BMW M Concept Neue Klasse: Erster Ausblick auf den Elektro-M3
Unter der krassen Karosserie stecken vier Elektromotoren
Ich gebe es zu: In den ersten paar Sekunden haut einen dieser Anblick völlig weg. Natürlich ist es kein Geheimnis, dass die M GmbH von BMW ein rein elektrischen M3 plant. (Keine Panik, einen neuen Verbrenner-M3 wird es auch noch geben ...) Aber wir er aussieht, war bislang noch offen. Bislang. Jetzt steht es vor mir: Das "M Concept Neue Klasse", so der etwas sperrige offizielle Name.
Apropos Name: Das spätere Serienfahrzeug wird NICHT iM3 heißen, auch nicht M3i. Sondern schlicht M3. Wahrscheinlich wird man im allgemeinen von "M3 Elektro" sprechen, um die Abgrenzung zum nächsten M3 Verbrenner zu haben. Wie dem auch sei: Die knallrote Studie in "Monza Red" lässt keinen kalt. Je nach Sichtweise ein i3 auf Steroiden oder der künftige Posterboy vieler Jugendzimmer.
Bildergalerie: BMW M Concept Neue Klasse (2026)
Das BMW M Concept Neue Klasse feiert seine Weltpremiere bei den 24 Stunden von Le Mans. Und soll dort auch in Bewegung vorgeführt werden. Im bürokratisch-exaltierten Presseabteilungssprech wird formuliert:
"Es zeigt die neue BMW M Designsprache und setzt ein klares Signal für die rein elektrische Zukunft der Marke. Das künftige Produktportfolio von BMW M kombiniert ausdrucksstarkes Design, hohe Performance und innovative Materialien. Das Fahrzeug schlägt eine Brücke zwischen seiner Historie und dem Motorsport und ist sofort als High-Performance-Automobil erkennbar. Damit bleibt BMW M seinem Leitgedanken treu: "Born on the racetrack. Made for the streets."
"Die neue BMW M Designsprache bildet die ausdrucksstarke Speerspitze der Neuen Klasse – entschlossen und zielgerichtet", sagt Oliver Heilmer, Leiter Design BMW Kompaktklasse, Neue Klasse und BMW M. "Bei BMW M folgt die Form konsequent der Funktion. Jedes Detail dient der Performance. Dieses Projekt ist für mich wirklich etwas Besonderes, weil es den Charakter von BMW M in eine neue Ära führt." Bei der persönlichen Vorstellung der Studie fallen oft die Worte "Effizienz" und "Aerodynamik".
Form, Funktion und Motorsport
Details zu den Abmessungen gibt es noch nicht. Auch nicht zum Leergewicht. Die 2,1 bis 2,2 Tonnen des regulären i3 dürften wohl kaum unterboten werden. Aber die Punkte "Kraftvolle Proportionen und eine muskulöse Schulterpartie mit breiten Radhäusern" können wir so unterschreiben.
Zahlreiche M-spezifische Designmaßnahmen optimieren die Aerodynamik – darunter die neu interpretierten M Aero-Außenspiegel in den Farben von BMW M. Die Türgriffe wird übrigens nur das Konzeptauto tragen. Anleihen beim ersten M3 (E30) sind gewollt, urteilen Sie selbst:
BMW M Concept Neue Klasse (2026) im Erstkontakt
Ein markanter Luftauslass samt einer Art "Katzentreppe" prägt die V-förmige Fronthaube und unterstützt die Kühlung des elektrischen Antriebsstrangs. Eine nach vorn geneigte Sharknose und eine Lichtsignatur mit Tiefenwirkung charakterisieren die Frontpartie. Scheinwerfer und Niere verschmelzen dabei zu einer Einheit.
BMW M Concept Neue Klasse (2026) im Erstkontakt
Die neuen "M Yellow Lights" sorgen für einen fokussierten Blick auf die Straße (findet BMW). Die gelben Leuchten sollen zu einem neuen Erkennungsmerkmal künftiger BMW M Automobile werden und verweisen sowohl auf GT-Rennwagen als auch auf den BMW M Hybrid V8. In Frankreich dürften sie für Nostalgie sorgen ...
BMW M Concept Neue Klasse (2026) im Erstkontakt
Die Frontschürze des BMW M Concept Neue Klasse setzt auf einen Stoßfänger im Trimaran-Stil, inspiriert von der Form von Hochsee-Rennbooten. Das dreiteilige Design unterstreicht den technischen Look des Fahrzeugs und dient gleichzeitig als Strukturträger für den Frontsplitter – ein aerodynamisches Element an der Unterkante der Front. Ein weiterer neuer Lichtakzent für zukünftige BMW M Automobile sind die dreidimensionalen "Track Lights" in den äußeren Bereichen der Frontschürze.
Track Lights und das Trimaran-Design prägen auch die Heckschürze des BMW M Concept Neue Klasse. Die Track Lights rahmen das Trimaran-Element oberhalb des schwebenden Diffusors ein. Ein markanter Ducktail-Spoiler verbessert die Aerodynamik, erhöht den Anpressdruck an der Heckachse und setzt gleichzeitig einen auffälligen Akzent im cleanen Flächendesign des Hecks. Stolz ist man auf das "Center Valley", eine Einbuchtung, die vom Heck bis zur Frontpartie verläuft.
