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Für eine persönlichere Erfahrung

Nichols N1A (2026): V8-Power trifft auf 900 Kilo-Flunder

Der von der Can-Am-Serie inspirierte Purist kommt mit handgerissenen 710 PS

Nichols N1A (2026)
Bild von: Nichols Cars

Steve Nichols ist kein Unbekannter in der Motorsportwelt. Als Chefdesigner war er federführend bei der Entwicklung des legendären McLaren MP4/4. Der war bekanntlich mit 15 von 16 möglichen Siegen für Ayrton Senna und Alain Prost in der Formel-1-Saison 1988 nicht ganz unerfolgreich.

Jetzt bringt sein eigenes Unternehmen, Nichols Cars, den N1A auf die Straße. Nach intensiven Testfahrten in Wales und auf dem Pembrey Circuit rollen die ersten Kundenfahrzeuge in die Produktion. Der N1A ist eine bewusste Abkehr vom digitalen Wettrüsten moderner Sportwagen und besinnt sich auf die analoge Fahrbarkeit klassischer Can-Am-Rennwagen.

Bildergalerie: Nichols N1A (2026)

Leichtbau trifft auf V8-Sauger

Die Basis des N1A bildet ein Chassis aus verklebtem Aluminium und Kohlefaser, über das sich eine Karosserie aus Carbon spannt. Das Resultat auf der Waage ist eine echte Ansage: Die nicht mal einen Meter "hohe" Flunder (0,99 Meter) liegt unter 900 Kilogramm. Auch bei den restlichen Abmessungen bleibt der Zweisitzer mit einer Länge von 4,30 Metern und einer Breite von 1,76 Meter kompakt. Der Radstand beträgt lediglich 2,45 Meter.

Antriebsseitig verzichtet Nichols komplett auf Zwangsbeatmung oder Hybridisierung. In der Basisversion arbeitet ein 6,2-Liter-V8 von Chevrolet, der 482 PS bei 6.000 Umdrehungen pro Minute leistet und 637 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle stemmt. Wer mehr Vorwärtsdrang sucht, greift zum optionalen 7,0-Liter-V8.

Dieser von einem LS7 abgeleitete Motor mit Trockensumpfschmierung, der unter anderem die Corvette (C6) antreibt, liefert satte 710 PS sowie ein maximales Drehmoment von 813 Nm. Kurz den Taschenrechner ausgepackt: Macht rund 1,27 Kilo pro PS – Hallelujah! Gekoppelt sind beide Aggregate natürlich an ein manuelles Sechsgang-Getriebe, das die Kraft ausschließlich an die Hinterräder leitet. Für den Sprint von 0-100 km/h gibt Nichols Cars einen Schätzwert von 3,5 Sekunden an.

Feinschliff für Straße und Strecke

Die letzten Prototypen-Tests dienten vor allem dem Fahrwerks-Setup. Der N1A nutzt eine Einzelradaufhängung mit doppelten Dreiecksquerlenkern und Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse. Neue vierfach verstellbare Dämpfer sollen in der Serienversion eine bessere Balance zwischen Rennstreckentauglichkeit und Fahrkomfort auf regulären Straßen ermöglichen.

Nichols N1A (2026)

Nichols N1A (2026)

Bilder von: Nichols Cars
Nichols N1A (2026)

Nichols N1A (2026)

Zudem wurde ein breiterer Kühler verbaut, um die thermische Belastung bei niedrigen Geschwindigkeiten und im Stadtverkehr besser im Griff zu behalten. An der Aerodynamik wurde ebenfalls nachgebessert – der N1A erhält einen neuen Heckdiffusor und eine überarbeitete Heckschürze.

Der Kontakt zur Straße wird über 19-Zoll-Räder vorn und 20-Zoll-Räder hinten samt Michelin-Pilot-Sport-Cup-2-Bereifung hergestellt. Um die pure Verbindung zwischen Mensch und Maschine nicht zu verfälschen, gibt es elektronische Helfer wie Traktionskontrolle, Servolenkung und ein abschaltbares ABS nur gegen Aufpreis beziehungsweise als bestellbare Option.

Gebaut wird der N1A in Zusammenarbeit mit dem Motorsport- und Ingenieursdienstleister RML (Ray Mallock Ltd), der über viel Erfahrung bei der Fertigung von Hochleistungsfahrzeugen in kleinen Stückzahlen verfügt. Weltweit werden nicht mehr als 150 Exemplare entstehen. Die Auslieferungen an die Kundschaft beginnen noch in diesem Jahr.

Den Auftakt macht die auf 15 Einheiten begrenzte Launch-Edition mit dem Namen "Icon 88". Die Stückzahl ist kein Zufall, sondern eine direkte Hommage an die bereits angemerkten 15 Siege des McLaren MP4/4. Der Einstiegspreis für den regulären N1A liegt bei 450.000 britischen Pfund (etwa 520.000 Euro) vor Steuern. Für die "Icon 88"-Edition werden mindestens 500.000 britische Pfund (etwa 578.000 Euro) fällig.