Leapmotor B05 (2026) im Test: ID.3-Konkurrent mit Nervfaktor
Der neue Kompakte punktet mit Preis und Fahrverhalten, nervt im Test jedoch massiv mit seinen übergriffigen Assistenten
Die Kompaktklasse mag gegen die Flut der SUVs ein paar Federn gelassen haben, doch in Europa bleibt sie weiterhin sehr beliebt. Das entgeht auch den Herstellern aus China natürlich nicht. Nun wirft Stellantis den Leapmotor B05 ins Rennen, um etablierten Modellen wie dem VW ID.3 Marktanteile abzujagen. Kann das neue Elektroauto die Konkurrenz im Alltag wirklich herausfordern?
Der Antrieb des Chinesen macht tatsächlich Laune. Mit Heckantrieb und einer sauberen Gewichtsverteilung von 50:50 zielt der B05 auf echte Fahrdynamik. Der Elektromotor leistet 160 kW (218 PS) und liefert 240 Nm Drehmoment. In 6,7 Sekunden geht es munter von 0-100 km/h.
Energie liefert wahlweise eine 56,2-kWh-Batterie, die eine Reichweite von 401 Kilometern bietet, oder ein 67,1-kWh-Akku für 482 Kilometer nach WLTP. Die Ladeleistung beträgt bis zu 168 kW, was für kürzere Ladezeiten sorgt. Laut Hersteller lässt sich der Akku in 17 Minuten von unüblichen 30 auf 80 Prozent laden.
Bekannte Optik, schwacher Kofferraum
Wenn der Leapmotor vor einem steht, weckt er sofort Erinnerungen an alte Wolfsburger Bekannte. Die Frontpartie wirkt wie eine Hommage an den Scirocco. Mit 4,43 Metern Länge steht er durchaus sportlich auf der Straße. Innen verfliegt dieser Charme jedoch recht schnell. Hier dominiert graues Plastik, das an einen Neoprenanzug erinnert.
Das ist zwar abwaschbar und robust, wirkt aber unpersönlich. Das Platzangebot ist vorne völlig in Ordnung. Auf der Rückbank gibt es ordentlich Beinfreiheit, durch den hohen Fahrzeugboden entsteht jedoch ein spitzer Kniewinkel. Das Kofferraumvolumen ist mit mageren 295 Litern leider etwas übersichtlich geraten. Selbst umgeklappt sind 1.205 Liter kein Spitzenwert.
Das Infotainment verlangt dem Fahrer ordentlich Geduld ab. Die Menüstruktur ist verschachtelt und physische Tasten fehlen im Cockpit fast völlig. Wer beispielsweise die Außenspiegel einstellen möchte, muss umständlich über den Touchscreen navigieren. Auch Wippen am Lenkrad, um die Rekuperation direkt anzupassen, sucht man vergeblich.
Auf der Landstraße glänzt hingegen das europäisch abgestimmte Fahrwerk. Nichts wirkt schwammig, das Auto zieht direkt durch die Kurven. Doch der Fahrspaß wird jäh von aggressiven Assistenzsystemen torpediert. Der Spurhalteassistent lenkt stark gegen, insgesamt bimmelt es in einer Tour. Helfer sollten im besten Fall subtil unterstützen, nicht übergriffig bevormunden. So mutiert die Testtour zum Stresstest.
Der Leapmotor B05 startet als Basismodell "Pro Life" bei einem Preis von 27.900 Euro. Unser voll ausgestatteter Testwagen "ProMax Design" ruft faire 31.900 Euro auf. Damit unterbietet er die Kompkakt-Konkurrenz deutlich, denn nahezu alle Extras sind bereits serienmäßig an Bord. Wer bereit ist, Abstriche bei der Software, den Assistenten und dem Ladevolumen zu machen, bekommt hier ein grundsolides Fahrwerk zum fairen Kurs. Anhängerbetrieb fällt in diesem Fall jedoch flach.
Den ausführlichen Testbericht mit allen Eindrücken und Bildern finden Sie auf InsideEVs.de.
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