BMW M Concept Neue Klasse (2026) im Erstkontakt
Sowohl im Exterieur als auch im Interieur des BMW M Concept Neue Klasse kommen Naturfaserelemente zum Einsatz – beispielsweise am Frontsplitter, am Luftauslass der Motorhaube und am Diffusor. Erstmals wird Naturfaser nicht nur in ihrer reinen Form genutzt, sondern auch in einer veredelten Ausführung mit M-Branding in der Dachgrafik. Die neu entwickelte Metallic-Lackierung in Monza Rot und die Zentralverschlussräder mit rot-blauer Codierung verstärken die optische Verbindung zu BMW M und dem Motorsport.
Fahrerfokussiertes Cockpit
Das Interieur des BMW M Concept Neue Klasse ist reduziert und konsequent auf das Fahrerlebnis in einem rein elektrischen BMW M der nächsten Generation ausgerichtet. Vier neu entwickelte Schalensitze bieten sicheren Halt und integrieren Strukturelemente aus Naturfasermaterialien. Wie die Sitzprobe zeigt, schadet eine persönliche Sportlichkeit auf M-Niveau nicht.
Jedoch verrät man mir, dass die fette Querstrebe hinter den Vordersitzen nicht in Serie gehen wird. Insgesamt dürfte die Standardmöblierung wohl dezenter ausfallen. Aber gut, eine Studie soll schließlich auf den Putz hauen. Wie groß der Unterschied zur späteren Serienversion sein wird? Dazu mag man mir noch nichts verraten. Die Sitzbezüge in Bathurst Blau und Berry Rot greifen die BMW M Farben in einer zweifarbigen Merino-Lederausstattung auf. Rote Fünfpunktgurte unterstreichen den sportlichen Charakter.
BMW M Concept Neue Klasse (2026)
Erstmalig in einem BMW M Fahrzeug wird hochwertiges, schwarzes Nubukleder verwendet, das sich am Lenkrad, den Türverkleidungen und am Überrollbügel wiederfindet. Das schwebende Armaturenbrett ist aus schwarzem Strickmaterial gefertigt und verfügt über eine M-spezifische, hexagonale Hintergrundbeleuchtung.
Rote Akzente am M Gangwahlschalter, den Schaltwippen am M Lenkrad (samt M1/M2-Knopf für die persönliche Modi-Auswahl) und in den digitalen Anzeigen setzen gezielte sportliche Highlights im Cockpit und rücken die Performance in den Mittelpunkt. Das Cockpit orientiert sich an der Panorama-Gestaltung von i3 und iX3, bietet hier aber Gimmicks wie Rundenzeiten. Eine Art Violett (Purple) ist die Farbe für maximale Beschleunigung.
Vier Elektromotoren, der Rest ist noch vage
Das BMW M Concept Neue Klasse repräsentiert das nächste Kapitel der M-typischen Synthese aus Dynamik, Agilität und Präzision. Das BMW M eDrive mit vier Elektromotoren und die M Dynamic Performance Control sollen das Fahrerlebnis und die Rundstreckentauglichkeit auf ein neues Niveau heben.
"Auch in der neuen, rein elektrischen Ära führen wir die M-typische Tradition fort, technologische Innovationen und prägende Designmerkmale direkt aus dem Motorsport in die Serie zu übertragen", sagt Franciscus van Meel, Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH.
BMW M Concept Neue Klasse (2026)
Bezüglich der Technik kann man sich einiges von iX3 und i3 herleiten, das BMW M eDrive basiert auf der Gen6-Technologie der Neuen Klasse und wurde speziell für rein elektrische BMW M Automobile entwickelt. Das Antriebskonzept kombiniert vier Elektromotoren mit der zentralen Steuerungssoftware BMW M Dynamic Performance Control im Hochleistungsrechner "Heart of Joy". Dank der integrierten, radspezifischen Regelung von Antrieb und Bremsen eröffnet das M eDrive laut BMW "neue Potenziale für Fahrdynamik und Fahrsicherheit".
Es ermöglicht eine hohe Rekuperationsleistung, optimale Traktion bis in den Grenzbereich und ein besonders direktes Ansprechverhalten. Die 800-Volt-Technologie und die Hochvoltbatterie mit einem Energiegehalt von mehr als 100 kWh sollen die Voraussetzungen für Langstreckentauglichkeit schaffen.
BMW M Concept Neue Klasse (2026) im Erstkontakt
Eine für BMW M spezifisch optimierte Version der Rundzellen der sechsten Generation sorgt für eine besonders hohe Leistungsabgabe bei der Energieversorgung der Elektromotoren sowie beim Laden. Das Gehäuse der Hochvoltbatterie ist strukturell sowohl mit der Vorder- als auch mit der Hinterachse verbunden und leistet so einen zusätzlichen Beitrag zur Fahrdynamik.
Hans Immer aus "Didi, der Doppelgänger" würde an dieser Stelle trotz viel Text sagen: "Ich brauche mehr Details". Geduld. Vor 2027 werden wir den serienmäßigen M3 Elektro wohl nicht zu Gesicht bekommen.
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