Ventje T7 (2026): Der vielleicht cleverste VW-Camper
Sieben Sitze, Elektro-Antrieb und flexibler Ausbau
Der neue Ventje T7 versucht etwas, das viele kompakte Camper gerne versprechen, im Alltag aber selten sauber hinbekommen: Familienauto und Reisemobil gleichzeitig zu sein. Basis ist der neue VW Transporter, ausgebaut wird der Bus von Ventje in den Niederlanden. Und genau deshalb wirkt der T7 eher wie ein clever geplanter Alltags-Bus als wie ein hipper Freizeitwürfel für zwei Festivalwochenenden im Jahr.
Interessant ist das vor allem deshalb, weil sich bei den kompakten Campern gerade einiges bewegt. Modelle wie der Rhön Camp New Ultimate oder der SpaceCamper Classic+ zeigen, wie unterschiedlich man denselben Grundgedanken interpretieren kann. Der Ventje T7 geht dabei einen ziemlich pragmatischen Weg.
Bildergalerie: Ventje T7 (2026) auf VW Transporter Basis
Das auffälligste Detail ist das Sitzsystem. Die Idee stammt ursprünglich aus dem eVentje auf Basis des ID. Buzz, wurde für den T7 aber weiterentwickelt. Die Sitzrahmen lassen sich im Campingmodus komplett im Fahrzeugboden versenken. Dadurch entsteht hinten je nach Bedarf eine Sitzgruppe mit Tisch, eine Lounge oder eben ein Bett. Klingt erstmal nach typischem Camper-Bingo, wirkt aber tatsächlich ziemlich durchdacht.
Vor allem merkt man, dass der Fokus nicht auf dem schnellen Messeffekt lag. Ventje verbaut echte Matratzen statt dünner Polster und integriert Isofix-Halterungen. Genau solche Details entscheiden später darüber, ob ein Camper im Familienalltag funktioniert oder nicht. Sieben Sitzplätze helfen wenig, wenn man darauf keine zwei Stunden entspannt sitzen kann.
Den Ventje T7 gibt es in zwei Längen: rund 5,05 oder 5,45 Meter. Damit bleibt er kompakt genug für Parkhäuser und den Alltag, ohne innen sofort eng zu wirken. Gleichzeitig bietet der Transporter ausreichend Spielraum für ein variables Ausbaukonzept. Statt fester Küchenzeile kommen verschiebbare und herausnehmbare Module zum Einsatz, je nachdem, ob gerade Camper oder Transporter gefragt ist.
Die Küche sitzt im Heck und ist auch von außen erreichbar. Gekocht wird auf einem Gaskocher, gekühlt in einer mobilen Kompressorbox, wodurch innen mehr Bewegungsfreiheit bleibt. Die Arbeitsfläche wächst, dazu kommt eine Sitzgruppe für bis zu vier Personen. In der kurzen Version gibt es eine Toilettenplatte, in der langen sogar ein festes WC.
Auch beim Schlafen bleibt Ventje auf der funktionalen Linie. Die Sitzbank wird zur ebenen Liegefläche, optional ergänzt durch ein Panorama-Aufstelldach mit großer Fensterfläche. Oben entsteht ein zweites Bett, sodass der T7 familientauglich wird. Mit rund 1,30 Metern Breite im Dach und etwa 2,00 mal 1,40 Metern unten sind die Liegeflächen so ausgelegt, dass zwei Erwachsene unten und ein bis zwei Personen oben schlafen können.
Stauraum entsteht durch viele kleine, sinnvoll platzierte Lösungen: unter der Sitzbank, in seitlichen Modulen, verteilt im ganzen Fahrzeug. Die Möbel sind leicht, robust und auf häufiges Umräumen ausgelegt. Gleichzeitig bleibt der Boden weitgehend frei.
Beim Thema Energie setzt Ventje auf eine Zweitbatterie mit Ladebooster, optional ergänzt durch Solar auf dem Dach. USB-Anschlüsse und 230-Volt-Steckdosen versorgen die üblichen Geräte, dazu kommen Frischwasserkanister, eine mobile Spüle und sogar eine Außendusche.
Bei den Antrieben bleibt man angenehm pragmatisch: Diesel, Plug-in-Hybrid oder vollelektrisch. Die Elektroversion soll bis zu 330 Kilometer nach WLTP schaffen und in rund 38 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Der Plug-in-Hybrid leistet 218 PS und fährt etwa 50 Kilometer elektrisch. Für Vielfahrer bleibt der Diesel die entspannteste Wahl.
Unterm Strich positioniert sich der Ventje T7 zwischen Minimal-Ausbau und vollwertigem Campingmobil. Kein rollendes Ferienhaus, sondern ein flexibler Begleiter für Alltag und Reise. Der Einstiegspreis liegt bei rund 95.000 Euro, die ersten Auslieferungen sind für Frühjahr 2026 geplant.
Wer statt Camping lieber etwas tiefer in die sportliche Seite der neuen Transporter-Welt eintauchen möchte, findet im ABT-Umbau der VW Caravelle eine komplett andere Interpretation derselben Basis: Weniger Familien-Camper, mehr Rennsport-Attitüde auf Busformat.
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