referenzfahrzeuge dienten als Vorlage, um möglichst nah an Bruce McLarens ursprünglicher Vision zu bleiben.
Bildergalerie: McLaren M6GT (2026)
Die Basis liefert ein zeitgenössisches Chassis eines M6A-CanAm-Rennwagens, das sorgfältig restauriert wurde. Zahlreiche Komponenten konnten aufgearbeitet werden, andere mussten als Einzelanfertigungen komplett neu entstehen. Selbst unsichtbare Strukturteile wie Überrollbügel, Heckrahmen oder Kabelbaum fertigten die Spezialisten von Hand.
Auch technisch blieb McLaren dem Original treu. Hinter den Sitzen arbeitet ein Small-Block-V8 in historisch korrekter Spezifikation mit den charakteristischen "Camel Hump"-Zylinderköpfen und einem passenden Getriebe aus der damaligen Zeit. Das Fahrwerk besteht aus originalen M6GT-Komponenten, für die teilweise längst nicht mehr produzierte Lager in Zollmaßen beschafft werden mussten.
Selbst vermeintliche Kleinigkeiten erhielten besondere Aufmerksamkeit. Verwendet wurden geschlossene Aluminium-Nieten nach historischem Vorbild, wie sie heute vor allem noch in der Luftfahrt eingesetzt werden. Im Cockpit finden sich ein handgedrehter Schalthebel aus Walnussholz sowie grüne Vinylsitze mit periodengerechter Verarbeitung. Sogar die spezielle Windschutzscheibe entstand nach digitalen Scans des Originals neu.
McLaren M6GT (2026)
McLaren M6GT (2026)
Ursprung der McLaren-Straßenautos
Lackiert ist das Einzelstück im eigens entwickelten Farbton "Colnbrook White". Der Name erinnert an den damaligen Firmensitz nahe des heutigen Flughafens Heathrow, wo Bruce McLaren seine Vision eines Straßensportwagens entwickelte. Die Kombination aus cremeweißem Lack und grünem Interieur greift gleichzeitig die Farbgebung seines ersten Formel-1-Rennwagens von 1966 auf.
Für McLaren ist die Restaurierung mehr als ein Ausstellungsstück. Sie bildet den Auftakt einer neuen Heritage-Sammlung von McLaren Special Operations und schlägt eine direkte Brücke zwischen den CanAm-Rennwagen der 1960er-Jahre und den heutigen Supersportwagen der Marke. Der M6GT zeigt eindrucksvoll, dass die Grundidee hinter modernen McLaren-Straßenautos bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert entstand.
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