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Für eine persönlichere Erfahrung

Leapmotor B05: Der Innenraum des China-Kompakten im Detail

Gute Qualität, aber sehr wenige echte Tasten beeinträchtigen die Alltagstauglichkeit

Leapmotor B05: der Innenraum
Bild von: Leapmotor

Der Leapmotor B05 ist in der Autowelt eine Seltenheit: kein SUV, sondern ein klassischer Kompaktwagen, also ohne erhöhte Karosserie. Man steigt daher nicht in den Innenraum ein, sondern muss sich wieder eher ein wenig hinunterbeugen. Dafür gelangt man in einen sauber verarbeiteten Innenraum, in dem es an Serienausstattung nicht fehlt.

Einen Kritikpunkt kann man jedoch bei der Bedienbarkeit anbringen: Der Innenraum des Leapmotor B05 ist, wie inzwischen häufig (und gerade bei China-Autos), eine Hommage an den Minimalismus. Übersetzt heißt das: nahezu keine physischen Tasten mehr. Schauen wir uns das im Detail an.

Leapmotor B05: Cockpit und Bedienkonzept

Chinesische Autos werden oft für den übermäßigen Einsatz von Licht- und Leuchteffekten kritisiert – beim elektrischen Leapmotor B05 scheint das Motto der Designer jedoch gewesen zu sein: nicht übertreiben. Der Kompakte sucht keine großen Wow-Effekte, sondern setzt auf eine stimmige Portion Technologie.

Eine digitale Instrumenteneinheit ist selbstverständlich an Bord, hier mit 8,8 Zoll, die die wichtigsten Fahrinformationen anzeigt. Den vollständigen Funktionsumfang bündelt der 14,6-Zoll-Zentralmonitor inklusive Kompatibilität mit Android Auto und Apple CarPlay.

 

Die Darstellung ist übersichtlich, und der Bildschirm liegt gut in Reichweite, ohne dass man sich nach vorn strecken muss. Mit ein paar Wisch- und Tippbewegungen arbeitet man sich durch das umfangreiche Menü, das auch die Klimatisierung umfasst, was mir (wie ich jedes Mal betone) weiterhin nicht gefällt. Auch Fahrmodi, die Stärke der Rekuperation und praktisch alles, was man sich vorstellen kann, ist im Bildschirmmenü untergebracht. Aber teils sogar nur im Stand verfügbar.

Das minimalistische Design wirkt aufgeräumt, ein paar physische Bedienelemente hätten jedoch nicht geschadet. Darunter befinden sich der klassische Cupholder sowie eine belüftete Ablage für die kabellose Smartphone-Ladung.

Wer echte Tasten sucht, wird am Lenkrad fündig: Dort sitzen zwei Dreh-Controller (je einer pro Speiche), ganz im Tesla-Stil und frei konfigurierbar. Das verhindert eine Überfrachtung mit Schaltern, verlangt aber nach einer klugen Belegung, damit die gewünschten Funktionen stets griffbereit sind. Wer zum Beispiel Spiegelverstellung und Assistenzsysteme steuern möchte, muss auf andere Funktionen verzichten. 

Leapmotor B05: der Innenraum

Leapmotor B05: der zentrale Bildschirm ist gut erreichbar

Bilder von: Leapmotor
Leapmotor B05: der Innenraum

Leapmotor B05: die Drehregler am Lenkrad sind frei konfigurierbar

Bilder von: Leapmotor

Leapmotor B05: Materialien und Verarbeitung

Ehrlich und zweckmäßig: So wirkt der Leapmotor B05 innen, wenn es um die Anmutung geht. Die Kunststoffe sind überwiegend hart, positiv fällt jedoch die Arbeit an der Oberflächenbehandlung einzelner Bereiche auf, etwa vor dem Beifahrer: Eine spezielle Struktur bringt optisch Bewegung ins Armaturenbrett. Insgesamt wirkt das Interieur solide und ohne auffällige Verarbeitungsmängel.

Leapmotor B05: der Innenraum

Leapmotor B05: der Innenraum

Bild von: Leapmotor

Leapmotor B05: Platzangebot und Kofferraum

Mit 4,43 Meter Länge bietet der Leapmotor B05 viel Platz für alle: Hinten sitzen auch groß gewachsene Personen bequem, mit ausreichend Raum für Beine und Kopf, selbst mit dem Panorama-Glasdach. Die Rücksitzbank ist gut geformt, und auch der mittlere Platz leidet weder unter einer übermäßig harten Lehne noch unter einer unangenehmen Sitzfläche, zudem gibt es keinen Mitteltunnel.

Leapmotor B05: der Innenraum

Leapmotor B05: die Rücksitzbank

Bilder von: Leapmotor
Leapmotor B05: der Innenraum

Leapmotor B05: das Kofferraumvolumen reicht von 345 bis 1.400 Liter

Bilder von: Leapmotor

Weniger überzeugend ist der Kofferraum: 345 Liter sind kein schlechter Wert, von einem Auto in der Größe des Leapmotor B05 hätte ich jedoch mehr erwartet. Ursache sind die Hinterachskonstruktion (Multilink) und der hinten platzierte Motor. Mit umgeklappter Rückbank (60:40 geteilt) sind es 1.400 Liter.